Noch sind die großen, weißen Schwäne auf dem Gewässer unter sich. Das wird sich dieser Tage ändern: Auf sechs Kilometern soll zwischen dem Wehr „Eichenwäldchen“ und dem Kahnfährhafen Alt Zauche das ursprüngliche Profil des Gewässers wiederhergestellt und dessen Ränder von Schilf befreit werden.
Dort zeigt sich am Schlimmsten, was den Hochwasserableiter auf insgesamt 13 Kilometern Länge betrifft zwischen dem Wehr Eichenwäldchen kurz vor der Siedlung Horst und dem Zusammenfluss Burg-Lübbener Kanal kurz vor der Spreewaldstadt Lübben. Keineswegs überall, aber an einigen Stellen bis zu einem Meter, hat sich Sand auf der Sohle des Nordumfluters abgelagert. Das ist der eine Grund, warum er weniger Wasser fasst als er soll. Außerdem hat sich an vielen Stellen Schilf angesiedelt. An einigen Stellen rage es bis zu zehn Metern tief in den Nordumfluter hinein, sagt Wolfgang Haas. Von oben sieht es dann aus, als schlängele sich hier ein schmales Flüsschen durch die Spreewaldwiesen.
Ab den ersten Novembertagen wird etwas dagegen getan - zunächst auf den sechs Kilometern zwischen Wehr Eichenwäldchen und Kahnhafen Alt Zauche. Über Nassbaggerarbeiten werden einerseits die Auflandungen beseitigt, informiert Haas. Schätzungsweise 23 000 Kubikmeter Sand sind herauszuholen und abzutransportieren. Sie sollen umweltgerecht entsorgt werden. Das Schilf soll an einigen Stellen gemäht werden, wo möglich aber komplett entfernt und der Boden darunter ausgehoben werden. Haas rechnet mit weiteren 5600 Kubikmetern Sand, die in diesem Zuge weggeschafft werden müssen.
„Wir wollen das ursprüngliche Profil des Nordumfluters wiederherstellen“ , gibt Haas als Ziel vor. „Wir gehen nicht tiefer“ , versichert er. Die schweren Transporter sollen nach Möglichkeit über einen befestigten Weg entlang des Deichs fahren, der anschließend wieder entfernt wird, ansonsten Forstwege nutzen.
Abgesprochen sei die Baumaßnahme unter anderem mit der Biosphäre, der unteren Wasser- und Naturschutzbehörde. „Keine hatte was dagegen“ , sagt Wolfgang Haas.
Bis zum 31. März soll der Nordumfluter auf dem ersten Bauabschnitt zwischen Wehr Eichenwäldchen und Kahnfährhafen Alt Zauche wieder sein ursprüngliches Gesicht erhalten haben. Wann die weiteren Abschnitte folgen, steht noch nicht fest. Weitergehen soll es auf jeden Fall, versichert Haas. Es sei leichter, ein Gewässer regelmäßig zu unterhalten, als einmal einer so groß angelegte Baumaßnahme durchzuführen. Doch in den vergangenen Jahren „konnten wir den Nordumfluter nicht so unterhalten, wie wir es gern getan hätten“ , sagt Haas. Ein erster Schritt war im Winter 2003/2004 unternommen worden, als Buschwerk entfernt, Äste abgesägt und Kopfweiden geköpft worden waren. Etwa alle zwei Jahre soll künftig im wiederhergestellten Hochwasserableiter geprüft werden, ob er genug Wasser fasst und der Nordumfluter unterhalten werden.