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Platz in Kita wie Hort ist Mangelware

ARCHIV - Eine Erzieherin liest am 16.10.2013 mit Zwillingen ein Buch in einer Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hannover (Niedersachsen). Die von einer Volksinitiative geforderte dritte Betreuungskraft in allen niedersächsischen Kindertagesstätten, Krippen und Horten würde rund 530 Millionen Euro pro Jahr kosten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu lni "Landesweite dritte Kita-Kraft würde 530 Millionen pro Jahr kosten" vom 21.03.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Eine Erzieherin liest am 16.10.2013 mit Zwillingen ein Buch in einer Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hannover (Niedersachsen). Die von einer Volksinitiative geforderte dritte Betreuungskraft in allen niedersächsischen Kindertagesstätten, Krippen und Horten würde rund 530 Millionen Euro pro Jahr kosten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu lni "Landesweite dritte Kita-Kraft würde 530 Millionen pro Jahr kosten" vom 21.03.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Julian Stratenschulte (dpa)
Lübben. Wer in Lübben gegenwärtig einen Antrag auf einen Kinderbetreuungsplatz stellt, muss sich in Geduld üben. Kommunale Häuser wie Einrichtungen in privater Trägerschaft sind an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Auch Schulen platzen aus allen Nähten. Ein Handlungskonzept ist dringend geboten. Ingrid Hoberg

"Wenn früher eine junge Familie nach Lübben zurückkehrte war sie gut mit Kita-Plätzen versorgt", sagt Elke Lubotta, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Eine Einrichtung aussuchen, das geht jetzt nicht mehr. Stattdessen gibt es Wartelisten. Die Statistik, die von der Verwaltung für die Beratung des Bildungsabschlusses am Montag vorbereitet worden war, spricht eine klare Sprache. Zum Stichtag 1. März gab es in allen Kindereinrichtungen der Stadt nur noch wenige frei Plätze - und dann nur im Bereich für Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren.

"Wir haben eine konstant hohe Auslastung bei zu geringer Kapazität", stellt Fachbereichsleiter Sebastian Hoffmann zur Situation in den Kitas und den städtischen Schulen fest. Aus der Analyse geht hervor, dass in beiden Horten die Räume nicht ausreichen, sich an der Situation jedoch nicht ändern wird. Es wird mit einer befristeten erhöhten Betriebserlaubnis gearbeitet, die für das kommende Schuljahr noch erhöht werden muss. Ansonsten können nicht alle Anträge erfüllt werden. Schwerpunkte aus Sicht der Verwaltung sind die Kitas "Unter den Linden" und "Waldhaus", die von den Eltern stark nachgefragt werden. Außerdem soll in Treppendorf das Bebauungsgebiet Heideweg erschlossen werden - und es ist mit einer weiter steigenden Nachfrage zu rechnen.

Die Verwaltung hat in ihrem Papier auch Lösungsansätze angeregt. Dazu gehört ein Ersatzneubau mit Kapazitätserweiterung für das "Waldhaus". Für die Horte müssten weitere Räume geschaffen werden. Da in der 2. Grundschule keine weiteren Räume zur Verfügung stehen, müsste für die Hortbetreuung eine Doppelnutzung ermöglicht werden. Dass das keine Ideallösung ist, darüber waren sich die Ausschussmitglieder einig. Für solch eine Zwischenlösung würde es auch wieder nur eine befristete Genehmigung geben, so die Stadtverwaltung.

Der zweite Verwaltungsvorschlag sieht vor, dass alle Hortkinder der 2. Grundschule dort in der Schule betreut werden. Das wären etwa 180 Mädchen und Jungen aus den Kitas "Spreewald" und "Gute Laune". Es müsste Platz für 180 Kinder vorhanden sein. Dann könnten die freien Hortplätze der "Guten Laune" für Kindergartenknirpse genutzt werden. Die Räume für den Hort der 1. Grundschule sollten erweitert werden.

In die Diskussion bringen die Steinkirchener ihre Idee von einer eigenen Kita in ihrem Ortsteil ein. "Die Eltern wollen ihre Kinder in einer eigenen Einrichtung haben", sagt Ortsvorsteher Franz Richter. Er verweist darauf, dass es einen privaten Investor gibt, der Interesse an dem Vorhaben hat. "Mitte nächsten Jahres könnte die Kita mit 40 Plätzen stehen", sagt er.

"Die Zeit rennt uns weg. Wir müssen parallel planen", erklärt Marco Sell (CDU/Grüne Fraktion), Abgeordneter und Elternvertreter der 1. Grundschule. Er lobt die Eltern der Schule, die die aktuelle Situation besonnen begleiten. "Der Ball ist im Spielfeld. Die Fraktionen müssen nun beraten, ehe wir im Fachausschuss weiter diskutieren", sagt Peter Rogalla (Die Linke). "Es werden Mehrheiten gebraucht."

Kommentar: Weise Voraussicht ist gefragt

Zum Thema:
Kita-Anträge werden laut Stadtverwaltung in den jeweiligen Einrichtungen nach dem Eingangsdatum registriert und vergeben. Für das Kindergartenjahr 2015/16 sieht es in den städtischen Einrichtungen wie folgt aus: Kita "Spreewald": ca. 40 Schulanfänger/40 Neuanträge; Kita "Unter den Linden": ca. 20/42; Kita "Waldhaus": 4/11; Hort 1. Grundschule: ca. 25 Abmeldungen/50 Neuanträge; Hort 2. Grundschule: 10/40. In den Einrichtungen in freier Trägerschaft liegen so viele Anträge vor, dass die frei werdenden Plätze belegt sind. Einzig in der evangelischen Kita "Regenbogen" gibt es noch freie Plätze, da nach dem Ausbau die Kapazität erweitert wird. Sie soll von 40 auf 80 Plätze steigen.