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| 16:20 Uhr

Handeln ist gefragt
Tourismusverband Dahme-Seen ist in Not

Lieberose/Groß Köris. Personal verdient weniger als 2011 und Marketingbudget ist sehr gering. Von Ingvil Schirling

Die finanzielle Ausstattung des Tourismusverbands Dahme-Heideseen hat den Wirtschafts- und Tourismusausschuss des Kreistags Dahme-Spreewald in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.

Eine Tabelle zeigte den Auschuss-Mitgliedern, dass die Mitarbeiter zum Teil deutlich weniger verdienen als noch 2011, manche erhalten gerade mal Mindestlohn. Auch das Marketingbudget ist stark eingeschrumpft. Der Tourismusverband betreut die Region zwischen Königs Wusterhausen, Eichwalde, Schönefeld bis zu den Heideseen nördlich des Unterspreewalds. Er hatte die Abgeodneten zunächst auf die prekäre Situation aufmerksam gemacht, die nun diskutiert wurde.

„Wenn ich mir die Löhne anschaue, steht uns das nicht besonders gut an, da am untersten Level zu kratzen“, sagte Dr. Adolf Deutschländer (Die Linke). Er war dafür, „die Verwaltung zu bitten aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, um dem einen vernünftigen Rahmen zu geben.“

Diese war dafür schon sensibilisiert. Carola Köhler als Sachgebietsleiterin für wirtschaftliche Beteiligungen und Tourismus sagte: „So kann nicht mehr gearbeitet werden.“ Ein Mitarbeiter für Marketing sei bereits abgeworben worden.

Der Landkreis ist der größte Geldgeber für den Verband. Außerdem zahlen die meisten der Kommunen im Gebiet mit ein – außer der Gemeinde Schönefeld und Eichwalde, wie Heiko Jahn als kommissarischer Leiter des Amts für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Tourismus informierte. Auf Rücklagen könne der Verband nicht zurückgreifen, zusätzliche Einnahmen kaum generieren. Für die Vermittlung von Unterkünften gebe es jährlich Provisionen in Höhe von rund 5000 Euro. Ein Modell wie für den Tourismusverband Spreewald, für den die „Glücksburg“ als Geschäftsbesorger eingetreten ist, „kommt dort aufgrund der Vielzahl der Betriebe nicht in Frage“, sagte er. „Außerdem: Günstiger ist Raddusch nicht.“

Dahme-Spreewald zahlt einen Festbetrag in Höhe von 60 000 Euro pro Jahr. Das entspricht, umgerechnet auf die Einwohnerzahl, 49 Cent – so sagte es Carola Köhler. Dem gegenüber zahlen die beteiligten Kommunen ihr zufolge 75 Cent pro Einwohner. Schon deshalb sei zu überlegen, den Betrag anzuheben – denn sonst wäre denjenigen, die in die Finanzierung wieder einsteigen sollen, dies schwer zu begründen. Doch im Kern „müssen wir etwas tun, damit die Mitarbeiter vernünftig arbeiten können“, sagte sie.

Karin Weber (Die Linke) sagte, sie unterstütze das. Sie schlug vor, den Tourismusverband dazu nochmals anzuhören. „Beim nächsten Haushalt sollten wir das wohlwollend prüfen.“

Lutz Krause (UBL) sprach sich deutlich dafür aus, „dass der Tourismusverband erhalten bleiben muss. Er ist sehr wichtig für unsere Region. Wir sollten unsere Unterstützung nicht verwehren, aber die Grundlagen müssen transparent sein.“ Auch Lutz Habermann (SPD) wies auf die gestiegenen Übernachtungszahlen in Dahme-Heideseen hin.