Von Ingvil Schirling

Die Folgen des Klimawandels und die Friday-for-Future-Kundgebungen sind weltweit in aller Munde und in allen Medien. Auf eine ganz besondere Weise steht am kommenden Sonntag auch das kleine Lübben im Fokus. Engagierte Einwohner rund um die Lübbenerin Anne Kienappel haben gemeinsam mit Klimaschutzmanager Dr. Matthias Städter eine „Wandel-Tour“ zusammengestellt.

Start ist am 13. Oktober um 11 Uhr am Rathaus. Bei – nach jetziger Kenntnis – schönem Herbstwetter geht es zu mehreren Stationen in der Stadt. Ziel ist es, unter dem Titel „facettenreiches Lübben“ die Kleinstadt mit ganz anderen Augen zu betrachten. Nämlich anhand von Projekten, die Klimaschutz, Sozialem und Ökologie gewidmet sind. Und dabei dürfen sich die Teilnehmer vermutlich auf die ein oder andere Überraschung freuen.

Essensretter an der Schlossinsel

Gleich die erste gibt es an der Schlossinsel. Denn dort soll ein Beispiel für Essensrettung vorgestellt werden. Was passiert mit Speisen, Produkten oder Eingemachten, noch gut für den Verzehr, aber für den aktuellen Anlass nicht mehr zu gebrauchen, weil sie übrig sind, oder zu verkaufen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Internetseite foodsharing.de. Sie funktioniert wie eine Plattform, auf der übrig gebliebenes, aber noch gutes Essen angeboten und verteilt werden kann. „Fairteilt“ heißt das dann sogar als Kunstwort, um an gerechte Aspekte zu appellieren. Am Beispiel Spreewaldfest soll in diesem Zusammenhang gezeigt werden, wie so etwas funktioniert oder funktionieren könnte. Über die Organisation der „Tafel“ von sozialen Trägern für Bedürftige hinaus sind diese Ansätze in der Spreewaldstadt neu.

Deutlich bekannter sind die E-Ladesäulen am Parkplatz Burglehn, eine weitere Station auf der Tour. Ganz vorne dran in Sachen Energiesparen aber sind derzeit die teilnehmenden Kitas und Schulen des Projekts Fifty/Fifty, zu dem 17 Schulen in Lübben und Luckau gehören. Wie sie durch ihr eigenes Verhalten Energie und Kosten einsparen, wird den Tourteilnehmern ebenfalls vorgestellt. Die Auftaktveranstaltung war im Mai, nun soll über die Umsetzung gesprochen werden. Projekttage für die Lehrkräfte und Hausmeister sowie für die Kinder stehen noch aus.

Energiesparen: Erfahrungen aus erster Hand

Besonders spannend dürfte es für Eigenheimbesitzer werden, die nach alternativen Energiequellen suchen und darum wissen, wie komplex das Thema ist. Am Ende geht es darum, was funktioniert und was nicht, was sich unterm Strich wirtschaftlich lohnt. Dazu haben die Organisatoren um Anne Kienappel, die bei der Naturschutzjugend Brandenburg Jugendbildungsreferentin ist, einen Hausbesitzer aufgetan, der schon vor 30 Jahren, damals noch ohne Förderung, alternative Energieanlagen samt Speicher einbaute, um von der Versorgung möglichst unabhängig zu werden. Er werde darstellen, was sich aus Sicht der Verbraucher lohnt, blickt die Organisatorin aufs Programm.

Anne Kienappel hatte in der Vorbereitung zahlreiche Akteure in Lübben angeschrieben, deren Projekte in Sachen Energieressourcen, Umweltschutz, Regionalität und Nachhaltigkeit beispielhaft sind. Der Spreewaldverein stellt sich im Zusammenhang mit Regionalität und Nachhaltigkeit im Hotel-Restaurant Stephanshof vor. Der Nutzen des Hains als grüne Lunge Lübbens und die künftige Anbindung des Lübbener Bahnhofs sind weitere Themen. Dass die erst kürzlich eröffnete Kita Waldhaus ein Niedrigenergie-Gebäude ist, das fast schon den Standards eines Passivhauses entspricht, soll ebenfalls betrachtet werden.

Vorbeugung von Naturkatastrophen

Und weil Klimaschutz auch als Vorbeugung gegen Naturkatastrophen betrachtet werden kann, findet die Tour am 13. Oktober am Tag zur Verhinderung von solchen Ereignissen statt.

Eine Anmeldung ist erwünscht, am besten per Email an anne.kienappel@naju-brandenburg.de – auch, um die Tour besser planen zu können. Wer am Sonntag, dem Wetter entsprechend, spontan mitradeln will, ist ebenfalls willkommen.