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Premiere an Zauer Hellerquelle

Osterwasser bester Qualität: Einst als Quelle für frisches Trinkwasser in Zaue geschätzt, nimmt Dörte Wernick eine Wasserprobe aus der Hellerquelle.
Osterwasser bester Qualität: Einst als Quelle für frisches Trinkwasser in Zaue geschätzt, nimmt Dörte Wernick eine Wasserprobe aus der Hellerquelle. FOTO: J. Golombek/jgk1
Zaue. Einen besonderen Ostergottesdienst werden die Zauer Christen am Sonntagmorgen feiern. Schon um 6.30 Uhr will sich die Gemeinde an der Hellerquelle am Ufer des Schwielochsees versammeln und auf den Sonnenaufgang warten. Jens Golombek / jgk1

"Dann schöpfen wir das Osterwasser, das wir zur Tauferinnerung mit in die Kirche nehmen und dort in unseren Taufstein gießen wollen", kündigt Dörte Wernick vom Pfarramt an. Die Kirche in Zaue ist, wie alle alten Kirchen, nach Osten ausgerichtet, hin zur aufgehenden Sonne, dem Symbol für die Auferstehung. "Darum wollen wir in diesem Jahr wie viele andere Gemeinden auch den Ostergottesdienst mit der aufgehenden Sonne beginnen."

Das Holen des Osterwassers ist ein religiöser Volksbrauch, der schon existierte, bevor das Christentum von den Zisterziensermönchen in die Spreewaldregion gebracht wurde. Die Symbolik des Lebens durch Wasser, dem als Osterwasser besondere Heilkräfte nachgesagt werden, ließ sich leicht mit der Auferstehungssymbolik verbinden und ist nun fester Bestandteil der Auferstehungshoffnung des Lukasevangeliums.

"Ich hatte mich allein schon durch die Lage dieser Quelle am Fuße des zur aufgehenden Sonne zeigenden Weinberghanges länger zu diesem Tag inspirieren lassen" erinnert sich die ordinierte Gemeindepädagogin. Der Vorschlag von Gemeindemitgliedern traf daher sofort auf offene Ohren.

Neben der religiösen und kulturhistorischen Vorbereitung kümmerte sich Dörte Wernick auch um ganz praktische Fragestellungen. "Ich wollte nämlich einfach mal wissen, ob unser Zauer Quellwasser auch den aktuellsten Bestimmungen und Grenzwerten gerecht wird."

Andere Faktoren liegen wiederum nicht in der Macht der Zauer Pfarrerin. "Sollten uns dicke Wolken die Sicht auf den Sonnenaufgang versperren, ist das nicht so schlimm. Die Uhrzeit ist längst bestimmt. Und wenn es regnen sollte, dann sind wir halt noch schneller wieder in der Kirche und beim anschließenden gemeinsamen Osterfrühstück", sagt die ordinierte Gemeindepädagogin.