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"Parkplatz” mit Dusche

Ob diese kostenlose Unterboden-Fahrzeugwäsche gewollt war, ist nicht bekannt und darf auch bezweifelt werden. Das Wasserspiel auf dem Lübbener Marktplatz haben diese Fahrzeugbesitzer offenbar ignoriert. Zu Veranstaltungen in der Kreisstadt wird die Fläche regelmäßig von Autofahrern zur Parkfläche gemacht. Dabei gibt es im unmittelbaren Umfeld ausreichend Parkmöglichkeiten.
Ob diese kostenlose Unterboden-Fahrzeugwäsche gewollt war, ist nicht bekannt und darf auch bezweifelt werden. Das Wasserspiel auf dem Lübbener Marktplatz haben diese Fahrzeugbesitzer offenbar ignoriert. Zu Veranstaltungen in der Kreisstadt wird die Fläche regelmäßig von Autofahrern zur Parkfläche gemacht. Dabei gibt es im unmittelbaren Umfeld ausreichend Parkmöglichkeiten. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Ob Einheimischer oder Besucher der Stadt – der Marktplatz ist ein beliebter Parkplatz. Manchmal ist es nur der schnelle Besuch eines Geschäfts, manchmal aber auch ein längerer Stadtbummel oder die Einkehr in eines der Gasthäuser. Ingrid Hoberg

Doch stopp! Ein falscher Film läuft in den Köpfen der Autofahrer ab: Der Lübbener Marktplatz ist Fußgängerbereich und eben nicht zum Parken da. Wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung ihren Kontrollgang machen, dann wird ein Knöllchen zu 20 Euro fällig.

Nun halten sich in Lübben Gerüchte, dass bei großen Veranstaltungen in der Stadt ein Auge zugedrückt wird. "Der Marktplatz ist grundsätzlich kein Parkplatz", sagt Saskia Albrecht, zuständig für Ordnungsangelegenheiten und Gewerbe. Doch die drei Mitarbeiter, die im Außendienst unterwegs sind, können nicht überall sein. "Wir wechseln die Touren und Zeiten, kontrollieren auch am Wochenende und bei Veranstaltungen", sagt sie. So seien beim Matthias-Reim-Konzert 80 Verwarnungen ausgeschrieben worden. "Das empfinden manche als Schikane, doch es gab auch an diesem Tag noch genügend Parkplatz-Kapazitäten - beispielsweise hinter der Spreewaldschule", sagt Saskia Albrecht. Wer sich falsch behandelt fühlt, hat die Möglichkeit der Anhörung, direkt am Knöllchen dran. Die Mitarbeiterin hat in dem Dreivierteljahr ihrer Dienstzeit in Lübben festgestellt, dass ein freundlicher Hinweis oft nicht hilft, und Falschparker immer wieder Ausreden bei der Hand haben. So dürfe an der Post kurz angehalten werden, um beispielsweise einen Brief in den Kasten zu werfen, zum Be- und Entladen. Allerdings ist auf der Fahrbahn zu halten, ansonsten wird der Gehweg blockiert.

Die Stadt Lübben lässt Autofahrer nicht allein bei der Suche nach Parkplätzen. Zum einen gibt es ein Leitsystem, zum anderen können sich Besucher vorab auf der Homepage der Stadt über öffentliche Stellplätze informieren. Auf der interaktiven "Karte vom Ort" können die einzelnen Plätze angeklickt werden, und es wird ausgewiesen, wie viele Fahrzeuge dort abgestellt werden können und welche Gebühren fällig werden. Gebührenfrei ist es beispielsweise Am kleinen Hain, zum Teil in der Gubener Straße. Und gegenwärtig wird der gebührenfreie Parkplatz Am Burglehn erweitert.

Zum Thema:
Die Statistik weist aus, dass die Einnahmen jährlich schwanken, aber immer im gleichen Rahmen bleiben. Im Jahr 2015 wurden 4335 Verstöße im Bereich des ruhenden Verkehrs geahndet. Das bedeutete eine Einnahme von rund 71 500 Euro. 2016 waren es 4548 Verstöße und rund 72 390 Euro. Im ersten Halbjahr 2017 wurden 2047 Fälle registriert, das sind rund 33 320 Euro, die in die Stadtkasse fließen.