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Obstbäume bieten Windschutz

Am "Langen Rücken" in Lübben sind Ersatzpflanzungen für das Hartmannsdorfer Wehr vorgenommen worden.
Am "Langen Rücken" in Lübben sind Ersatzpflanzungen für das Hartmannsdorfer Wehr vorgenommen worden. FOTO: Hoberg
Lübben. Die Ausgleichsmaßnahme für das Hartmannsdorfer Wehr soll am "Langen Rücken" vor den Toren von Lübben die Erosion von Ackerboden verhindern. Ingrid Hoberg

Wenn es längere Zeit nicht geregnet hat und der Wind pfeift, dann treiben über die L 49 am Ortseingang Lübben schon mal Sandwolken. Wertvolle Ackerkrume geht verloren. Dagegen soll künftig der Erosionsriegel schützen, der jetzt angepflanzt wurde. Auf der Fläche am "Langen Rücken" sind 3170 Sträucher und 260 Bäume gesetzt worden. "Es handelt sich um eine Mischpflanzung mit Hochstämmen und Sträuchern, die in der Region heimisch sind", sagt Sybille Pikelke, Chefin der gleichnamigen Firma für Landschaftsgestaltung aus Spremberg. Sie hatte nach der Ausschreibung den Zuschlag für die Lieferung der Gehölze und die Pflege in der Anwuchszeit bekommen, die vier Jahre beträgt.

Mitarbeiter der Strabag Lübben haben die Wildobstsorten, Eichen und Sträucher in den Boden gebracht - im Auftrag des Wasser- und Bodenverbands "Nördlicher Spreewald". "Die Baugenehmigung für den Ersatzneubau des Hartmannsdorfer Wehrs war mit der Auflage von Ausgleichsmaßnahmen verbunden", erklärt Jörg Wiesner, Geschäftsführer des Verbandes.

Zunächst musste eine Fläche gefunden werden, die vom Umfang her geeignet ist. Die Stadt Lübben war daran beteiligt und schlug den "Langen Rücken" vor, dort sollte schon länger etwas für den Schutz der landwirtschaftlich genutzten Fläche vor Erosion getan werden. Auch der Landwirt trage die Maßnahme mit, teilt die Stadtverwaltung mit.

"Ehe die Pflanzungen beginnen konnten, gab es einen Grenzfeststellungstermin mit dem Vermesser", sagt Bauleiter Sven Gerhardt vom Wasser- und Bodenverband. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis und dem Naturschutzbund sind für die Fläche geeignete Bäume und Sträucher ausgewählt worden. Der Nährstoffgehalt des Bodens und die besonderen Bedingungen vor Ort wurden dabei berücksichtigt, so Sven Gerhardt.

Die am Ausgleichsvorhaben Beteiligten hoffen nun, dass die Bäume und Sträucher gut anwachsen und künftig ihre Funktion erfüllen - als Erosionsriegel, als Rückzugsort für Kleintiere aller Art und als Nistplätze für Vögel.

Zum Thema:
Der Ersatzneubau des Hartmannsdorfer Wehrs gehört zu den größten Wasserbaumaßnahmen Brandenburgs und wird vom Wasser- und Bodenverband "Nördlicher Spreewald" als Vorhabenträger bis 2019 realisiert. Rund 12 Millionen Euro sind für die Realisierung veranschlagt. Dazu gehören Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur. Lübben lässt mit dem Ersatzneubau eine Querung für Fußgänger und Radfahrer errichten und hat dafür 2015 mit dem Verband einen öffentlich-rechtlichen Vertrag abgeschlossen.