Wir sagen danke und bitte, verletzten andere nicht mit Worten, wissen uns in der Öffentlichkeit und zu Hause zu benehmen" - ein frommer Wunsch, der nicht immer klappt. Sozialarbeiter der Planungsregion 4 im Landkreis Dahme-Spreewald haben zumindest die Grundlagen gelegt. "Benimm ist in" ist ihr Jahresprojekt, das am Samstag in Straupitz abgeschlossen wurde.

14 Kinder zwischen zehn und 12 Jahren haben sich an allen vier Workshops des Projekts beteiligt. Sie kommen aus den Ämtern Lieberose/Oberspreewald, Märkische Heide und Unterspreewald sowie der Stadt Lübben. "Das gemeinsame Projekt von Kindern verschiedener Grundschulen erleichtern ihnen den Übergang zur Sekundarstufe I", sagt Stefanie Gullnick. "Sie haben dann weniger Anlaufschwierigkeiten, wenn sie ab der siebenten Klasse mit Schülern anderer Schulen gemeinsam lernen. Und sie erfahren, wie man sich benimmt, wie man andere Menschen respektiert und achtet." Die Jugendsozialarbeiterin hat das Projekt gemeinsam mit der Sozialarbeiterin Anke Schönmuth organisiert und durchgeführt.

Die Teilnehmer waren auf dem Bahnhof, haben sich von dortigen Mitarbeitern richtiges Verhalten erklären lassen. Sie haben Knigge-Regeln gelernt, etwa gutes Benehmen am Tisch. Und sie waren im Deutschen Bundestag, haben dort Regeln des verbalen Austauschs kennengelernt. "Ich finde es super, dass es ein solches Angebot für uns gibt", sagt Hanna-Marie Tobela. "Das ist nicht selbstverständlich", sagt die Siebtklässlerin aus Wittmannsdorf. Sie war auch vom vierten und letzten Workshop am Samstag begeistert.

Dort hat sie mit anderen Teilnehmern gekocht, Tischdekorationen gebastelt oder Tische eingedeckt. "Das Filetschneiden war ziemlich anspruchsvoll", sagt Hanna-Marie. Vielleicht auch schon ein Vorgriff auf ihren späteren Beruf: "Ich möchte Gerichtsmedizinerin werden", erzählt sie.

Michelle Korczak will vor allem "gut kochen können. Ich möchte ja meine Familie später nicht nur mit Tütensuppen ernähren", sagt die Sechstklässlerin aus Gröditsch. Für sie war der Kochworkshop etwas Neues. "Bisher konnte ich mir noch nicht mal Nudeln kochen", erzählt Michelle, "jetzt traue ich es mir zu."

Sebastian Traugott hat die Kinder fachlich unterstützt. "Ich konnte schon vorher ein bisschen kochen, habe aber jetzt viel Neues dazugelernt", erzählt die Sechstklässlerin Stacy-Marie Wrede-Schlenkrich aus Gröditsch.

Auch Gemma-Louisa Freigang hat das Projekt viel gebracht. "Ich benehme mich jetzt anderes als vor einem Jahr, versuche, keine Ausdrücke mehr zu sagen und damit andere Leute zu beleidigen", sagt die junge Freiwalderin. "Und ich koche jetzt hin und wieder zu Hause, decke den Tisch ein", sagt Gemma-Louisa.

Sozialarbeiterin Stefanie Gullnick ist mit dem Jahresprojekt zufrieden. "Die Teilnehmer haben nicht nur engagiert bei den Workshops mitgemacht, es sind auch Freundschaften entstanden", sagt sie.