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Polizei macht Theater gegen dreiste Betrüger

Man kann die Warnung vor ominösen Anrufern und angeblichen Verwandten nicht oft genug aussprechen. Vor allem ältere Menschen fallen auf die Enkeltricks herein.
Man kann die Warnung vor ominösen Anrufern und angeblichen Verwandten nicht oft genug aussprechen. Vor allem ältere Menschen fallen auf die Enkeltricks herein. FOTO: Julian Stratenschulte (dpa)
Königs Wusterhausen. Mit ungewöhnlichen Methoden wollen Beamte im Spreewald potenzielle Opfer von Trickbetrügern warnen und vor allem die Tückische Masche des Enkeltricks sensibilisieren. Jan Siegel

Weil die Attacken von Trickbetrügern immer massiver und dreister werden, will die Polizei in König Wusterhausen (Dahme-Spreewald) ihre Informationsmethoden verändern.
Speziell im Visier dabei die Masche, bei der falsche Verwandte - oft vermeintliche Enkel - bei ihren Opfern anrufen und sie um größere Geldbeträge bitten. Die Täter gehen geschickt vor. Ihre erste Frage am Telefon lautet fast immer "Hallo, weißt du, wer am Telefon ist?"
Erst diese Woche hat ein Fall in Cottbus für Schlagzeilen gesorgt. Dabei war ein Rentner (82)von einer falschen Schwiegertochter um Tausende Euro gebracht worden.
Die Beamten in Königs Wusterhausen setzen auf die Kraft des Schauspiels.
Für diese besondere Art von "Gaunerkomödien" suchen die Polizeiaufklärer jetzt öffentlich nach Laiendarstellern. Bewerber sollten mindestens 55 Jahre alt sein und natürlich Spaß am Schauspielern haben. Sie sollen dann bei einer Theatertour durch Seniorenwohnheime und andere bei Betreuungsvereinen auftreten.
Einmal wöchentlich soll ab Mitte August in einem Bürgertreff am Fontaneplatz in Königs Wusterhausen geprobt werden. Los geht es am 17.?August, dann will die Polizei bei einer ersten Zusammenkunft Interessierte über die Theateridee informieren. Geplant ist zunächst eine Tournee durch den Landkreis Dahme-Spreewald führen. Wann die Tour genau beginnt, ist steht noch nicht fest.
Drehbücher für verschiedene Stücke lägen schon vor, hieß es von den Organisatoren.

Zum Thema

Am 17. August lädt Polizeikommissar Andreas Pauli von der Beratungsstelle der Polizei und ein Vertreter vom "Netzwerk Verkehrssicherheit Brandenburg" zwischen 13 Uhr und 15 Uhr alle Neugierigen zu einer ersten Informationsveranstaltung ein.

Bis dahin können sich Interessenten mit ihren Fragen auch an die Beratungsstelle der Polizei unter der Telefonnummer 03375-2701082 wenden.