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| 14:43 Uhr

Fische im Visier
Spreewälder Quappentag mit einem kleinen Jubiläum

 Fische gehören bereits seit vielen Generationen zu den begehrten Speisen im  Spreewald.
Fische gehören bereits seit vielen Generationen zu den begehrten Speisen im  Spreewald. FOTO: Andreas Staindl
Schlepzig. Zum 15. Mal geht es beim Fachtreffen um die Entwicklungen zum Fischbestand.

Die Quappe war vor etwa 25 Jahren im Spreewald verschwunden. Jetzt ist der einstige „Brotfisch“ der Spreewälder wieder häufiger zu finden. Er gab sogar einem Fachtreffen seinen Namen. Der inzwischen 15. Quappentag fand am Samstag in Schlepzig (Unterspreewald) statt.

„Die gute Resonanz zeigt, dass das Interesse an dem Thema nach wie vor sehr groß ist“, sagt Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservats Spreewald. Angler, Fischer, Fachleute und interessierte Bürger haben sich erneut mit Experten über die Fischfauna im Spreewald ausgetauscht.

Das Biosphärenreservat und der Landkreis Dahme-Spreewald hatten eingeladen. Unter den Gästen befanden sich auch „treue Geister“, die bei jedem der bisherigen Quappentage dabei waren, wie Anne Röver sagt. Die Mitarbeiterin der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald erinnerte anfangs an den ehemaligen Leiter des Biosphärenreservats Spreewald, Günter Stache, der im Februar dieses Jahr verstorben sei: „Er war ein weiser Mann und guter Freund.“ Die diesjährigenFachvorträge hätten sicherlich auch ihn interessiert.

Isabell Hiekel vom Landesumweltamt und Daniel Schmidt von der „team ferox“ GmbH in Dresden lenkten den Fokus auf die Borstenstrecke in der Kleinen Spree in Burg. Sie machten eine Bestandsaufnahme zwölf Jahre nach dem Einbau der Borstenelemente. Wie hat sich die ungewöhnliche Sohlgestaltung an der Borstenstrecke seit ihrer Errichtung entwickelt? Als Pilotprojekt 2005/06 durchgeführt, seitdem zwei Mal während eines Monitorings überwacht, lassen sich den beiden Experten zufolge positive Schlüsse ziehen.

„Es haben sich viele Muscheln dort angesiedelt“, erzählt Daniel Schmidt. „Wir konnten alle sechs im Spreewald vorkommenden Großmuschelarten nachweisen. Auf 33 laufenden Metern im Gewässer haben wir 517 Muscheln gefunden - eine ordentliche Anzahl. Die gewonnenen Erkenntnisse werden uns künftig helfen“, so der Fachmann.  Auch, wenn die gewünschte Befahrbarkeit des Gewässers längst nicht die erhoffte Qualität habe, die Fahrrinne noch nicht optimal sei. Die Fließgeschwindigkeit zumindest habe sich „etwas erhöht.“

Daniel Schmidt hat mit teils spektakulären Fotos und Videos den Zustand und das Leben auf der Borstenstrecke gezeigt. Sein Fazit: „Die Gewässerstruktur hat sich überwiegend gut bis sehr gut entwickelt.“

Er berichtete zudem von einer „kleinen Sensation. Wir haben eine Bachmuschel, die 2006 markiert worden war, zwölf Jahre später wiedergefunden. Es sind also sehr ortstreue Tiere.“ 10 000 Bachmuscheln gibt es seiner Hochrechnung nach auf einem Kilometer in der Kleinen Spree.

Daniel Schmidt präsentierte auch Befischungsergebnisse aus dem Biosphärenreservat. 50 Befischungsstrecken seien im vergangenen Jahr befahren worden. Untersucht wurde vor allem der Bestand von Fischen, die unter dem Schutz der Fauna-Flora-Habitate (FFH)-Richtlinie stehen. Der Fokus im Unter- und Oberspreewald lag Daniel Schmidt zufolge auf Bitterling, Steinbeißer, Rapfen und weiteren Fischen. Diese wurden ebenso gefunden wie Schlammpeitzger, Aale, Graskarpfen, Hechte und Barben.

Auch Quappen gibt es den Ergebnissen zufolge. Sie wurden im Lehder Fließ gefunden. Bitterlinge wurden in der Lübbenauer Spree nachgewiesen, Rapfen und Graskarpfen im Leineweberfließ, Hechte, Barben, Bitterlinge und Aale in der Spree im inneren Oberspreewald.

Aale gebe es auch im Bereich der unteren Boblitzer Kahnfahrt. Schleien, Brassen, Karpfen und Rotfedern seien in der Spree im Unterspreewald gesichtet worden. Steinbeißer, Hechte, Aale, Rotfedern, Bachneunaugen und Zander leben im Neuendorfer See, Rotfedern, Bitterlinge und Steinbeißer in der Pretschener Spree.

Fachvorträge gab es  zudem über invasive Fischarten in Brandenburg sowie über die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Gewässerkreuz nahe Schmogrow.  

 Fische gehören bereits seit vielen Generationen zu den begehrten Speisen im  Spreewald.
Fische gehören bereits seit vielen Generationen zu den begehrten Speisen im  Spreewald. FOTO: Andreas Staindl
(asd)