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| 02:50 Uhr

Porträt des Landrats kehrt zurück

Museumsleiterin Christina Orphal freut sich, dass das Porträt des ehemaligen Lübbener Landrats Erich von Reden in die Sammlung des Hauses eingehen wird. Hans-Manfred Rahtgens (l.) hat es im Namen seiner Frau Elisabeth, geborene von Reden, im Beisein von Carl-Heinz Klinkmüller (r.), stellvertretender Landrat, und Olaf Damm, Vorsitzender des Ausschusses für Bau und Umwelt, übergeben.
Museumsleiterin Christina Orphal freut sich, dass das Porträt des ehemaligen Lübbener Landrats Erich von Reden in die Sammlung des Hauses eingehen wird. Hans-Manfred Rahtgens (l.) hat es im Namen seiner Frau Elisabeth, geborene von Reden, im Beisein von Carl-Heinz Klinkmüller (r.), stellvertretender Landrat, und Olaf Damm, Vorsitzender des Ausschusses für Bau und Umwelt, übergeben. FOTO: I. Hoberg
Lübben. Nachlässe sind für das Stadt- und Regionalmuseum im Schloss zu Lübben eine wichtige Quelle, die Sammlung zu erweitern, die von April 1945 bis 1996 auf 20 Objekte geschrumpft war. Mit der Schenkung eines Porträts des ehemaligen Lübbener Landrats Erich von Reden aus Familienbesitz ist ein wichtiges Zeugnis der Geschichte ins Haus gekommen. Ingrid Hoberg

Es ist ein spannender Moment: Auf dem Tisch im Büro von Museumsleiterin Christina Orphal liegt ein großes Paket. Der Hamburger Hans-Manfred Rahtgens hat es gut verpackt in seinem Auto mitgebracht und übergibt es im Namen seiner Frau Elisabeth, geborene von Reden, und deren Familie an das Lübbener Museum. Carl-Heinz Klinkmüller, stellvertretender Landrat, und Kreistagsabgeordneter Olaf Damm helfen beim Auspacken und das Porträt des ehemaligen Landrats im Kreis Lübben, Erich von Reden, kommt zum Vorschein. Er war eine beeindruckende Persönlichkeit, so hat es der Künstler vermittelt.

Neben dem Bildnis steht das Familienwappen und Carl-Heinz Klinkmüller entziffert zur Überraschung für Christina Orphal den Künstler, der den Landrat (1917 bis 1933) porträtierte: F. Lippisch. "Das ist Franz Lippisch, der in Jamlitz lebte und dort eine Künstlerkolonie gegründet hatte. Bisher haben wir in unserem Bestand noch kein Gemälde von ihm", stellt die Museumschefin fest.

Wahrscheinlich war das Bildnis Ende der 1920er Jahre in Auftrag gegeben und gemalt worden, denn als die Nazis an die Macht kamen, musste Erich von Reden gehen. "Er zog mit seiner Familie nach Magdeburg. Meine Großmutter, die damals bei der Familie angestellt war, fuhr mit und richtete den neuen Hausstand mit ein", sagt Christina Or phal. Dass das Gemälde von der Familie von Reden nach dem Krieg mit auf die Flucht genommen wurde, ergänzt Rahtgens. Seine Schwiegermutter Ilse-Gisella von Reden, hatte sich nicht davon trennen wollen. Nach ihrem Tod im November 2013 entschied die Familie, dass es dorthin "zurückgebracht wird, wo es hingehört". Im nächsten Jahr wollen er und seine Frau, die Enkelin des Landrats, nach Lübben kommen und schauen, welchen Platz das Porträt im Museum gefunden hat.

Kommentar: Schätze in Familienhand

Zum Thema:
Die Sonderausstellung "Wie wir Preußen wurden. Das Ende des Markgrafentums Niederlausitz", eine Partnerausstellung zu "Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft", ist noch bis 2. November im Museum Schloss Lübben zu sehen. Geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Am Samstag, 30. August, findet das Museumsfest mit Weinmarkt am Schloss statt. Unter dem Motto "Jenauso war's!" gibt es Stadtführungen mit historischen Szenen. Weitere Infos unter www.museum-luebben.de .