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| 14:29 Uhr

Noch weitere Mitstreiter gesucht
Radler setzen in Lübben ein Zeichen für den Klimaschutz

Lübbens Klimaschutzmanager Matthias Städter fährt an der Spitze. Etwa 60 Leute haben sich am Auftakt des Stadtradelns am Freitagvormittag in Lübben beteiligt. Sie sind gemeinsam rund 15 Kilometer geradelt.
Lübbens Klimaschutzmanager Matthias Städter fährt an der Spitze. Etwa 60 Leute haben sich am Auftakt des Stadtradelns am Freitagvormittag in Lübben beteiligt. Sie sind gemeinsam rund 15 Kilometer geradelt. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. 60 Teilnehmer beim Auftakt zum „Stadtradeln“. Bis zum 21. Juni zählen bundesweit die meisten Kilometer für Ehrung als fahrradaktivste Kommune.

Radeln macht Spaß, hält fit und schont die Umwelt. Alles gute Gründe, um aufs Fahrrad zu steigen. Das lohnt sich immer, jetzt aber noch ein bisschen mehr. Drei Wochen lang sind Bürger, die im Landkreis Dahme-Spreewald wohnen, arbeiten, studieren oder einem Verein angehören aufgerufen, in die Pedalen zu treten. Wer die meisten Kilometer sammelt, erhält einen Preis. Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten alle Teilnehmer.

Im Landkreis Dahme-Spreewald erfolgte der Auftakt für die bundesweite Aktion „Stadtradeln“ in Lübben. Etwa 60 Radler fuhren gemeinsam vom Marktplatz über die Schlossinsel, das Vogelschutzgebiet und weiter über den Damm zum Gasthaus Lehnigksberg. Während eines kurzen Stopps wurde die Brücke dort offiziell freigegeben. Etwa 360 000 Euro hat die Sanierung der ehemaligen Eisenbahnbrücke der Kleinbahn gekostet, wie Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) sagt.

Von dortging es weiter über Hartmannsdorf, Lubolz und wieder zurück auf den Marktplatz - insgesamt rund 15 Kilometer. Mit dabei war auch Christian Boellert. Der 80-Jährige radelt „aus Überzeugung. Ich bin oft und gern mit dem Fahrrad in und rund um Lübben unterwegs. Das ist gut für das Klima, hält mich fit, und wenn ich etwas einkaufen will, geht das mit dem Rad meist viel entspannter als mit dem Auto.“ Jetzt will er möglichst viele Kilometer strampeln, damit Lübben am Ende der Aktion zu den fahrradaktivsten Kommunen in Deutschland gehört.

Auch Bernd Blume will mithelfen, hat für die Aktion extra das Team „Old Partner“ gegründet: „Wir suchen noch Mitstreiter.“ Der Senior fährt regelmäßig Fahrrad. „Während der nächsten drei Wochen radele ich noch ein bisschen mehr.“ Er steigt ohnehin lieber aufs Rad als ins Auto. „Radfahren macht Spaß und hält gesund. Und ganz nebenbei leiste ich so auch noch einen Beitrag für die Umwelt.“

Der Klimaschutz ist eines der Anliegen der Aktion. Wer mit dem Rad fährt, ist CO 2-frei unterwegs und beeinflusst das Klima damit positiv. Marco Sell unterstützt die Idee des Stadtradelns: „Sie ist gut für das Klima in Lübben. Und weil mir meine Heimatstadt am Herzen liegt beteilige ich mich.“

Das Thema „Umwelt“ ist für ihn nicht neu. Marco Sell ist Mitglied im Klimabeirat der Kreisstadt. Und er sitzt für die CDU in der Stadtverordnetenversammlung. Kommunalpolitiker sind ganz gezielt aufgerufen, sich am Stadtradeln zu beteiligen, um zu erfahren, was es bedeutet, mit dem Fahrrad in der eigenen Stadt unterwegs zu sein und dann sichere Entscheidungen, etwa zum Bau von Radwegen, treffen zu können. Marco Sell war der einzige Stadtverordnete während des Auftakts am Freitagvormittag. Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Landkreisverwaltung sind mitgefahren.

Andrea Pleßow ist eine von ihnen. Sie bildet mit anderen Mitarbeitern der Kreisverwaltung ein Team. „Wir wollen während der nächsten drei Wochen möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen“, sagt sie. „Wenn man will, kann man in Lübben viel mit dem Rad erledigen.“ Für sie und ihre Mitradler der Verwaltung ist es nach 2017 schon die zweite Teilnahme an der bundesweiten Aktion. Sie sind erneut mit T-Shirts mit der Aufschrift „Rad-ieschen“ unterwegs und sorgen so für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Die beiden Verwaltungschefs Lars Kolan (SPD) für die Stadt Lübben und Stephan Loge (SPD) für den Landkreis Dahme-Spreewald stiegen zum Auftakt ebenfalls aufs Rad. Kolan hatte schon rund 35 Kilometer in den Beinen, bevor überhaupt der Startschuss zum Stadtradeln erfolgte. Er war per Fahrrad von seinem Heimatort Golßen (Unterspreewald) nach Lübben gekommen  -„mit einem Abstecher über die Dörfer“. Das will er während der nächsten drei Wochen möglichst oft machen. Als ambitionierter Radler ist er weit längere Strecken gewohnt. „Radfahren ist eine schöne Sache“, sagt Lars Kolan. „Man nimmt die Natur viel intensiver als im Auto wahr, leistet zudem noch einen Beitrag zum Klimaschutz.“ Stephan Loge hofft, dass möglichst viele Menschen dem Beispiel des Lübbener Bürgermeisters folgen: „Dann ist vielleicht eine vordere Platzierung zumindest im Land Brandenburg drin.“

Informationen, die Übersicht zum aktuellen Stand sowie Möglichkeiten zur Anmeldung sind zu finden unter www.stadtradeln.de im Internet. Etwa 750 Kommunen machen bundesweit mit. Lübben und der Landkreis Dahme-Spreewald sind bis zum 21.Juni dieses Jahrs dabei - mitmachen können Interessierte und Bewegungsfreudige  jederzeit. Bundesweit läuft die Aktion bis Ende September 2018 -  in jeder Kommune für jeweils drei Wochen.  Die fahrradaktivste Kommune und das fahrradaktivste Kommunalparlament in Deutschland werden schließlich geehrt.