Von Katrin Kunipatz

Der Lübbener Bahnhof soll attraktiver werden. Vor allem Pendler brauchen zusätzliche Stellflächen für Autos und Fahrräder. Nun hat die Stadtverwaltung im Bauausschuss in dieser Woche erstmals Pläne vorgestellt, wie und wo die neuen Parkflächen entstehen könnten.

Denn Freiraum gibt es nur noch auf der Westseite des Bahnhofs. Der Entwurf sieht hier einen Parkplatz mit 96 Pkw-Stellplätzen und 186 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vor. Damit Passagiere zu Fuß den Bahnhof und die Gleise erreichen können, soll der bereits bestehende Tunnel bis unter die Gleise 3 und 4 verlängert und ein weiterer Aufzug gebaut werden, erklärt René Kalkowski, bei der Stadtverwaltung für Wirtschaftsförderung verantwortlich.

Diese Ideen sind Teil einer Machbarkeitsstudie, die die Stadt Lübben bei der Agentur Bahnstadt vor einem knappen Jahr in Auftrag gegeben hat. In die Analyse wurde der gesamte Bahnhof – einschließlich Empfangsgebäude und östlichem Vorplatz – einbezogen. Ausgangspunkt ist der Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten aus dem Februar 2018, der zur langfristigen Lösung für das Stellplatzproblem die Bebauung der Westseite des Bahnhofs vorsieht.

Seit einigen Jahren bemüht sich die Stadt Lübben, die Fläche zwischen Gleis 4 und Majoransheide zu erwerben. Seit September vergangenen Jahres gibt es einen Entwurf des Kaufvertrags. Die Lübbener Stadtverordneten haben bereits zugestimmt, nun werde er in den verschiedenen Gremien der Deutschen Bahn abgestimmt, so Kal­kowski. In den zurückliegenden Monaten fanden Gesprächsrunden mit dem Landkreis, dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und der Deutschen Bahn statt, um Möglichkeiten der Bebauung und Finanzierung zu erörtern.

Ein wichtiger Schritt sei die im Februar 2019 erreichte Einigung mit der Deutschen Bahn. Um das Projekt zu beschleunigen, übernimmt Lübben die Vorplanung für die Personenunterführung samt Aufzug und Treppe sowie die Parkplätze. Danach arbeiten Stadt und Deutsche Bahn getrennt weiter. Lübben errichtet den Parkplatz sowie die Stellplätze für die Fahrräder auf der Westseite. Komplettiert wird der zweite Zugang zum Bahnhof mit einer Bushaltestelle. Hinzu kommen weitere 48 überdachte Fahrradstellplätze auf der Ostseite, die Ende April fertig sein sollen.

Insgesamt 3,6 Millionen Euro kostet der Parkplatzneubau. Rund 2,6 Millionen Euro davon kann Lübben als EU-Fördermittel über die Richtlinie Mobilität erhalten, so Kalkowski. Eine Bedingung für diese 80-prozentige Förderung ist, dass die Bauarbeiten bis Juni 2022 beendet sein müssen. Deshalb setze die Stadtverwaltung im Moment alles daran, die Planungsunterlagen zu erstellen. Ziel sei es, in der Stadtverordnetenversammlung am 25. April oder spätestens im Hauptausschuss im Mai den Planungsauftrag zu vergeben, so Kalkowski. Den Tunnel unter den Bahngleisen würde die Bahn jedoch erst später fertigstellen. Er kostet rund 2,3 Millionen Euro. Davon übernimmt Lübben voraussichtlich 400 000 Euro und ist für die Wartung verantwortlich.

Eine Verbesserung für Fahrradfahrer wird es noch in diesem Jahr geben, kündigt der Mitarbeiter von der Wirtschaftsförderung an. Der verglaste Wartebereich soll zu einem gesicherten Fahrradstellplatz für 52 Räder umgebaut werden. Die Umnutzung sei ohne die Rückzahlung von Fördermitteln möglich, habe das Land mitgeteilt, so Kalkowski.

Weitere Details zu den geplanten Umbauten am Lübbener Bahnhof wird ein Vertreter der Agentur Bahnstadt in der Stadtverordnetenversammlung darlegen.