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Pendler sollen Wehren verstärken

Waldow. Der Gefahrenabwehrbedarfsplan für das Amt Unterspreewald ist beschlossen. Die Mitglieder des Amtsausschusses bestätigten das Werk während ihrer Sitzung kürzlich. Die Luelf & Rinke Sicherheitsberatung GmbH aus Kaarst (Nordrhein-Westfalen) erstellte die Gefahren- und Risikoanalyse. Thomas C. Raible von der Firma stellte die Ergebnisse jetzt vor. Andreas Staindl / asd1

Der kommunale Brandschutz des Amtes Unterspreewald wird durch die freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden sichergestellt. Das ist eines der Ergebnisse der Gefahren- und Risikoanalyse. Auch die Eintreffzeit von 13 Minuten nach der Alarmierung wird eingehalten. In spätestens elf Minuten sind Wehren am Einsatzort, wie Thomas C. Raible sagt - "mit ausreichend Personal. Die gegenseitige Unterstützung der einzelnen Ortswehren funktioniert sehr gut."

Allerdings gibt es dringenden Handlungsbedarf bei der Personalverfügbarkeit, da Einsatzkräfte werktags tagsüber nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Zudem ist mit Ausnahme der Wehren in Schönwalde, Kasel-Golzig und Zützen die Zahl der ausgebildeten Atemschutzgeräteträger unzureichend.

Um den Brandschutz auch künftig zu sichern, sind im Gefahrenabwehrbedarfsplan Maßnahmen festgeschrieben worden. Demnach sollen etwa Einpendler in den Einsatzdienst der Feuerwehren der Gemeinden einbezogen werden. "2600 Menschen pendeln täglich in das Amt Unterspreewald ein", sagt der Experte. "Die Chance ist also groß, dass Feuerwehrleute dabei sind. Dieses Potenzial sollte genutzt werden."

Weiterhin sollen der Frauenanteil unter den Aktiven erhöht, Kinder- und Jugendfeuerwehren weiterhin intensiv unterhalten werden. Der Anteil der Feuerwehrleute unter den Mitarbeiter des Amtes und der Gemeinden soll vergrößert, eine Mitgliedschaft in der freiwilligen Feuerwehr bei der Einstellung von gemeindlichen Mitarbeitern berücksichtigt werden. Derzeit seien von 150 Mitarbeitern im Amt nur elf in der freiwilligen Feuerwehr.

Die zeitgleiche Alarmierung mehrerer Ortsfeuerwehren soll weiterhin erfolgen. Wehren mit bisher sehr wenigen Einsätzen sollen häufiger alarmiert werden, um mehr Einsatzpraxis zu erreichen.

Auch baulich gibt es Handlungsbedarf. Für die Standorte Altgolßen und Schiebsdorf sollen Neubauten von Feuerwehrhäusern diskutiert werden. Die Standorte Staakow und Neuendorf am See sind baulich zu ertüchtigen. Der frühere Gedanke, die Wehr in Altgolßen mit Golßen zusammenzulegen, lässt sich mit der Schließung des Bahnübergangs (derzeit im Bau) nicht mehr realisieren. "Ohne eigene Feuerwehr wäre der Gemeindeteil abgeschnitten", sagt Thomas C. Raible, "der Standort Altgolßen soll deshalb erhalten bleiben."

In Drahnsdorf wird derzeit ein neues Gerätehaus gebaut. Empfohlen wird, dort die Wehren aus Schäcksdorf, Krossen und Falkenhain zusammenzuführen. "Miniaturwehren" sollten jedoch bestehen bleiben, solange dort nicht investiert werden muss. In Sellendorf soll das 32 Jahre alte Tanklöschfahrzeug durch ein Tragkraftspritzenfahrzeug ersetzt werden. Die Wehr in Freiwalde könnte wegen ihrer Nähe zur Autobahn einen Rettungssatz erhalten.

25 Ortsfeuerwehren gibt es im Amt Unterspreewald. Eine hohe Zahl für rund 9000 Einwohner, wie Thomas C. Raible sagt. Doch das flächenmäßig große Amtsgebiet erfordert ihm zufolge auch die kleinen Wehren in fast allen Orten.

Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) ist "stolz auf unsere Feuerwehren. Der Gefahrenabwehrbedarfsplan ist für uns eine Richtschnur, um unsere Wehren weiterzuentwickeln."