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| 16:55 Uhr

Lübben
Prüfungsstress für Wels und Hecht

Johannes Carmesin (Mitte) gehört zu den 20 Teilnehmern, die ihre Raubfischqualifikation erworben haben. Mario Liebsch (r.) von der Prüfungskommission überreicht ihm das Prüfungszeugnis.
Johannes Carmesin (Mitte) gehört zu den 20 Teilnehmern, die ihre Raubfischqualifikation erworben haben. Mario Liebsch (r.) von der Prüfungskommission überreicht ihm das Prüfungszeugnis. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Guter Fischbestand des Spreewalds lockt Angler an. Im Vorjahr bestanden 60 die Raubfisch-Prüfung beim Kreisanglerverband Lübben.

Raubfische fühlen sich wohl im Spreewald. Wels, Zander, Hecht & Co. finden gute Lebensbedingungen in den Gewässern der Lagunenlandschaft. „Der große Fischbestand spricht für eine hohe Qualität des Wassers“, sagt Burkhard Herzke.

Der Lübbener muss es wissen. Er ist als Kahnfährmann regelmäßig auf den Fließen in und um Lübben unterwegs: „Ich habe schon Welse und Zander im Hafen unseres Fährmannsvereins ‚Flottes Rudel’ gesehen.“ Der Fährmann ist aber auch leidenschaftlicher Angler, sitzt als Beisitzer in der Prüfungskommission des Kreisanglerverbands Lübben -– dem Dachverband von mehr als 30 Anglervereinen in den Altkreisen Lübben und Luckau.

Mario Liebsch engagiert sich als Revisor im Vorstand des Kreisanglerverbands. Der Lübbener ist auch für die Prüfungen zuständig. Sechs Fischereischeinprüfungen gibt es pro Jahr.

Die letzte 2017 fand zwischen Weihnachten und Neujahr statt. Sie ist traditionell die mit den meisten Teilnehmern, wie Mario Liebsch sagt. 20 Leute haben sich der Prüfungskommission gestellt. Sie hatten 60 Fragen in fünf Themenkomplexen zu beantworten. Ein Problem war das offenbar nicht. Alle Teilnehmer haben die Prüfung bestanden und damit die Raubfischqualifikation erworben, so wie die meisten Teilnehmer der Prüfungen im vergangenen Jahr. Von 64 Prüflingen waren 60 erfolgreich. Das Interesse an einer Fischereischeinprüfung lag in etwa im Bereich der Vorjahre.

Seit 2009 führt der Kreisanglerverband die Prüfungen durch. Bis dahin war das Ordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald dafür verantwortlich. 670 Jugendliche, Frauen und Männer haben sich seit 2009 dem Prüfungsstress ausgesetzt; 639 waren erfolgreich. Sie haben damit die erste Voraussetzung erfüllt, um Raubfische in ganz Deutschland aus dem Wasser holen zu dürfen.

Zusätzlich ist pro Jahr ein Fischereiabgabe (in Brandenburg Erwachsene 12 Euro und Kinder 2,50 Euro) zu entrichten. Zudem ist eine Angelberechtigung (Angelkarte) für das zu beangelnde Gewässer notwendig. „Wer einen solchen Schein nicht vorweisen kann, begeht eine Straftat“, sagt Mario Liebsch. „Die Fischereiaufsicht des Landkreises, die Polizei und die Gewässerinhaber kontrollieren regelmäßig. Auch unser Kreisanglerverband hat drei Fischereiaufseher“, so Liebsch.

Der gute Fischbestand lockt auch Angler aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland in den Spreewald. „Angeln ist ein wichtiger Tourismus- und Wirtschaftszweig“, sagt Mario Liebsch. Und Burkhard Herzke ergänzt: „Es gibt immer mehr Welse, Hechte und Karpfen bei uns. Im vergangenen Jahr wurde ein kapitaler Wels von 2,05 Meter Länge in der Spree bei Hartmannsdorf gefangen.“

Die 20 Teilnehmer der letzten Fischereischeinprüfung des vergangenen Jahrs haben jetzt zumindest die rechtlichen Voraussetzungen, um ebenfalls einen imposanten Fisch aus dem Wasser zu holen. Wer mindestens 14 Jahre alt ist, darf sich der Raubfischqualifikation stellen

. Die nächste Prüfung findet am 6. Februar statt. Weitere Termine und Infos sind unter www.dav-spreewaldangler.de im Internet nachzulesen.