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| 15:47 Uhr

Spende rettet Leben
Plattkower ist zurück im Leben

Bianka und Patrick Bullack können wieder lachen. Dank einer Stammzellenspende kann der junge Mann den Blutkrebs besiegen.
Bianka und Patrick Bullack können wieder lachen. Dank einer Stammzellenspende kann der junge Mann den Blutkrebs besiegen. FOTO: Andreas Staindl
Plattkow. Patrick Bullack sagt dem Blutkrebs den Kampf an – dank einer Stammzellenspende. Von Andreas Staindl

Der junge Mann aus Plattkow (Märkische Heide) war zwar nie wirklich weg, doch die Gefahr war groß. Gerade mal 30 Jahre alt, erkrankte er an einer besonders aggressiven Form des Blutkrebses. Diese Diagnose bekam er am 6. September des vergangenen Jahres. Was dann geschah „ging so schnell, dass wir kaum Zeit hatten, einen klaren Gedanken zu fassen“, sagt Bianka Bullack.

Chemotherapie – die erste schon einen Tag nach der Diagnose. Die täglichen Fahrten zu ihm ins Krankenhaus in Frankfurt (Oder), stundenlange Aufenthalte am Krankenbett. Der eigene Nachwuchs, der seine Eltern braucht, den Vater wegen der Ansteckungsgefahr aber nicht besuchen durfte. Das Leben der vierköpfigen Familie geriet aus den Fugen. Die junge Frau funktionierte – auch mithilfe von Familie und Freunden. „Sie haben mir den Rücken freigehalten. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.“ Aufgeben war keine Option. Sie und ihr Mann hatten doch die Zukunft noch vor sich. Die zwei kleinen Kinder machten das Familienglück perfekt. Doch die plötzliche Schock-Diagnose berührte Verwandte, Freunde, auch völlig unbekannte Menschen. Das Schicksal der jungen Familie bewegte die Menschen.

Nur ein Stammzellenspender konnte das Leben von Patrick Bullack retten. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) war längst mit im Boot. Freunde und Familie des schwer Erkrankten wollten selbst aktiv werden. Sie gründeten eine Initiativgruppe und organisierten eine Registrierungsaktion in Lübben, für die sie 120 ehrenamtliche Helfer mobilisierten. Der Erfolg der Aktion war enorm. 1153 Menschen haben sich im November des vergangenen Jahrs als Stammzellenspender registrieren lassen (die RUNDSCHAU berichtete).

Bianka Bullack war damals von der großen Resonanz „völlig überwältigt“. Auch jetzt, sieben Monate später ist es für sie immer noch „Wahnsinn, wie viele Menschen sich während dieser Aktion registrieren ließen. Ich habe nicht mit einer so krassen Unterstützung gerechnet.“ Der passende Spender für ihren Mann war zwar nicht dabei, einen Treffer gab es allerdings dennoch. „Schon deshalb hat sich die Registrierungsaktion gelohnt“, sagt Bianka Bullack.

Auch für ihren Ehemann wurde inzwischen ein Spender gefunden. Er soll 38 Jahre alt sein und wahrscheinlich in Deutschland leben. Mehr Informationen über den Spender gibt es erst nach zwei Jahren. „Wir würden ihn gern kennenlernen“, sagt Patrick Bullack. Die Stammzellen des bisher Unbekannten verträgt er gut. Am 6. Dezember des vergangenen Jahres hat er diese transplantiert bekommen. Anfangs alle zwei Tage, inzwischen alle zwei Wochen, und das vorerst ein Jahr lang, muss der junge Familienvater zur Kontrolle. „Mein Körper nimmt die Stammzellen gut an.“ Noch ist er geschwächt, die Medikamente setzen ihm zu, doch es wird fast täglich besser. „Er macht schon wieder leichte Arbeiten im Garten“, erzählt Bianka Bullack. Und, dass sie jetzt noch mehr auf Hygiene achten, immer Desinfektionsmittel in Reichweite haben, größere Menschengruppen meiden und der junge Mann bei großer Staubbelastung einen Mundschutz tragen muss, damit er möglichst gesund bleibt. „Ich muss einfach Geduld haben und gut auf mich aufpassen“, sagt Patrick Bullack.

Sein Schicksal hat das Thema Stammzellenspende noch mehr ins Bewusstsein der Menschen in der Region gerückt. Allein in Lübben inklusive der Ortsteile sowie in umliegenden Gemeinden hat sich die Zahl der registrierten Menschen nach der Spendenaktion etwa verdoppelt.

Mehr als acht Millionen Menschen sind als Stammzellenspender bei der DKMS registriert. Sie ermöglichen damit vielen Blutkrebspatienten eine zweite Lebenschance. Patrick Bullack hat diese Chance bekommen und ist „sehr dankbar“ dafür.