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| 15:00 Uhr

Paul-Gerhardt-Wanderweg
Zu Fuß von Lübben nach Berlin

In Lübben gehört das Paul-Gerhardt-Denkmal am Markt zum Stadtbild. Wanderer, die auf dem Weg von Berlin aus kommen, besuchen oft auch die Kirche, die seinen Namen trägt.
In Lübben gehört das Paul-Gerhardt-Denkmal am Markt zum Stadtbild. Wanderer, die auf dem Weg von Berlin aus kommen, besuchen oft auch die Kirche, die seinen Namen trägt. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lübben. Wanderer sind auf den Spuren des Theologen Paul Gerhardt unterwegs.

Der evangelische Pfarrer und Kirchenlieddichter Paul Gerhardt ist nicht nur zum Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr ein Thema in Lübben gewesen. Über die Weiterentwicklung des Wanderwegs zwischen Lübben und Berlin, auf dem Stationen seines Lebens besucht werden können, wird seit längerem beraten. Bereits 2012 wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, zu der Wegewarte, Vereine und Verbände der Kommunen sowie des Landkreises Dahme-Spreewald gehörten. Wie die rund 130 Kilometer lange Route zu einem international anerkannten, zertifizierten Wanderweg werden kann, erläuterte Thomas Kung von der Cottbuser Planungsgesellschaft Degat nun im Bauausschuss der Lübbener Stadtverordnetenversammlung. Als konzeptionelle Grundlage dient ein Buch von Manfred Reschke. Ziel ist es, einen thematischen Weg zu entwickeln, der in Tagesetappen von Wanderern zu absolvieren ist und auf Tafeln über Paul Gerhardt und seine Zeit informiert. Als Motto dient der Titel „Befiehl du deine Wege“, dieses Paul-Gerhardt-Lied wurde 1653 erstmalig veröffentlicht.

Von der Berliner Nikolaikirche aus führt der Weg über Berlin-Köpenick, Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen nach Mittenwalde, wo Paul Gerhardt von 1651 bis 1657 als Pfarrer tätig war. Dann geht es weiter durch die Ämter Schenkenländchen und Unterspreewald bis nach Lübben. „Bis zu zwölf Informationstafeln mit thematischem und kartografischem Inhalt sollen in dem Bereich aufgestellt werden, für den der Landkreis Dahme-Spreewald zuständig ist“, erläuterte Thomas Kung. Das sind rund 110 Kilometer, in Berlin sei dann der Senat zuständig. Das erste Schild wird an der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben aufgestellt.

Für die Markierung des Wanderwegs soll das blaue Schild des Europawanderwegs E 10 verwendet werden, das bereits vorhanden ist. Dennoch werden für die Markierungen insgesamt rund 400 Aufkleber „PWG“ benötigt, 80 Pfosten sind zu setzen für 80 neue Wegweiser. Und 80 Schilder werden angebracht. „Ich bin mit Manfred Reschke tatsächlich den gesamten Weg abgelaufen, habe zu jedem Schild eine Dokumentation gemacht“, sagte Thomas Kung.

Und was sich die Angler schon im Sommer 2017 beim Aufstellen einer Schutzhütte am Schwanensee nahe Groß Wasserburg wünschten, kann nun realisiert werden. An acht Rastplätzen sollen Hütten gebaut werden, drei davon neu und fünf werden erweitert. „Je Rastplatz wird an Sitzgelegenheiten für 20 Wanderer gedacht - es sind ja oft Gruppen unterwegs“, stellte der Planer fest. Es sollen Hütten aus stabilen Holzkonstruktionen entstehen, die in Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft errichtet werden könnten. Es mit einer Haltbarkeit von 15 bis 20 Jahre gerechnet.

Gegenwärtig wird von einem Investitionsanteil von rund 80 000 Euro für die Stadt Lübben für den Paul-Gerhardt-Wanderweg ausgegangen. Wenn die Ausschreibung bis Ende Februar erfolgt, dann kann im April Baubeginn sein und im Oktober die Übergabe an die Kommunen erfolgen, so Thomas Kung.

Das Wegemanagement, also die bauliche Unterhaltung, werde vom Landkreis Dahme-Spreewald in Zusammenarbeit mit den Wanderwegewarten übernommen, gab er als neueste Information weiter. Dementsprechend werden Umlagen auf die Kommunen zukommen, die sich aber nicht direkt um die Unterhaltungsmaßnahmen kümmern müssten. Laut Stadtverwaltung Lübben sind sieben weitere Kommunen am Paul-Gerhardt-Weg beteiligt.

„Der Wanderweg ist wichtig, Besucher folgen immer wieder den Spuren von Paul Gerhardt“, sagte Werner Kuhtz vom Verein der Paul-Gerhardt-Freunde. Einen finanziellen Anteil könne der Verein nicht übernehmen. Dazu reiche die eigene Ausstattung nicht aus.