Als „großen Erfolg“ wertet Boschan, dass Lieberose nach zehn Jahren erstmals wieder einen ausgeglichenen, bestätigten Haushalt hat. „Es ist allen Beteiligten zu danken“ , so der Amtsdirektor, „dass die Stadt wieder handlungsfähig wird. Sie kann nun in bescheidenem Umfang einen Verwaltungshaushalt führen, kleinere freiwillige Aufgaben erfüllen und in die Stadtsanierung investieren - und zwar ohne Ausnahmegenehmigung der Kommunalaufsicht.“ So soll in diesem Jahr in die Straße Hinterm Graben investiert werden. Dieses Vorhaben schließe den Straßenausbau im Ortskern innerhalb der Städtebausanierung ab. Fördermittel seien dafür akquiriert, so Boschan. Die Gesamtkosten würden sich auf 65 000 Euro summieren. In Lieberoses Ortsteilen Goschen und Trebitz sollen mit 10 000 Euro gemeindeeigene Wohnungen modernisiert werden. „Und wir können die Sanierung der Darre am Schloss angehen, auch wenn dieses Projekt nicht mehr in diesem Jahr zu realisieren sein wird“ , zählt Boschan weitere Beispiele auf. Außerdem solle versucht werden, Fördermittel dafür zu bekommen, den Turm der Stadtkirchen-Ruine vor dem Einsturz zu bewahren. „Von dem bricht uns oben die Krone weg.“
In der Gemeinde Jamlitz sei es bereits im vergangenen Jahr „mit Klimmzügen“ wieder gelungen, mit einem genehmigten Haushalt arbeiten zu können, informiert der Amtsdirektor. Die im Haushaltssicherungskonzept aufgeführten Ansätze „konnten wir so gut umsetzeen, dass wir auch dort allmählich zur Realität zurückfinden“ . Wie in Lieberose würden noch größere Defizite aufgrund der Verbindlichkeiten gegenüber dem Wasser- und Bodenverband bestehen. „Aber ich denke, spätestens 2008 kommen wir auch in Jamlitz ohne Sicherungskonzept aus.“
In diesem Jahr stehen auf der Liste der Investitionsvorhaben in Jamlitz Wohnungsumbau für 10 000 Euro und Dachbauarbeiten am Ullersdorfer Gemeindehaus für 15 000 Euro. Mit der Ausstattung für 3000 Euro soll laut Boschan die Verwandlung eines alten Gutsgebäudes in Leeskow in ein Gemeindehaus abgeschlossen werden.
Auch die Straupitzer hatten einmal keinen genehmigten Haushalt - nun nicht mehr. Zwei größere Investitionen sind in dem Oberspreewalddorf in diesem Jahr vorgesehen, kündigt Boschan die Sanierung der Kirchstraße und den Bau eines Sozialgebäudes auf dem Sportplatz an. Der Sportverein habe dafür Fördermittel aus dem Programm goldener Plan Ost zugesagt bekommen.

Eigentlich gesund
Die Gemeinde, hinter deren Haushalt der Amtsdirektor noch ein Fragezeichen setzt, ist Schwielochsee. Mehr als zwei Millionen Euro klaffen darin. Deshalb glaubt Boschan nicht an die Genehmigung durch die Kommunalaufsicht. Diese Gemeinde sei mit der Entschuldung gegenüber den Wasser- und Bodenverbänden Schwielochsee West und Friedland/Lieberose noch nicht so weit wie etwa Lieberose. Bestünden diese Verbindlichkeiten nicht, so Boschan, „wäre der Haushalt der Gemeinde Schwielochsee gesund“ . Zumindest angekündigt sei jedoch Hilfe vom Schuldenmanagementfonds. „Aber etwas Schriftliches, verbindliches habe ich noch nicht in der Hand.“ Deshalb müsse mit der Kommunalaufsicht „darum gerungen werden“ in Einzelabstimmungen neben den Pflichtaufgaben noch Investitionen zu ermöglichen. So soll für die Goyatzer Feuerwehr durch das Amt ein Löschfahrzeug angeschafft werden, woran sich die Gemeinde beteiligen will. Jeweils 7000 Euro sollen in die Jugendclubs Speichrow und Goyatz gesteckt werden. Für den Bau von Sanitäranlagen auf dem Lamsfelder Sportplatz sind Fördermittel beantragt.

Kritik am Landkreis
In den Haushalten der Gemeinden Schwielochsee wie Byhleguhre-Byhlen sei der Bau einer Radwegeverbindung zwischen Groß Liebitz und Byhlen verankert, sagt Boschan. Es werde angestrebt, sie mit der Stiftung Naturlandschaften kostenneutral für die beiden Gemeinden zu realisieren. Zudem seien 7000 Euro in den Schwielochsee-Etat eingestellt worden, „um mit einem Radweg am See wenigstens anzufangen, auch wenn wir keine Hilfe von außen bekommen“ , sagt Boschan und kritisiert: „Es ist lächerlich, dass es der Landkreis Dahme-Spreewald nicht schafft, nach dem Radwegebau im Oder-Spree-Kreis diesen Weg rund zu bekommen.“ Immerhin gebe es an dem Gewässer sechs Campingplätze.
Noch mit einer weiteren Summe werde die Gemeinde Schwielochsee in diesem Jahr versuchen, etwas für den Tourismus zu tun, so Boschan: Der Goyatzer Gemeinderaum soll so ausgestattet werden, dass damit zugleich das Haus des Gastes erweitert werde. Außerdem komme die Gemeinde mit dem Schaffen eines Wegeleitsystems einer Forderung nach, die sich aus dem Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ ergeben hatte.