ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

Pilotprojekt Lübbener Stadtgraben

Pilotprojekt in Lübben: Mit einem Saugbagger haben Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes "Nördlicher Spreewald" den Stadtgraben entschlammt.
Pilotprojekt in Lübben: Mit einem Saugbagger haben Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes "Nördlicher Spreewald" den Stadtgraben entschlammt. FOTO: Bodenverband
Lübben. Der Stadtgraben in Lübben ist während der vergangenen Wochen entschlammt worden. Rund tausend Tonnen Schlamm wurden aus dem Wasser geholt. Er lagert zeitweise in Geotubes auf einer temporären Entwässerungsfläche in Nähe des Grabens. Der Wasser-und Bodenverband "Nördlicher Spreewald" führt das Projekt durch. Andreas Staindl / asd1

Die Entschlammung des Stadtgrabens ist ein Pilotprojekt. Es soll zeigen, wie ein Gewässer im Spreewald entschlammt werden kann, welche Möglichkeiten der Entsorgung es gibt und was diese kosten. "Das Projekt in Lübben kostet rund 350 000 Euro", sagt Jörg Wiesner. Wie der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands ergänzt, sind etwa die Kosten für das Gutachten in der Gesamtsumme enthalten. Bund und Land beteiligen sich an der Finanzierung.

Ursprünglich sei von 35 000 Euro ausgegangen worden. Doch weil das Aufbringen von Ablagerungen auf angrenzenden Flächen wegen nicht eingehaltener Werte der Bundesbodenschutzverordnung ausgeschlossen wurde, musste ein Lagerplatz für geotextile Schläuche (Geotubes) eingerichtet werden. Damit verzehnfachten sich die ursprünglich geplanten Kosten wie der Geschäftsführer sagt. Der Schlamm lagert jetzt auf einem Grundstück der Stadt Lübben zwischen dem Baubetriebshof und dem Campingplatz.

Der Stadtgraben wurde mit Schreitbaggertechnik vom Gewässer aus in Richtung Fließrichtung bearbeitet. Mit der Baggertechnik wurden Ablagerungen (Sedimente) gelöst und über Leitungen sowie die Konditionierungsanlage in die verlegten Geotubes auf die temporäre Entwässerungsfläche befördert.

Um das Absetzen der Sedimente zu optimieren, wird Flockungsmittel eingesetzt, das als nicht wassergefährdend eingestuft ist wie Sven Gerhardt erklärt. Wie der Abteilungsleiter Wasserbau des Wasser- und Bodenverbands "Nördlicher Spreewald" weiter sagt, soll der Schlamm Anfang Januar beprobt und spätestens im Frühjahr 2016 voraussichtlich auf einer Sonderdeponie entsorgt werden. Das klare, von Schadstoffen getrennte Wasser werde in den angrenzenden Graben geleitet.

Der Stadtgraben ist auf einer Länge von 800 Metern entschlammt worden. "Neben tausend Tonnen Schlamm wurden zudem drei Tonnen Schrott und Hausmüll aus dem Wasser gezogen", erzählt Jörg Wiesner. Das Projekt verbessert auch die Bedingungen für Kahnfährleute, sichert ihnen möglicherweise ihre weitere Existenz.

Wie der Geschäftsführer des Verbands erklärt, war der Stadtgraben stellenweise nur noch 60 Zentimeter tief; jetzt sind es 1,10 Meter - das Mindestmaß für schiffbare Gewässer. Seit der Wende hätten rechtliche Vorgaben ein Ausbaggern des Grabens verhindert. Hochwasser beispielsweise hätten während der vergangenen etwa zwei Jahrzehnte für zunehmende Ablagerungen im Gewässer gesorgt.

Die Entschlammung des Stadtgrabens in Lübben ist eine Maßnahme im Rahmen des Pilotprojekts "Gewässerunterhaltung an ausgewählten Fließen im Spreewald".