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| 15:42 Uhr

Wasserpolizei warnt vor Betreten von Eisflächen
Polizei rettet Kinder aus Sumpf bei Wernsdorf

Wernsdorf. In einem Sumpfgebiet bei Wernsdorf sind am Dienstag zwei Kinder stecken geblieben. Ein Polizeihubschrauber und weitere Einsatzkräfte suchten nach den zwei Mädchen im Alter von 9 und 13 Jahren. „Sie konnten sie und einen Hund schließlich im Schilf des Sumpfes finden und aus dem Eis befreien“, erklärte Polizeisprecher Torsten Wendt. Die Kinder wurden zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht, so der Sprecher weiter. Die Polizei bittet aus diesem Anlass Eltern, mit den Kindern über die Gefahren zu sprechen. Hintergrund ist, dass der anhaltende Frost der letzten Tage die Gewässer zunehmend mit einer Eisschicht überzogen. „Die Wasserschutzpolizei der Direktion Süd hat daraufhin ausdrücklich vor dem Betreten der Eisflächen gewarnt. Es besteht Lebensgefahr, die leider in jedem Jahr auch von Erwachsenen unterschätzt wird, was zu Unfällen führt“, erklärt Torsten Wendt.

Die Eisstärken können sehr unterschiedlich sein. Sie hängen zum Beispiel vom Gewässer, von möglichen Strömungen oder Sonneneinstrahlungen und von der Beschaffenheit des Eises ab. Einmal eingebrochen, kann sich ein Mensch in der Regel maximal nur etwa drei Minuten über Wasser halten. „Dann verlassen ihn die Kräfte und er ist ohne sofortige und professionelle Hilfe verloren“, so der Polizeisprecher.

Hinweise der Wasserschutzpolizei:

- In Brandenburg werden keine natürlichen Eisflächen zum Betreten freigegeben

- Ein Betreten der Eisflächen erfolgt immer auf eigene Gefahr

- möglichst Kunsteisflächen nutzen

- Eis nur betreten, wenn die Eisdicke auch bekannt ist

- Eis sofort verlassen, wenn es knackt oder knistert, Gruppen auf dem Eis dann sofort auflösen

- Besondere Vorsicht an Brückenpfeilern, unter Brücken, an Stegen, Schilf und ähnlichem

- Kinder nie unbeaufsichtigt lassen

- Eis auf fließenden Gewässern meiden

- von Fahrrinnen und aufgebrochenem Eis fernhalten

- Eis nicht bei Dunkelheit oder schlechter Sicht betreten

- Eisflächen nie allein (zum Beispiel zweite Person am Ufer zur Beobachtung) oder an abgelegenen, nicht einzusehenden Stellen betreten, um im Notfall Hilfe zu bekommen

- mit Kindern die Notrufnummern 110 und 112 üben

Sollten Personen eingebrochen sein, ist eine Rettung sorgfältig vorzubereiten, unüberlegte Handlungen führen zu einer zusätzlichen Gefährdung der Retter.

Alarmieren sie als erstes die Feuerwehr (112) oder die Polizei (110) bevor sie eigene Rettungsversuche unternehmen (Zeitfaktor).

Versuchen sie eine Rettung möglichst vom Ufer aus mit einem langen Seil/ Rettungsring, einer Stange oder Leiter. Auf dem Eis legen sie sich flach auf das Eis und verteilen ihr Gewicht so auf eine möglichst große Fläche. Nutzen sie dazu z.B. auch eine Leiter. Meiden sie die unmittelbare Einbruchsstelle, dort ist das Eis sehr brüchig. Sichern sie sich bei Rettungsversuchen möglichst selbst mit einer Leine.