Der Neujahrsempfang des Fördervereins Lieberose ist traditionell die Gelegenheit, einen Ausblick auf die Vorhaben im noch jungen Jahr zu geben. Das hat der Vereinsvorstand um den Vorsitzenden Dieter Klaue auch am Samstag so gehalten. Diesmal fand die Zusammenkunft im Café Markt 6 statt. „Wir ,wandern‘ mit unserem Neujahrsempfang durch die gastlichen Stätten der Stadt“, sagt Dieter Klaue. Dabei ist die Auswahl nicht mehr groß: 2019 war das Café Jambo Veranstaltungsort. Dass es im nächsten Jahr vielleicht wieder das Restaurant in der Darre sein könnte, ist nicht nur die Hoffnung der Vereinsmitglieder. Ein neuer Pächter wird gesucht. Sie hoffen auf Erfolg, um das Bürgerzentrum attraktiver für Besucher zu machen. Zu den Wünschen gehört ebenso, dass der Landkreis Dahme-Spreewald das Barockschloss kauft, um eine Nutzung entwickeln zu können.  Zu einer lebenswerten Stadt, die auch für Neu-Lieberoser  anziehender wird,  gehört die Verbesserung der ärztlichen Versorgung.

Nicht allzu lange haben sich die Vereinsmitglieder beim Resümee aufgehalten, das neue Veranstaltungsprogramm steht für das erste Halbjahr schon in den Eckpunkten. Und wenn es schöner wäre, ein gastronomisches Angebot zu den Veranstaltungen im Bürgerzentrum Darre zu haben, so leidet das kulturelle Angebot nicht unter diesem Manko. Den Auftakt wird es am 8. Februar, 18 Uhr, mit einem Fontane-Abend geben. Das Jubiläumsjahr des märkischen Dichters klingt in Lieberose noch nach, wenn der Schauspieler Bernd Ludwig mit seiner Lesung und der Musiker und Komponist Hannes Zerbe am Klavier ein kurzweiliges Programm gestalten.

Tag der Lieberoser Heide

Der Förderverein setzt in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren fort. Es wird ein Kunstprojekt gemeinsam mit der Comenius-Grundschule geben, die Zusammenarbeit mit den Nachfahren der Jamlitzer Künstler vertieft. Gemeinsam mit der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, der INA Lieberoser Heide GmbH und dem Förderverein Nationalpark Lieberoser Heide wird am 15. Februar von 10 bis 16 Uhr der Tag der Lieberoser Heide stattfinden.

Das Veranstaltungsprogramm bietet Anregendes und Unterhaltsames. Bei „Becker trifft Becker“ wird es am 28. März um Reiseeindrücke aus Russland gehen, die der Radduscher Peter Becker auf seinen Reisen mit der Fotokamera eingefangen hat. Dazu singt und liest der Lieberose verbundene Schauspieler Michael Becker aus Cottbus. Er wird Lebens-Geschichten aus seinen Büchern beisteuern und über sein Verhältnis zu den Russen sprechen.

„Wein, Weib und Gesang“

Drei musikalische Programme sind schon fest terminiert. Mit dem Berliner Quartett „Monsieur Pompadour“ geht es am 18. April heiter zu bei Liedern über die Liebe und das Leben. Das Lübbener Gesangs- und Gitarren-Duo Rainer und Janine + Cello wird am 13. Juni internationale Songs aus Folklore, Rock und Pop spielen. Bei der Festveranstaltung zu 500 Jahre Schulenburg-Herrschaft in Lieberose im vergangenen Jahr hatte das Duo die Besucher mit seinem kurzen Programmausschnitt begeistert. „Wein, Weib und Gesang“ ist dann im zweiten Halbjahr das Motto des Brandenburgischen Kammerorchesters, das am 23. August in der Darre aufspielt.

Ein Glanzlicht des Veranstaltungsjahrs 2020, das über die Stadt hinaus Besucher anziehen soll, wird das Internationale Drehorgeltreffen in Lieberose am 3. Mai als krönender Abschluss zur Ausstellung „Drehorgel & Co.“ vom 1. März bis 26. April in der Galerie der Darre. „Musikautomaten aus drei Jahrhunderten werden zu sehen sein“, kündigt Dieter Klaue an. Die Idee dazu kommt von einem Neu-Lieberoser:  Roland Wolf. Mit seinen Drehorgeln hat er schon so manche Veranstaltung in der Stadt begleitet. Der Transport der schweren Musikinstrumente in den Ausstellungsraum werde allerdings zur Herausforderung, so der Vereinsvorsitzende.  „Die Details zum Drehorgeltreffen, zu dem auch Orgelspieler aus der Schweiz und England erwartet werden, wollen wir am 16. Januar bei einem Treffen mit Bürgermeisterin Petra Dreißig besprechen“, sagt er.

Die beiden Ausstellungen, die dann folgen, sind schon terminiert. Vom 9. Mai bis 28. Juni wird die Wanderausstellung „25 Jahre Truppenabzug der sowjetischen Streitkräfte“ gezeigt, im Juli und August sollen Landschafts- und Makroaufnahmen von Peter Arndt vorgestellt werden.

Viele Ideen

Beim Neujahrsempfang gab es eine lebhafte Diskussion zu den Veranstaltungsplänen des Fördervereins. „Es gibt mehr Ideen, als in den Zeitplan für 2020 passen!“, sagt Dieter Klaue, der sich über eine konstante Zahl von mehr als 40 Mitgliedern freut – darunter einige neue, die zu einer Verjüngung beitragen. Es gibt Vorschläge, beispielsweise zu einigen Veranstaltungen Trödelmärkte zu organisieren. Und weitere Publikationen sind geplant, so in Zusammenarbeit mit dem Historiker  Andreas Weigelt. Aber auch  Aktivitäten wie der Frühjahrsputz im Schloss in Vorbereitung auf Führungen in der Saison sowie Arbeitseinsätze in der Darre und auf der Bismarck-Höhe gehören zum Vereinsleben. Weitere drei historische Gebäude sollen eine Beschilderung bekommen. Und das Theater 89 will erneut in der Kulisse des Schlosshofs spielen. Das Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ nach Heinrich von Kleist soll es diesmal sein. „Dafür sind wir gegenwärtig noch auf der Suche nach Sponsoren“, sagt Dieter Klaue.

Informieren können sich Interessierte über die Aktivitäten des Fördervereins im Stadtjournal, das im März 24 Jahre alt wird. Die Gestaltung ist seit Ende des vergangenen Jahres in professionelle Hände gelegt worden. Klaus Zinnecker, ebenfalls seit einiger Zeit in Lieberose ansässig, kümmert sich nun um das Layout.

Der Förderverein ist außerdem im Internet präsent – auf der eigenen Homepage unter  www.lieberose-niederlausitz.de sowie bei Facebook und bei Instagram.