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Probefliegen auf der Graspiste in Groß Leuthen

Groß Leuthen. Zwei Anwohner wollen sich in der Gemeinde Groß Leuthen einen eigenen Flugplatz bauen. Bei Naturschützern und Gemeindevertretern stößt dies auf wenig Gegenliebe. red/dpa/bt

Heute gibt es einen Feldversuch.

Die Gemeindevertretung des Amts Märkische Heide (Dahme-Spreewald) will am Montag in einer Sondersitzung über den beantragten Privat-Flugplatz entscheiden. Zuvor werde es am Sonntag (12 Uhr) Probeflüge auf der für die Graspiste vorgesehenen Wiese in Groß Leuthen geben, teilt die Gemeinde auf ihrer Webseite mit. "Interessierte Bürger können Start und Landung von der Neuen Straße aus verfolgen", heißt es dort.

"Es gibt diesen Antrag auf eine Genehmigung dieser Graspiste bei der Luftfahrtbehörde", bestätigte Steffen Streu, Sprecher des Verkehrsministeriums am Freitag. "Nun muss sich die Gemeinde im Rahmen des Beteiligungsverfahrens dazu äußern."

Beantragt hat die Buckelpiste der Betriebsleiter der Flughafengesellschaft FBB, Elmar Kleinert. Er will die private Bahn gemeinsam mit einem befreundeten Hobbyflieger nutzen.

Doch die Chancen in der Gemeindevertretung stünden schlecht, sagte der Büroleiter von Landrat Stephan Loge (SPD) auf Anfrage. "Nach unserem Wissensstand gibt es dafür in der Gemeindevertretung derzeit keine Mehrheit", sagte Heiko Jahn. Die Gemeinde war am Freitag nicht zu erreichen.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Brandenburg ist gegen den privaten Landeplatz. "Viele seltene Vogelarten wie der Weißstorch, der Fischadler, der Kranich und die Rohrdommel haben hier ihren Lebensraum", sagte Landesvorsitzende Carsten Preuß. "Bau und Betrieb des Landeplatzes würden sich negativ auf die hier vorkommenden Arten und Biotope auswirken", ergänzte er. Zudem sei eine Beeinträchtigung des Tourismus in der Gemeinde zu befürchten.