| 02:52 Uhr

Niklas knickt Bäume und sorgt für Stromausfall

Die Feuerwehren wie hier in Vetschau im Nachbarkreis OSL, mussten oft ausrücken, um Äste und Bäume zu beräumen.
Die Feuerwehren wie hier in Vetschau im Nachbarkreis OSL, mussten oft ausrücken, um Äste und Bäume zu beräumen. FOTO: Holger Neumann
Lübben/Luckau. 232 wetterbedingte Einsätze in Dahme-Spreewald hat Kreisbrandmeister Ronald Judis nach dem Sturmtief Niklas verzeichnet. 454 Fahrzeuge der Feuerwehren waren unterwegs. Der Sturm deckte Dächer ab. Bäume stürzten um, Äste fielen herab. Am Bahnhof in Brand strandeten zeitweise etwa 100 Fahrgäste, weil die Bahnstrecke gesperrt war. Zum Berufsverkehr rollten wieder die Züge auf der Odeg-Linie RE 2. Ingrid Hoberg und Carmen Berg

Wie der Kreisbrandmeister erklärt, haben sich die Einsätze flächendeckend über den gesamten Landkreis erstreckt. Zu den am stärksten betroffenen Orten gehörten Königs Wusterhausen mit 49 Einsätzen und die Gemeinde Heidesee mit 25 Einsätzen. In Schönefeld seien die Kameraden neunzehn Mal gerufen worden, um Sturmschäden zu beseitigen, so Judis.

Die Gemeinde Märkische Heide gehörte im Süden des Landkreises zu den Schwerpunktbereichen, wie die Leitstelle Lausitz in Cottbus informiert. "Neun Einsätze hatten wir am Dienstag zwischen 14 und 22 Uhr, vier am Mittwochvormittag", sagt Sven Burdack, Chef der Gemeindefeuerwehr. In zwei Fällen waren Stromleitungen betroffen. So war bei Dürrenhofe eine 20-kV-Leitung gerissen. "Wir mussten gegen 21 Uhr auch einen Mann aus dem Gefahrenbereich bringen, dessen Auto dort auf der Straße stehen geblieben war", erklärt Sven Burdack. Die Straßenmeisterei Lübben sorgte für die Verkehrssicherung. Rund 1250 Kunden in Alt Schadow, Dürrenhofe, Hohenbrück, Neuendorf Am See, Neu Lübbenau und Schlepzig waren etwa ab 17.40 Uhr bis in die Nacht gegen 2 Uhr ohne Strom, informiert die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz). Darüber hinaus gab es einige Ortsnetzstörungen in Alt Schadow, Gröditsch und im Ortsteil Buschhäuser.

Von 14.45 bis gegen 17.40 Uhr hatte es einen Stromausfall bei 646 Kunden in Groß Leuthen, Ressen, Schuhlen-Wiese und Wittmannsdorf gegeben, so eine Mitnetz-Pressesprecherin. Dort war ein Baum in eine Mittelspannungsfreileitung im Bereich Schuhlen-Wiese gefallen. Die Feuerwehr Märkische Heide holte sich am Mittwoch für diesen Fall technische Unterstützung aus Lübben. Die freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt ist entsprechend ausgerüstet und war bis gegen 16 Uhr dort im Einsatz. Im Stadtgebiet Lübben hatte es am Dienstag zwei Einsätze im Heideweg und in der Birkenstraße gegeben. "Ohne Hubsteiger konnten wir den Baum nicht herausschneiden, der auf eine Freileitung gefallen war", sagt Sven Burdack. "Ich bin stolz auf unsere Jungs, wie professionell sie bei den Einsätzen in diesen Tagen vorgegangen sind", betont er.

In Lübben kam es auch im Bereich der Försterei Ellerborn zu einem Seilriss auf einer Mittelspannungsfreileitung. Dadurch waren am Dienstag von 16.30 bis gegen 18 Uhr rund 400 Kunden in Lübben ohne Strom.

In Luckau gingen die Wetterunbilden laut Stadtbrandmeister Gerd Walter vergleichsweise glimpflich ab. Mit 69 Kameraden und 13 Fahrzeugen waren die Wehren aus Luckau, Duben, Uckro und Willmersdorf-Stöbritz vom Dienstagnachmittag bis etwas gegen 20.30 Uhr im Einsatz. So waren unter anderem auf der B 102 zwischen Uckro und Falkenberg, auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Willmersdorf und Stöbritz sowie in Luckau Am Mühlberg Bäume zu beräumen. Auf der B 87 zwischen Luckau und Duben mussten die Feuerwehrleute zudem eine Ölspur beseitigen, nachdem einem Lkw der Tank aufgerissen war. "Dieser Notruf fiel genau in die Zeit, als es mit dem Sturm richtig losging", sagt Gerd Walter.

In der Gemeinde Heideblick wurden besonders bei Walddrehna, Weißack und Riedebeck Bäume von "Niklas" gefällt, so Gemeindebrandmeister Thomas Seide. In Goßmar kippte ein Baum in eine Niederspannungsleitung der Stadt- und Überlandwerke Luckau-Lübbenau (SÜLL). Für die Bergungsarbeiten müssten die Monteure die Leitung zunächst trennen. Für etwa zwei Stunden war ein Teil der Goßmarer Haushalte ohne Strom, sagt SÜLL-Geschäftsführer Christoph Kalz.

Fünf Mal rückte die Dahmer Feuerwehr laut Ortswehrführer Karsten Schmidt am stürmischen Dienstag zwischen 14.30 und 21.30 Uhr aus. Unter anderem versperrten in Heinsdorf, zwischen Gebersdorf und Buckow sowie in Wildau-Wentdorf Bäume die Fahrbahn. Auch vor der Dahmer Procurand-Seniorenresidenz kippte ein großer Baum durch den Sturm um. Das Gebäude sowie Menschen kamen dabei jedoch dem Ortswehrführer zufolge nicht zu Schaden.

Mehr als 15 Sturm-Einsätze verzeichneten die Feuerwehren des Amtes Unterspreewald. Neben dem größten, wobei der Sturm Teile des Dachs der Kita in Neu Lübbenau abgerissen hatte, bekamen es die Feuerwehrleute in Golßen mit heruntergefallenen Dachziegeln zu tun. "Daneben hatten wir jede Menge umgestürzte Bäume", resümiert Unterspreewalds Amtsbrandmeister Frank Radke. Gegen 23 Uhr waren die letzten Unterspreewälder Kameraden wieder zurück.

Kreisbrandmeister Ronald Judis zufolge dauerten die Aufräumarbeiten in Dahme-Spreewald auch am Mittwoch noch an.

Mitnetz warnt davor, sich defekten Anlagen und Leitungen zu nähern. Schäden können unter der Telefonnummer 0800 2884400 gemeldet werden.

Im Landkreis Teltow-Fläming waren die Feuerwehren 178 mal ausgerückt. Am gestrigen 1. April mussten sie noch einmal 23 Einsätze fahren, um die stürmische Nacht nachzubereiten, informierte die Kreisverwaltung. Besonders betroffen war der nördliche Bereich von Zossen-Trebbin.