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Nicht alle staken in die gleiche Richtung

Mit dem Kahn auf Herbstpartie: Lübben ist als Erholungsort bekannt und beliebt, doch für die Zukunft reicht das nicht. An der Kommunikation und Zusammenarbeit der Leistungsträger wie der Politik und der Verwaltung muss in der Spreeewald- und Kreisstadt gearbeitet werden.
Mit dem Kahn auf Herbstpartie: Lübben ist als Erholungsort bekannt und beliebt, doch für die Zukunft reicht das nicht. An der Kommunikation und Zusammenarbeit der Leistungsträger wie der Politik und der Verwaltung muss in der Spreeewald- und Kreisstadt gearbeitet werden. FOTO: I. Hoberg
Lübben. Die Stadt arbeitet an einem Organisations- und Entwicklungskonzept für den Tourismusstandort Lübben – im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der TKS. Bei einem Strategieworkshop haben nun Touristiker mit der Verwaltung und der dwif-Consulting GmbH über eine Tourismuskonzeption diskutiert. Ingrid Hoberg

Welche Guthaben hat Lübben, welche Defizite, wenn es um den Wirtschaftsfaktor Tourismus geht? Stärken und Schwächen hatte Karsten Heinsohn von dwif-Consulting aufgelistet - als Grundlage für die Diskussion, zu der mehr als 20 Teilnehmer ins Rathaus gekommen waren. Neben Expertengesprächen und eigenen Recherchen hat das Beratungsunternehmen auch eine Online-Befragung durchgeführt.

Pluspunkte sind der Status als Erholungsort, die gute Erreichbarkeit der Stadt, der Besuchermagnet Schlossinsel, eine hohe Bettenauslastung. Es werde ein Brutto-Umsatz von 35,6 Millionen Euro im Jahr erzielt. Als Schwächen wurden fehlende Schlechtwetter-Angebote, Lücken im Radwegenetz und eine ungenügende Ausschilderung in der Stadt ausgemacht. Doch die dwif-Analyse zeigte auch: Die mangelnde Kooperation zwischen touristischen Leistungsträgern und den anderen Branchen, zwischen Politik und Verwaltung schwächt den Standort. Oft fehle es an Kommunikation, Vertrauen, Zuverlässigkeit und der Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden, so Heinsohn.

Der Diskussionsabend im Lübbener Rathaus war eine Mammutveranstaltung, so Dieter Günzel, Ehrenvorsitzender des Tourismusvereins. Er sieht die Tourismuswirtschaft, die der Verein vertrete, noch nicht genügend einbezogen. "Eine Online-Umfrage ersetzt nicht Gespräche", sagt er und hofft, dass von den guten Ideen nicht zu viele wieder in Vergessenheit geraten.

Für Verena Micknaß, Q-Stadtsprecherin, war der Abend eine Fortsetzung des Workshops "Lübben 2030" im vergangenen Jahr. Damals hatte sie auch Händler befragt. Die Einbeziehung der Einzelhändler gehöre unbedingt dazu.

Marit Dietrich von der Wirtschaftsförderung der Stadt sieht den Strategieworkshop als eine kreative Veranstaltung, "vor allem deshalb, weil sich so viele unterschiedliche Akteure beteiligt haben, um gemeinsam für Lübben ihre Ideen einzubringen."

"Wenn es uns gelingt, dass der Ideenreichtum und das zielorientierte Miteinander-ins-Gespräch-kommen dieses Workshops stete Praxis in unserer Zusammenarbeit wird, bin ich mir sicher, dass der Freizeit- und Erholungsstandort Lübben in den nächsten Jahren spürbar an Attraktivität gewinnen wird", so Bürgermeister Lars Kolan (SPD).

Zum Thema:
In den Arbeitsgruppen wurde auch darüber diskutiert, welche innovativen Ideen und Projekte Lübben künftig nach vorn bringen könnten. Dazu gehörten: ein Miniatur-Spreewald, eine Kahnschule, ein Tunnel zur Verkehrsentlastung.Bis Ende des Jahres soll das Konzept des beauftragten Unternehmens dwif-Consulting GmbH vorliegen, kündigte Karsten Heinsohn, Bereichsleiter Tourismusbarometer und Monitoring, an.

Beim Strategieworkshop zur Tourismuskonzeption für Lübben wurde auch in kleinen Gruppen diskutiert.
Beim Strategieworkshop zur Tourismuskonzeption für Lübben wurde auch in kleinen Gruppen diskutiert. FOTO: Tarnow/Stadtverwaltung