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| 02:56 Uhr

Packende Spurts und junge Talente prägen "Rund um Lübben"

Das Straßenrennen "Rund um Lübben" fand gestern zum zweiten Mal statt. Mehrere Hundert Sportler beteiligten sich.
Das Straßenrennen "Rund um Lübben" fand gestern zum zweiten Mal statt. Mehrere Hundert Sportler beteiligten sich. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Hohes Tempo, Ausreißversuche, packende Spurts. Radsport pur. "Rund um Lübben" hat am gestrigen Sonntag zum zweiten Mal stattgefunden. Hunderte Sportlerinnen und Sportler aus Brandenburg sowie benachbarten Bundesländern haben sich beteiligt. Am Start waren junge Nachwuchsradsportler aus der Gastgeberstadt, darunter Bastian Krenzlin. A. Staindl/asd1

Der jüngste Nachwuchs ging als Erster an den Start. Auch Sportler des RK Endspurt 1909 Cottbus mischten sich unter das Fahrerfeld. Der Verein veranstaltete nicht nur das Radrennen, sondern betreibt auch eine Außenstelle in Lübben.

Bastian Krenzlin ist eines der jungen Talente in der Spreewaldstadt. Der Fünftklässler der Friedrich-Ludwig-Jahn Grundschule in Lübben-Ost gewann im vergangenen Jahr zahlreiche Rennen und gehörte landesweit zu den Besten seiner Altersklasse. In diesem Jahr startet er eine Altersklasse höher, muss sich mit bis zu zwei Jahre älteren Kindern messen. Bastian wird demnächst elf, fährt seit dieser Saison aber Rennen in der U 13. "Bisher hat es in diesem Jahr nur für Platzierungen zwischen Platz zehn und 20 gereicht", erzählt seine Mutti Monika Krenzlin. "Bastian ist den meisten anderen Fahrern körperlich noch weit unterlegen. Zudem fährt er jetzt doppelt so lange Rennen wie im vergangenen Jahr."

Doch diesmal überraschte der Fünftklässler seine Mutter. Er spurtete nach 20 Kilometern als Fünfter über die Ziellinie, ließ viele ältere Fahrer hinter sich. Sein Vereinskamerad Tim Buder wurde Siebter. Bastians Mutti konnte es kaum fassen, dass ihr Sohn ein so starkes Rennen gefahren hatte. Sie hatte Tränen in den Augen, wartete ungeduldig auf den jungen Radsportler. Sie nahm ihn in den Arm, drückte in ganz fest. Bastian lächelte zufrieden. "Ja", sagte er, "das Rennen war ganz gut."

Ab der siebten Klasse würde er gern zur Sportschule nach Cottbus wechseln, erzählt Monika Krenzlin. Sportlich ist ihr Sohn auf dem besten Weg dorthin.

Als die Fahrer der U 11 und U 13 längst im Ziel waren, gingen ältere Jahrgänge an den Start. 80 Kilometer betrug die längste Distanz. Gefahren wurde auf dem Rundkurs von Lübben über Klein Lubolz und Hartmannsdorf zurück in die Spreewaldwaldstadt. Start und Ziel befanden sich in Höhe der Gaststätte "Waldfrieden" am Lubolzer Weg.

Wenige Meter vor dem Ziel war ein großer blauer Bogen über der Straße aufgestellt. Christian Jungnickel hatte ihn spendiert. "Dieser Bogen stand schon bei der Tour de France", erzählt der Uhrmachermeister aus Lübben. Damit war quasi ein Hauch der legendären Frankreich-Rundfahrt in den Spreewald eingezogen.

Eberhard Pöschke hat schon viele Spitzenfahrer geformt, ihnen die Chance gegeben, sich bei Rennen in der Lausitz zu entwickeln. Das Radsport-Urgestein vom RK Endspurt zog auch gestern wieder die Fäden vor Ort. Die Kreisverkehrswacht um Vorsitzenden Kurt Pöthke und die Polizei sorgten für den reibungslosen Ablauf entlang der Rennstrecke.

Ralf Carmesin, Abteilungsleiter des RK Endspurts in Lübben, hatte organisatorisch die Veranstaltung bestens im Griff. Der Apotheker fuhr das Führungsfahrzeug bei verschiedenen Rennen und führte Siegerehrungen durch.