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Protestaktion
Asklepios-Beschäftigte fordern mehr Personal

Asklepios Fachklinikum Lübben (Spreewald): Mehr als 60 Beschäftigte hatten sich an ver.di-Protestaktion am 7. Dezember 2017 vor der Asklepiosklinik in Lübben beteiligt.
Asklepios Fachklinikum Lübben (Spreewald): Mehr als 60 Beschäftigte hatten sich an ver.di-Protestaktion am 7. Dezember 2017 vor der Asklepiosklinik in Lübben beteiligt. FOTO: ver.di Cottbus / Ver.di Bezirk Cottbus
Lübben. Die Gewerkschaft Verdi hat mit dem Slogan „Mehr von uns ist besser für alle“ die Beschäftigten der Asklepios Fachklinik Lübben am Donnerstag von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr zu einer Aktion vor dem Haupteingang Klinik aufgerufen. Mit dieser Aktion soll auf den Personalmangel bei Asklepios in Lübben, aber auch in anderen Krankenhäusern aufmerksam gemacht werden, so Gewerkschaftssekretär Ralf Franke. Von red/ho

Die Personaldecke in der Asklepios Fachklinik wie auch in den meisten Krankenhäusern ist so dünn, dass es sehr schwierig ist, die monatlichen Dienstpläne zu erstellen. Bei der Asklepios Fachklinik in Lübben verhandelt der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber seit über einem Jahr in einer Einigungsstelle (§ 76 BetrVG) über eine Arbeitszeitregelung für die Beschäftigten in der Pflege. Diese Arbeitszeitregelung kommt nicht zustande, weil sich die Betriebsparteien, Betriebsrat und Arbeitgeber, nicht zu Mindestbesetzungen einigen können und von Asklepios kein adäquates Ausfallkonzept vorgehalten werde. Grund sei eine zu geringe Personaldecke, heißt es in einer Mitteilung von der Gewerkschaft.

Der Betriebsrat habe nach § 87 Betriebsverfassungsgesetzt (BetrVG) ein Mitbestimmungsrecht bei der Erstellung der monatlichen Dienstpläne. In vielen Fällen konnte der Betriebsrat den monatlichen Dienstplänen aber nicht zustimmen, so dass eine Einigung über die monatlichen Dienstpläne sehr häufig nur in Einigungsstellen nach § 76 BetrVG möglich war, so Verdi. Teilweise seien auch Bettenreduzierungen vereinbart worden.

Die Personalsituation bei Asklepios in Lübben habe sich im Dezember durch weitere erhöhte Krankenstände zugespitzt. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass es bei Asklepios in Lübben kein durchgängiges Konzept für Personalausfälle gebe und kein kontinuierlicher personeller Ersatz bei Krankmeldungen sichergestellt sei. „Schon lange kann der Personalmangel nicht mehr durch individuelles Engagement ausgeglichen werden. Die Beschäftigten merken: Wenn wir es doch versuchen, leiden wir selbst darunter, bis zur Krankheit oder der Flucht aus dem Beruf.“, sagt Ralf Franke.

Der Betriebsrat habe mittlerweile die Dienstplanänderungen abgelehnt, die durch eine zu geringe Personalausstattung und dem fehlenden Ausfallkonzept verursacht wurden. Hierzu seien inzwischen Arbeitsgerichtsverfahren anhängig, heißt es weiter. Den Betriebsrat würden fast täglich Gefährdungsanzeigen erreichen, in denen die Mitarbeiter auch auf die prekäre Personalsituation und die damit verbundenen Konsequenzen bei der Patientenversorgung hinweisen.