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| 02:41 Uhr

Ofenkacheln sind Geschichte

Kuratorin Justyna Gralak (2. v. r.) erläutert in der Sonderausstellung "Die Reformation auf Ofenkacheln" im Museum Schloss Lübben Besuchern alltags- und kunstgeschichtliche Aspekte bei der Umsetzung des Themas.
Kuratorin Justyna Gralak (2. v. r.) erläutert in der Sonderausstellung "Die Reformation auf Ofenkacheln" im Museum Schloss Lübben Besuchern alltags- und kunstgeschichtliche Aspekte bei der Umsetzung des Themas. FOTO: Ingrid Hoberg
Lübben. "Hast du schon einmal einen Kachelofen gesehen?", fragt Kater Friedrich der Weise am Eingang zur neuen Sonderausstellung im Lübbener Schloss die jüngsten Besucher. Erwachsene mag diese Frage überraschen, doch zum Alltag gehören heute Gas, Öl- oder Solarheizung, und die meisten Kinder haben wohl noch nie die wohlige Wärme eines Kachelofens gespürt. Ingrid Hoberg

Mithilfe des Katers können Besucher des Museums die Quizfragen beantworten, die sie durch die Ausstellung leiten.

Das Lübbener Museumsteam um Leiterin Christina Orphal hat alltags- und kulturgeschichtliche Aspekte der Reformation aufgegriffen und zeigt dieses zeitgeschichtliche Thema von einer unerwarteten Seite. Darauf verwies auch Christian Müller-Lorenz von der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, Kulturland Brandenburg, zur Ausstellungseröffnung. Interessant sei es zu sehen, welche Folgen die Reformation für das Alltagsleben hatte.

"Früher, im Mittelalter oder in der Frühen Neuzeit, benutzte man Kachelöfen, damit es schön warm im Raum wurde … und kleine Katzen hatten einen gemütlichen Platz zum Schlafen", sagt der Kater. In der Ausstellung wird erklärt, welche archäologischen Funde es von Kachelöfen gibt, wie Kacheln entstanden sind, welch ausgeprägte Handwerkskunst dahinter steckt.

"Wir hätten gern noch mehr Objekte gezeigt, doch unsere Anfragen in Museen waren oft vergeblich", sagt Museumsleiterin Orphal. In vielen Fällen wurden die Kacheln für eigene Ausstellungen zur Reformation gebraucht. Aus den Museen in Dahme und Jüterbog gab es dann doch Unterstützung, vom Landesamt für Denkmalpflege und vom Archäologischen Landesmuseum - denn Ofenkacheln sind nicht selten Bodenfunde. Und auch das archäologisch-historische Museum in Stargard (Polen) stellte Ausstellungsobjekte zur Verfügung.

Zum Thema:
Die Sonderausstellung ist bis 5. November im Museum Schloss Lübben zu sehen. Das Stadt- und Regionalmuseum ist Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder 6 bis 14 Jahre 2 Euro, Familienkarte 8 Euro. Weitere Informationen gibt es per Telefon 03546 187478, per E-Mail: museum@tks-luebben.de und im Internet auf der Homepage der Stadt: www.luebben.de .