Das Gremium hatte im vergangenen Dezember die Kreissynode gebeten, den Krausnicker Pfarrer als Stellvertreter abzuwählen. Das Vertrauensverhältnis zwischen dem KKR und Heide sei schwer gestört, hieß es. Aus Sicht des Pfarrers hätten einige Mitglieder des Gremiums und insbesondere die Superintendentin seine Art der kritischen Begleitung zunehmend als problematisch empfunden. Im Dezember war es jedoch nicht zur notwendigen Mehrheit für eine Abwahl gekommen. Vielmehr hatte die Synode beschlossen, dass der KKR, Superintendentin Ulrike Voigt und Ernst-Günter Heide bis zum Ende der Legislaturperiode sachgemäß weiterarbeiten und eventuell eine Mediation in Anspruch nehmen sollten.
Mediation oder auch Vermittlung ist ein freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes. Ulrike Voigt erklärte nun, zwei namhafte Mediatoren der Landeskirche hätten bescheinigt, dass eine Vermittlung in diesem Konflikt nicht das geeignete Mittel sei und deshalb aus fachlichen Gründen eine solche abgelehnt. Nach Gesprächen mit Bischof Wolfgang Huber habe sich Heide schließlich zum Rücktritt entschlossen.
Der bisherige Stellvertreter sagte in Zaue, auch er sehe keine Möglichkeit mehr, den Konflikt aufzuarbeiten und das Miteinander deutlich zu verbessern. Er begründete: "Die Superintendentin will mit mir auf keinen Fall mehr im KKR zusammenarbeiten und auch nicht in eine Mediation eintreten. Ein vertrauensvolles Miteinander ist so nicht zu erreichen."
Mit seinem Rücktritt scheidet Heide auch aus dem Kreiskirchenrat aus. Das Amt des Stellvertreters soll laut Voigt nicht sofort wieder besetzt werden, um Ruhe einkehren zu lassen. Während der Frühjahrssynode gab es jedoch eine Nachwahl in den Kreiskirchenrat. Diese wurde erforderlich, weil nach Angabe der Superintendentin zehn Mitglieder noch während der Herbstsynode und in den Wochen danach zurückgetreten seien. Die Mehrzahl habe sich nun zur erneuten Mitarbeit bereit erklärt, weil Pfarrer Heide nicht mehr Mitglied im Kreiskirchenrat sei.

Zurückgetretene wieder dabei
"Unter den neuen, besseren Bedingungen bin ich wieder dabei", erklärte der Lübbenauer Klaus-Dieter Wanske, "Kirche ist schließlich mein Leben." Er ist einer von vier Laien, die in den KKR gewählt wurden. Auch Bärbel Schiemenz arbeitet wieder im Gremium mit. "Für meinen Rücktritt hatte ich triftige Gründe, die jetzt ausgeräumt sind", so die Schlabendorferin. Gewählt wurden zudem Hans-Joachim Schenker aus Beesdau, Lothar Nicht aus Altdöbern, Kreiskantor Andreas Jaeger aus Lübbenau sowie Pfarrerin Katrin Schubert aus Calau. Die Pfarrer Joachim Liedtke aus Lübbenau/Neustadt und Olaf Beier aus Lübben wurden als Stellvertreter nachgewählt. Stellvertretende Laien fanden sich keine.

Kritik an der Nachwahl
Pfarrer Michael Oelmann aus Zerkwitz kritisierte das Verfahren der Nachwahl. "Wer im Dezember zurückgetreten ist, kann jetzt nicht erneut kandidieren", sagte er. Auch für Straupitz´ Pfarrer Christoph Hanke sind diese Leute "nicht wählbar. Wer garantiert denn, dass sie nicht beim nächsten Konflikt erneut zurücktreten?" Schließlich hätten sie die Christen im Kirchenkreis schon einmal im Stich gelassen und damit eine Zwangsverwaltung durch das Konsistorium provoziert, so Hanke. "Jetzt, wo alles geklärt ist, wollen sie wieder mitmachen", kritisierte der Groß Wasserburger Gerhard Buschick, der als Laie in der Synode sitzt. "Das zeigt ihre Schwäche, denn Probleme wird es immer geben."
Die anwesende Generalsuperintendentin des Sprengels Cottbus, Heilgard Asmus, wollte keine neue Diskussion, sondern die Abstimmung. Die Kandidaten wurden bis zur Neuwahl des Kreiskirchenrates in einem Jahr gewählt. Asmus sagte, dass sie froh über Heides Schritt sei und ihm danke, seine Erklärung vor der Synode abgegeben zu haben. Der Kirchenkreis Lübben stehe jetzt vor der Aufgabe, eine arbeitsfähige Leitung aufzubauen.