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| 14:33 Uhr

Elternproteste
Protest gegen neue Kita-Struktur in Lieberose


Amtsdirektor Bernd Boschan begründet die Versetzung einer Kollegin mit „Bedarfsorientierung“.
Amtsdirektor Bernd Boschan begründet die Versetzung einer Kollegin mit „Bedarfsorientierung“. FOTO: LR / Steven Wiesner
Lieberose. Neu gegründete Elterninitiative will helfen, Qualitätsniveau der pädagogischen Arbeit zu sichern und den Informationsaustausch zu verbessern.

Eltern von Kindern, die den Hort der Lieberoser Grundschule besuchen, haben im Rahmen einer Versammlung des Hortausschusses die Versetzung einer langjährig tätigen Erzieherin sowie die Neustrukturierung der Kita- und Hortleitung im Amt Lieberose/Oberspreewald kritisiert. An der Versammlung nahmen 42 Eltern teil.

Im Rahmen der Versammlung wurde eine Elterninitiative gegründet. Ziel der Initiative ist es, von Elternseite aus mit dazu beizutragen, das Qualitätsniveau der pädagogischen Arbeit zu sichern. Weiteres Ziel ist der bessere Informationsaustausch der Eltern untereinander, so wurde es zunächst einmal mündlich vereinbart.

Anlass, den Hortausschuss einzuberufen, ist der Krankenstand in der Hortbelegschaft. Aktuell sind vier Erzieher krankgeschrieben, der Betrieb wird durch Erzieher, die normalerweise in anderen Einrichtungen, etwa der Kita Lieberose, arbeiten, im Notbetrieb abgesichert. Zuvor war eine langjährig in Lieberose tätige Erzieherin, die bis März 2017 die Einrichtung auch leitete, in die Kita Neu Zauche versetzt worden. Seit April vorigen Jahres werden der Hort der Grundschule Lieberose sowie die Kitas in Lieberose und in Goyatz von einem Leiter gebündelt koordiniert. Zuvor hatte jede der Einrichtungen eine eigene Leitung.

Die Eltern unterstellten in ihren Redebeiträgen nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen den organisatorischen Entscheidungen der Amtsverwaltung und den Krankschreibungen gibt. Sie wollen allerdings bemerkt haben, dass sich das Arbeitsklima im Hort seit der Neustrukturierung verschlechtert hat.

Die Eltern bemängeln, dass durch die Versetzung und die krankheitsbedingte Ersatzbesetzung den Kindern die vertrauten Bezugspersonen fehlen. Außerdem kritisieren sie die Veränderung der Führungsstruktur. Die Teilnehmer der Elternversammlung äußerten den Wunsch, dass die alten Strukturen wiederhergestellt werden, und dass die versetzte Erzieherin wieder an ihrem langjährigen Lieberoser Arbeitsplatz zurückkehren möge. Der stärkste Kritikpunkt der an der Versammlung beteiligten Eltern war die ihrer Meinung nach mangelnde Transparenz und Auskunftsbereitschaft der Amtsverwaltung.

Die Eltern bedauerten auch, dass die Amtsverwaltung trotz Einladung keine Vertreter zu dem Gespräch entsandt hatte.

Amtsdirektor Bernd Boschan nahm auf Nachfrage zu den Kritikpunkten der Eltern Stellung. Die Versetzung der ehemals im Lieberoser Schulhort beschäftigten Pädagogin an eine andere amtsangehörige Einrichtung sei aus rein betrieblichen Gründen „bedarfsorientiert“ erfolgt. Weitere Auskünfte zu der Personalentscheidung könne er aus Gründen der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nicht erteilen. Mit der Umstrukturierung der Leitungsebene strebe die Amtsverwaltung dreierlei an: Zum einen sollen die Erzieher von administrativen Arbeiten entlastet werden, um mehr Zeit für die Kinder zu haben. Dies geschehe durch ein Herauslösen und Bündeln dieser Funktionen. Das Amt als Arbeitgeber strebe mit der Maßnahme zudem eine größere Flexibilität im Personaleinsatz an. Nicht zuletzt werde so eine stärkere Profilierung des pädagogischen Konzepts möglich.

Boschan nannte eine Terminkollision der für Kitas und Horte zuständigen Sachgebietsleiterin Annette Joppich sowie der Urlaub ihrer Stellvertreterin als Begründung, warum die Amtsverwaltung keinen Vertreter zu der Versammlung des Hortbeirats entsandt hatte.

Nächstes Treffen Hortausschuss Lieberose und der Elterninitiative Hort Lieberose am heutigen Dienstag um 19 Uhr im Vereinsraum der Darre