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Lübben braucht dringend Parkplätze
Parkhaus und Fahrradturm könnten Entspannung bringen

Aus der Not heraus wird derzeit zum Parken eine Freifläche gegenüber dem Lübbener Bahnhof genutzt. Die Situation ist nicht nur für Autofahrer prekär, sondern auch für pendelnde Radler, die für ihre Fahrräder ebenfalls zu wenig Stellflächen in Bahnhofsnähe zur Verfügung haben. Foto: Ingvil Schirling
Aus der Not heraus wird derzeit zum Parken eine Freifläche gegenüber dem Lübbener Bahnhof genutzt. Die Situation ist nicht nur für Autofahrer prekär, sondern auch für pendelnde Radler, die für ihre Fahrräder ebenfalls zu wenig Stellflächen in Bahnhofsnähe zur Verfügung haben. Foto: Ingvil Schirling FOTO: Ingvil Schirling / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Lübben. Abgeordnete diskutieren die Parksituation im Bahnhofsumfeld. Die Stadt will die Situation kurzfristig ändern und sucht nach Lösungen. Von Staindl

Die Parkplatzsituation im Bahnhofsumfeld in Lübben ist angespannt. Die vorhandenen Pkw-Stellplätze reichen bei weitem nicht. Auch für Fahrräder werden mehr Abstellflächen benötigt.

Die Stadtverordneten haben sich mit dem Thema kürzlich beschäftigt (die RUNDSCHAU berichtete). Lösungen müssen her ‑ da sind sich Kommunalpolitiker und Verwaltung einig. Was kurz-, mittel-und langfristig denkbar ist, darüber hat Rene´ Kalkowski vom Bereich Wirtschaftsförderung in der Lübbener Stadtverwaltung die Mitglieder des Bauausschusses während ihrer Sitzung kürzlich informiert. Ihm zufolge gibt es in Bahnhofsnähe mehrere Flächen, die zu Parkplätzen umgebaut werden könnten.

Flächen in der Waisenstraße, Bergstraße,  Kasernenstraße und im Ostergrund kämen theoretisch in Frage. Doch obwohl die Stadt der Eigentümer ist, sieht Rene´ Kalkowski Probleme, Parkflächen an diesen Standorten auch zu realisieren. Die Fläche in der Kasernenstraße etwa sei als Spielplatz ausgewiesen, eine Ausnahme nicht möglich. In der Bergstraße/Waisenstraße müssten zahlreiche Bäume gefällt werden-laut Verwaltungsmitarbeiter ebenfalls eine hohe Hürde.

In der Bahnhofstraße/Ecke Logenstraße steht eine weitere Fläche zur Verfügung, die allerdings schon jetzt ausgelastet ist, auch, weil sie von Mitarbeitern des benachbarten Asklepios Fachklinikums genutzt werde. Sie könnte Rene´ Kalkowski zufolge jedoch erweitert werden.

Entspannung könnte auch ein Parkplatz westlich des Bahnhofs in der Majoransheide bringen-jedoch erst langfristig. Die Stadt habe dieses Projekt angeschoben und der Deutschen Bahn als Eigentümer der Fläche ein Kaufangebot gemacht. Sie will im nächsten Jahr konkret planen, zudem einen Fördermittelantragung stellen.

Auf acht Millionen Euro werden die Gesamtkosten für dieses Projekt geschätzt. Darin enthalten sind auch ein Tunnel sowie eine barrierefreie Rampe zwischen Bahnhof und Parkplatz. Etwa 200 Pkw-Stellflächen sollen entstehen. 2020 könnte mit dem Bau begonnen werden, 2022 die Fertigstellung erfolgen.

Diesen Zeitplan findet Andreas Rieger (CDU/Grüne) „äußerst ambitioniert. Ich würde eher auf 2030 tippen. Wir brauchen aber eine schnelle Lösung, auch für Radfahrer.“

Dietmar Mogschan (CDU/Grüne) brachte einen vollautomatischen Fahrradturm ins Spiel. „So etwas gibt es schon in zahlreichen Städten. Auf mehreren Etagen werden Räder platzsparend und sicher untergebracht.“

Für den sachkundigen Einwohner Lutz Lehmann bietet sich der Glaskasten am Bahnhof für Rad-Boxen an: „Das wäre eine kurzfristige Lösung.“ Derzeit wird das Objekt vor allem von Jugendlichen als Treffpunkt und weniger von Bus-Fahrgästen genutzt wie der Bauamtsleiter Frank Neumann sagt. Ulrich Krumpe würde dennoch „keinen Schnellschuss machen, denn im Winter stellen sich die Leute dort vielleicht wieder unter“.

Christian Jungnickel regte an zu prüfen, ob die Stadt die Fläche der ehemaligen Konservenfabrik in der Majoransheide kaufen kann, um sie als Parkplatz zu nutzen: „Wir hätten dann langfristig eine große Fläche zur Verfügung.“ Das ist auch eine Überlegung der Stadtverwaltung, wie Frank Neumann sagt:

„Denkbar wäre dort aber auch ein Geschosswohnungsbau.“ Wohnraum wird ebenfalls dringend benötigt, weil die Bevölkerungszahl in Lübben stärker steigt als erwartet. Der Bauamtsleiter sicherte zu, mit dem Eigentümer der Fläche zu reden: „Vielleicht können wir das Areal temporär für ein paar Jahre als Parkplatz nutzen.“

Rene´ Kalkowski brachte eine weitere Idee ins Spiel. Auf dem P + R Parkplatz am Bahnhof könnte ihm zufolge ein Parkhaus errichtet werden. Er regte zudem an, über ein integriertes Konzept nachzudenken, das alle Verkehrsmittel berücksichtigt. Dazu müsste eine Bedarfsanalyse gemacht, müssten etwa Pendler befragt werden. Eine solche Analyse wäre auch für die Beantragung von Fördermitteln erforderlich wie Frank Neumann sagt: „Wir sind an weiteren Hinweisen interessiert die helfen, die Parkplatzsituation am Bahnhof zu entschärfen.“ Ziel ist es, Lübben als Mobilitätsdrehscheibe weiter auszubauen.