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Pannaschke-Graben wieder im Gespräch

Auf Höhe der beiden Kreisel in Lübben-Nord ist der Pannaschke-Graben noch offen, später verläuft er in Richtung Gymnasium verrohrt. Hinter dem Gymnasium fließt sein Wasser in die None. Damit ist diese Verbindung Teil der Regenentwässerung Lübben-Nord.
Auf Höhe der beiden Kreisel in Lübben-Nord ist der Pannaschke-Graben noch offen, später verläuft er in Richtung Gymnasium verrohrt. Hinter dem Gymnasium fließt sein Wasser in die None. Damit ist diese Verbindung Teil der Regenentwässerung Lübben-Nord. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Ob mit oder ohne schwere Gewitter – Starkregen gibt es immer häufiger. Den Lübbenern dürfte ein solches Ereignis im Sommer vor drei Jahren noch sehr gut in Erinnerung sein. Auf Internet-Videokanälen kursieren noch immer Aufnahmen, wie damals einigen Lübbenern das Regenwasser durch die Toilette in breitem Strahl in die Keller floss. Ingvil Schirling

Auch am Beethovenweg gab es damals voll gelaufene Keller, und hier geriet eine der Hauptregenentwässerungen in Lübben-Nord nach längerer Zeit erstmals wieder in den Fokus. Drei Jahre später nun treibt ein regenreicher Sommer 2016 einen der Anwohner ans RUNDSCHAU-Reportertelefon. Der Pannaschke-Graben, sagt er, der lieber nicht genannt werden möchte, müsste mal so richtig saniert werden, damit das Wasser im Falle des Falles wirklich gut abfließen kann.

Der genannte Graben führt nahe der Kleingärtner-Parzellen der Sparte Waldfrieden I vorbei. vorbei. Schon zu DDR-Zeiten hätten sich einige dort Überfahrten gebaut, berichtet der Anrufer, später auch andere. "Illegal" nennt das knallhart Jörg Wiesner, der Chef des Wasser- und Bodenverbands Nördlicher Spreewald, weil Überfahrten legal nur mit Genehmigung gebaut werden dürfen. Die Rohre sind ihm zufolge die Problempunkte. Sie wachsen zu, weisen über die Jahre auch Alterserscheinungen auf.

Der Anrufer und Helge Albert, Chef der Unteren Wasserbehörde in der Landkreis-Verwaltung, erwähnen noch ein zweites Problem: Ihnen zufolge wird Gras- und Grünschnitt gelegentlich auch im Graben "entsorgt". Die Folge: Das Wasser kann nicht richtig abfließen. Das weist wiederum Bernd Blumenberg in aller Deutlichkeit zurück. Er spricht für die Kleingärnter von "Waldfrieden I" und sagt: "Der Graben wird bis zum Boden gesäubert. Das ist gerade für die älteren Leute eine Heidenarbeit."

Eine Grundräumung, sagt Jörg Wiesner, "können wir schonmal machen". Doch ihm zufolge würden damit immer nur die "Badewannen" zwischen den Verrohrungen gesäubert. Die Engpässe bleiben. Deshalb fordert er radikal: "Eigentlich müsste veranlasst werden, dass alle Rohre ausgebaut werden", um den Pannaschkegraben als Regenwasserableiter zu 100 Prozent funktionstüchtig zu machen.

Der "Jemand", der das veranlassen müsste, ist die schon genannte Untere Wasserbehörde. Auf Begeisterung bei den Kleingärtnern würde so etwas ganz bestimmt nicht stoßen. Das eine Interesse - Möglichkeit der Überfahrt - steht hier mit einem anderen - trockenes Grundstück - im Konflikt. Unklar ist, wie viele Anwohner und in welchem Ausmaß im Ernstfall betroffen wären. Offen ist auch, wie oft der "Ernstfall" eintritt - Probleme drangen bisher wie oben erwähnt nur selten an die Öffentlichkeit.

Helge Albert räumt ein, dass das "ein schwieriges Feld" ist. "So einfach den Abriss der Überfahrten verfügen - das machen wir nicht", sagt er. "Wir wollen das aber schrittweise in Ordnung bringen." Erste Gespräche mit Gartenbesitzern habe es gegeben, auch schon vor längerer Zeit. Ein Schöpfwerk am Ende der Entwässerung, die letztlich in Höhe des Lübbener Gymnasiums in die None mündet, sei in Ordnung gebracht worden. "Ein Teil des Pannaschkegrabens ist verrohrt und verbindet den offenen Graben mit der Vorflut ,None'", bestätigt die Stadtverwaltung. "Teile der Straßenentwässerungen aus Lübben-Nord werden dort eingeleitet." Der überwiegende Teil der städtischen Straßenentwässerung wurde zudem grundsätzlich bereits unter die Lupe genommen. "Insgesamt sind wir mit der Regenentwässerung auf einem guten Weg", schätzt Helge Albert vom Landkreis ein.