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Planung für Bukoitza geht weiter

Lübben. Bei Lübbenern, aber auch Spreewaldbesuchern ist das denkmalgeschützte Gasthaus Bukoitza im Biosphärenreservat Spreewald als beliebtes Ausflugslokal noch in guter Erinnerung. Es liegt direkt am viel genutzter Rad- und Wanderweg am Eichenkanal und ist inzwischen ein Sanierungsfall. Ingrid Hoberg

Ein Investor will das historische Gebäude zum Teil instand setzen und außerdem erweiteren. Auf dem Weg, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung eines Beherbergungsbetriebs im Bereich Bukoitza zu schaffen, bereitet die Stadt Lübben gegenwärtig den nächsten Schritt vor - die Stadtverordneten hatten im April 2016 die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen.

Im Bauausschuss ist nun der Entwurfs- und Offenlegungsbeschluss vorgestellt worden. Wie Henry Beyer von der Stadtplanung erläuterte, soll ein Beherbergungsbetrieb mit zehn Ferienwohnungen entstehen. "Die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Gasthauses und die bauliche Erweiterung des Standorts ist eine gute Ergänzung der bestehenden touristischen Infrastruktur der Stadt", heißt es im Papier der Stadtplanung.

"Das Vorhaben ist uns zweimal vorgestellt worden, zweimal gab es keine Aussagen zur Qualität der Umsetzung", monierte der Abgeordnete Andreas Rieger (CDU/Grüne) im Bauausschuss. "Gibt es Vorstellungen, welche Instrumente zur Qualitätssicherung eingesetzt werden könnten?", fragte er.

Henry Beyer verwies auf eine spreewaldtypische Gestaltung und darauf, dass Weiteres im Zuge der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange erfolge. Dann müsse der Bauherr sein Vorhaben vorstellen. In einem städtebaulichen Vertrag könnten die Voraussetzungen geregelt werden. Bauamtsleiter Frank Neumann erklärte, dass bisher dem Bauherrn noch nie Vorgaben zur Qualität der Baustoffe und zur Nachhaltigkeit gemacht wurden.

Sabine Minetzke (Pro Lübben) betonte, dass das Hauptgebäude unter Denkmalschutz stehe und somit sowieso Abstimmungen mit den Behörden notwendig sind. Es sei nicht möglich, dem Investor alles vorzuschreiben. "Ich finde es toll, dass jemand da draußen etwas machen will und wir sollten es nicht zerreden", sagte sie. Dem stimmte auch Andreas Rieger zu: "Wir wollen den Investor unterstützen, das Vorhaben ist gut", sagte er und regte dafür beispielsweise einen Gestaltungsbeirat an.

Bereits im Februar hatte es eine Vorabstimmung mit Behörden und weiteren Trägern öffentlicher Belange gegeben, die besonders von den Vorhaben berührt sind. Dazu gehören beim Landkreis Dahme-Spreewald die Untere Naturschutzbehörde, die Untere Wasserbehörde und das Amt für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Tourismus sowie das Landesamt für Umwelt mit mehreren Abteilungen, das Biosphärenreservat, der Landesbetrieb Forst Brandenburg (Untere Forstbehörde) sowie die Stadtentwässerung Lübben.

Die Öffentlichkeit war auf einer Informationsveranstaltung am 28. Februar über Ziel und Zweck sowie voraussichtliche Auswirkungen der Planung unterrichtet worden, teilt die Stadt mit. Bis 28. März konnten die Unterlagen eingesehen und Stellung genommen werden. Hinweise wurden in den Entwurf eingearbeitet, der nun offengelegt werden soll. Den Entwurfs- und Offenlegungsbeschluss fordert das Baugesetzbuch.

Zum Thema:
Der Entwurfs- und Offenlegungsbeschluss zum Bebauungsplan für "Bukoitza - Gaststätte mit Beherbergungsbetrieb" liegt am Donnerstag, 28. September, den Stadtverordneten zu Beschlussfassung vor. Außerdem soll ein Beschluss gefasst werden, mit dem die Verwaltung aufgefordert wird, die Satzung der Stadt Lübben über dieGewährung von Aufwandsentschädigungen für die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Lübben zu überarbeiten. Die Stadtverordnetenversammlung findet im Lübbener Rathaus, Poststraße 5, ab 17.30 Uhr im Sitzungssaal statt.