Ungewohntes Bild für Nachtschwärmer in Lübben: Markante Gebäude der Stadt waren am Montagabend, 22. Juni, in rotes Licht getaucht. Lübben sah rot – und zwar aus Gründen. Veranstaltungstechniker Michael Zoschenz hatte die Teilnahme der Spreewaldstadt an der Aktion „Night of Light“ als europaweiter Notruf der Kultur mit organisiert.
„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht“, sagte er. Rathaus, Paul-Gerhardt-Kirche, Schlossturm, Paul-Gerhardt-Gymnasium und der Club „Bellevue“ waren in der Nacht zu Dienstag, 23. Juni, in rotes Licht gehüllt.

Lübbener warnt vor Folgen für die Veranstaltungsbranche

Nachtwächter Frank Selbitz berichtete von seinem Rundgang, dass dies seine Gäste besonders erfreute – doch für die Veranstalter von Kultur in der Kreisstadt war es nichts anderes als ein Hilferuf. Während der übergreifenden Aktion waren europaweit über 8000  stadtbildprägende Kulturgebäude in rotes Licht gehüllt.
„Seit dem 10. März 2020 ist einem kompletten Wirtschaftszweig faktisch die Arbeitsgrundlage entzogen“, schließt sich Michael Zoschenz den Aussagen der übergeordneten „Night-of-Light“-Organisation an. Sie fordert einen Branchendialog mit der Politik, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden. Sonst gibt es nach Corona keine Konzerte, beispielsweise auf der Schlossinsel, und keine Events mehr, warnen Veranstalter.
Beleuchtet waren in der Nacht zu Dienstag in der näheren Umgebung auch prägende Gebäude in Lübbenau, vor allem aber sehr viele Mahnmale und Monumente in den Großstädten.