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| 18:45 Uhr

Erneuerbare Energien
Photovoltaik-Anlage soll an Bahnstrecke bei Lubolz entstehen

FOTO: LR / Katrin Janetzko
Lubolz. Ortsteil könnte an der 10-MW-Anlage beteiligt werden. Planung soll 2019 beginnen. Von Ingvil Schirling

Entlang der Bahnstrecke auf Höhe des Lübbener Ortsteils Lubolz könnte perspektivisch eine Photovoltaik-Anlage entstehen. Zwei Vertreter des Unternehmens Naturstrom AG stellten die Pläne kürzlich den Abgeordneten im Lübbener Bauausschuss vor. Mit den vorgesehenen zehn Megawatt wäre die maximale Größe einer solchen Anlage erreicht. Die Bundesgesetzgebung sieht die Möglichkeit vor, innerhalb eines rund 110 Meter breiten Korridors entlang von Infrastrukturtrassen solche Anlagen zu errichten.

Daraufhin kam die Firma Naturstrom auf die Stadtverwaltung zu, führte Klimaschutzmanager Dr. Matthias Städter ins Thema ein. Torsten Leske und Dieter Fellerhoff, bei der Firma zuständig für neue Projekte, präsentierten den Abgeordneten, wie weit sie das Vorhaben bisher ausgelotet hatten.

Ihnen zufolge sehen die landwirtschaftlichen Pächter und Flächeneigentümer die Herausnahme des Gebietes aus der intensiven Bewirtschaftung positiv. Geplant sind zwei schmale Streifen entlang der Gleise westlich des Ortes, beginnend mit der Querung der Schönwalder Straße, nach Nordwesten den Schienen folgend. Mit 70 Hektar parallel zum Langtorgraben werde es eine relativ große Fläche, stellten die beiden fest. Aufgrund der Geländeausprägung und Vegetation werde die der Solarpark von außen nicht einsehbar sein. Bahnreisende dürften sie allerdings bemerken.

Eine Versiegelung der Fläche ist nicht geplant. Die Träger werden demnach eingerammt, der Regen fließt weiterhin ins Erdreich. In der Mitte soll eine Lücke bleiben, die bei Anlagen dieser Größe vorgeschrieben sei, auch, um den Wildwechsel zu gewährleisten.

Für die Lubolzer soll die Anlage sogar Vorteile bringen. „Derzeit gibt es Überlegungen zu einer Gemeindebeteiligung pro genutztem Hek-
tar“, erklärt die Naturstrom AG auf RUNDSCHAU-Anfrage. „Diese Gelder sollen für nachhaltige Zwecke in Groß Lubolz eingesetzt werden.“ Die Anlage soll nicht weiterverkauft, darüber hinaus sollen Baufirmen aus der Region für die Aufstellung gebunden werden, sagten Torsten Leske und Dieter Fellerhoff im Bauausschuss. Zudem soll eine Betreibergesellschaft gegründet werden, die ihren Sitz vor Ort haben werde. Ein genauer Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest.

Aktueller Stand ist, dass die Flächen gesichert sind. Der Landwirtschaftsbetrieb und der Ortsbeirat haben zugestimmt. Nach Beschluss des Vorhabens, der für die Dezember-Sitzung des Bauausschusses geplant ist, soll im Januar die Aufstellung eines Bebauungsplans vereinbart werden. Darauf würde eine Änderung des Flächennutzungsplans fußen.

Sabine Minetzke (Pro Lübben) fragte bei der Präsentation nach, wie die Stromtrassen geführt werden sollen und ob dafür Straßen aufgerissen werden müssen. Sie befürchtet, dass sie danach nicht mehr so hergestellt werden, wie sie vorher waren. Der Verlauf der Stromtrassen sei von Gesprächen mit der Mitnetz Strom abhängig, erklärten die Firmenvertreter daraufhin. „Die müssen uns einen Einspeisepunkt zuweisen.“ Grundsätzlich aber „bohren oder spülen wir eher durch und reißen nicht die Straßen auf“, sagten sie.