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| 17:06 Uhr

Kommunalpolitik
Neustart nach der Kommunalwahl in Lieberose

  Petra Dreißig leitet die kommunalen Geschicke in Lieberose.
Petra Dreißig leitet die kommunalen Geschicke in Lieberose. FOTO: privat
Lieberose. Die neu gewählte ehrenamtliche Bürgermeisterin Petra Dreißig wird von einer starken Fraktion unterstützt.

  Mit der Kommunalwahl haben sich in Lieberose die Kräfteverhältnisse im Stadtparlament komplett verschoben. Das Bündnis Zukunft Lieberose verfügt über sechs Mandate und damit über die „absolute Mehrheit“. Die Freie Liste Lieberose kommt lediglich auf zwei Sitze, Linke und Alternative für Lieberose stellen jeweils einen Abgeordneten.

Am Wahltag haben sich die Lieberoser  mit Zweidrittelmehrheit für eine neue ehrenamtliche Bürgermeisterin ausgesprochen: Petra Dreißig wird nach der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Stadtparlaments das Amt von ihrer Vorgängerin Kerstin Michelchen übernehmen. Der Termin der Versammlung steht nicht fest, muss aber laut der stellvertretenden Amtsdirektorin von Lieberose/Oberspreewald, Kerstin Chilla, spätestens 30 Tage nach der Wahl stattfinden.

Kerstin Michelchen möchte das für sie bittere Wahlergebnis nicht kommentieren. „Das ist gelebte Demokratie“, sagt sie lapidar. 26 Jahre lang war sie in Lieberose als Stadtverordnete tätig, 19 Jahre lang, mit einer Unterbrechung durch die Amtszeiten von Manfred Lischeski und Astrid Burisch, war sie ehrenamtliche Bürgermeisterin.

Ihre politische Laufbahn hatte 1993 gleich mit einem Paukenschlag begonnen: Sie organisierte einen deutschlandweit beachteten Schulstreik, um gemeinsam mit Eltern, Schülern und Lehrern die Abwicklung der Schule in Lieberose zu verhindern. In Kerstin Michelchens Amtszeit fällt die Sanierung der Altstadt, der Ausbau von Straßen und Gehwegen und zuletzt der Bau des neuen Spielplatzes an der Darre.

Aus dem einstigen Gefüge der Fraktionen ist nicht mehr viel übrig geblieben: Die Freie Liste Lieberose hat nur noch zwei Sitze und verliert damit ihren Fraktionsstatus. Deren Vorsitzende Kerstin Michelchen will nach eigenen Angaben ihr Mandat nicht annehmen. Der Reihenfolge nach würde Matthias Keller nachrücken. Die Linken sind künftig nur noch mit einem Abgeordneten, Horst Domaschk, vertreten, und damit ebenfalls nicht mehr in Fraktionsstärke.

Die Freie Liste Lieberose kann mit ihren sechs Mandaten quasi „durchregieren“. Petra Dreißig wird als ehrenamtliche Bürgermeisterin ihr Mandat als Stadtverordnete nicht annehmen, sodass nach Beschluss der Fraktion Ulrich Domann nachrücken wird. Vorsitzender der Fraktion bleibt Peter Kossatz. Er spricht von „zahlreichen Baustellen“, die in Lieberose zu beackern seien. Dazu zählt die Wiederherstellung der baulichen Hülle der Alten Dorfschule in Goschen. Außerdem will das Bündnis Zukunft Lieberose mit ihrer ehrenamtlichen Bürgermeisterin an der Spitze den Jugendklub reaktivieren. Ein weiteres Anliegen sei es, „Dreckecken“ in der Stadt zu beseitigen. Außerdem sei es politisches Ziel, Bauland zu schaffen, so Kossatz. Auf der To-Do-Liste der Fraktion steht ferner, das Vereinsleben besser zu koordinieren, sodass es nicht, wie in der Vergangenheit geschehen, zeitlich überlappende Veranstaltungen gibt. Nicht zuletzt will Kossatz sein bereits in der vergangenen Legislaturperiode geäußertes Ziel, einen Bauausschuss im Stadtparlament zu etablieren, verwirklichen. „Wir als Stadt brauchen ein stärkeres Gewicht gegenüber der Amtsverwaltung, gerade auch in Bausachen.“

  Petra Dreißig leitet die kommunalen Geschicke in Lieberose.
Petra Dreißig leitet die kommunalen Geschicke in Lieberose. FOTO: privat