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| 02:45 Uhr

Paare ziehen durch Neu Zauche

18 Paare haben sich am Trachtenumzug am Samstag in Neu Zauche beteiligt. Fünf Tage lang wurde die Fastnacht "Nowa Niwa" gefeiert.
18 Paare haben sich am Trachtenumzug am Samstag in Neu Zauche beteiligt. Fünf Tage lang wurde die Fastnacht "Nowa Niwa" gefeiert. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Neu Zauche. (asd1) Die Tradition lebt: 18 Paare haben sich am Trachtenumzug am Samstagnachmittag in Neu Zauche beteiligt. "Eine gute Beteiligung", sagt Jürgen Schulze. Andreas Staindl

"Es waren in den vergangenen Jahren schon mehr, aber auch weniger Paare. Entscheidend ist, dass der Trachtenumzug fortgeführt wird, und das machen die jungen Leute." Schulze muss es wissen. Er ist am Erhalt von Tradition und Brauchtum im Oberspreewald interessiert, engagiert sich für den Tourismus in seinem Ort. Während des Trachtenumzugs steht er jedoch am Straßenrand und schaut zu.

Junge, unverheiratete Paare ohne Kind machen mit. Mit lautem Gejohle stürmen sie aus dem Gasthaus "Zum Oberspreewald". Draußen werden sie von zahlreichen Zuschauern empfangen. Hundert, vielleicht auch ein paar mehr Gäste, wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Wann sieht man schon mal die schmucken Trachten auf der Straße? Zwei ältere Damen haben nur Augen für die Frauen im Trachtenzug. Der wird traditionell vom Jugendältesten angeführt. Michael Leo hatte diese Rolle schon im vergangenen Jahr. Der 30-Jährige führt gemeinsam mit Linda Kloas die Jugend des Oberspreewalddorfs durch die Fastnacht. Ein Paar sind die beiden nicht.

Michael Leo hat Kristin Orbanz aus dem benachbarten Straupitz an seiner Seite. Sie sind das erste Paar, das hinter dem Kiepenträger und der Blaskapelle marschiert. Das Alter des männlichen Partners bestimmt die Reihenfolge der Paare während des Trachtenumzugs. Jessica Abt (20) und Georg Freund (22) führen das hintere Drittel an. Sie sind zum zweiten Mal dabei. "Ich möchte helfen, dass die lange Tradition der Trachtenumzüge in meinem Heimatort erhalten bleibt", sagt der junge Mann. "Wenn wir es nicht tun, wird es den Brauch irgendwann nicht mehr geben. Das wäre schade. Es lohnt sich also, aktiv mitzumachen." Jessica Abt stammt aus Lübben. Ihre Tracht hat sie von der Oma ihres Partners erhalten, wie sie sagt: "Ich trage gern eine Tracht, fühle mich damit sehr wohl. Und Spaß macht es auch noch, gemeinsam mit den anderen Paaren durch das Dorf zu ziehen und Fastnacht zu feiern."

Der Trachtenumzug anno 2017 ist fast eine Frühlingswanderung. Das Thermometer klettert in die Richtung von zweistelligen Werten. Die Sonne wärmt schon angenehm. Gut für die Damen in ihren Trachten, die dennoch Stulpen über ihre Arme gezogen haben. Hochprozentiges sorgt für Erwärmung von innen. Guido Hahn führt ihn in seiner Kiepe mit. Er ist seit sieben Jahren der Kiepenträger, seit 26 Jahren beim Trachtenumzug dabei. Angeführt wird der Umzug von den "Fröhlichen Hechten". Die Blasmusikanten stoppen erstmals am Brunnenplatz. Dort auf der Straße vor der evangelischen Kirche wird traditionell getanzt: Walzer, Annemarie-Polka, die Röcke der Damen drehen sich im Takt der Musik. Fotomotive für die Zuschauer.

Die Paare sind auf dem Weg in Richtung Gasthaus "Zur Spreewaldbahn". Dort wird traditionell eine Pause eingelegt, aber auch kräftig das Tanzbein geschwungen. Das Gros der Teilnehmer kennt das Prozedere. Während der 142. Auflage waren auch drei Neue dabei, so Michael Leo. Sie sollen helfen, die Zukunft der Fastnacht in Neu Zauche zu sichern.

Fünf Tage lang wurde im Oberspreewaldort gefeiert. Los ging es mit dem Sträußchenanstecken der Jugend am Mittwochabend. Die jungen Damen hatten ihren männlichen Partnern bunte Bänder und Sträußchen an die Hüte genäht. Mit den schmucken Hüten zogen die Herren am Samstag durch das Dorf. Am Donnerstag wurde gezampert, und einen Tag später zum Tanz für Jung und Alt mit der Liveband "Scarlett" eingeladen. Auch nach dem Trachtenumzug ist weiter gefeiert worden. Der Fastnachtstanz und die Männerfastnacht mit den "Original Prostataler Blasmusikanten" inklusive der traditionellen Polonaise der Jugend standen auf dem Programm. Der Nachwuchs wurde davor zum Kindertanz eingeladen. Mit dem Frühschoppen endete die 142. Fastnacht am Sonntag in Neu Zauche. Fünf Tage lang wurden Tradition und Brauchtum gepflegt.