„Es kann nur so viel angeboten werden, wie wir Busfahrer hinters Lenkrad bekommen“ – mit diesem griffigen Kernzitat hat Dr. Ralf Günzel die Leitplanken gesetzt für das künftige Nahverkehrskonzept des Landkreises Dahme-Spreewald. Das bestehende läuft aus, und obwohl Kreistag und -verwaltung dazu nicht unbedingt verpflichtet werden, ist seine Fortschreibung auf den Weg gebracht. Darum kümmern sich die Berliner Verkehrs- und Regionalplaner Proziv. Ralf Günzel ist einer von zwei Geschäftsführern.

Fragebogen für Öffi-Nutzer in Dahme-Spreewald

Basis der Weiterführung soll eine Bürgerbefragung werden, zu der die Kreistags-Abgeordneten im Kreisentwicklungsausschuss diese Woche Fragen und Anregungen hatten. Sie soll von Ende Februar bis Ende Mail laufen, gedruckt in Amtsblättern und elektronisch auf verschiedenen Internetseiten erscheinen. Der Bogen ist anonym zu beantworten, und die Verkehrsplaner interessieren sich vor allem dafür, welche Öffis genutzt werden, wie zufrieden die jeweiligen Personen damit sind und was die Verantwortlichen tun könnten, damit sie noch häufiger genutzt werden. Auf Anregung von Andrea Weigt (Bündnis 90/Die Grünen) soll darüber hinaus gefragt werden, was Menschen hindert, die Öffentlichen zu benutzen.

Mehr Linien, häufigere Fahrten

Auf Basis der Ergebnisse soll der Nahverkehrsplan dann weiter entwickelt werden. Ziel ist es vor allem, mehr öffentliche Linien mit häufigerer Taktung anzubieten. Das hängt nicht nur am Geld, stellte sich auf eine Nachfrage von Beate Burgschweiger (SPD) heraus, sondern vor allem an der Frage, wie die Busfahrer für die Transporte rekrutiert werden. Ralf Günzel machte in dem Zusammenhang auf die Tarifsituation aufmerksam. Berlin und Brandenburg seien die „Schlusslichter“. Würde an diesem Punkt nachgelegt, so könnte das „die Personalbeschaffung möglicherweise entspannen, verschärft aber die Kostensituation“. Dennoch sei es nach derzeitiger Kenntnis schon schwierig genug, 20 bis 30 neue Fahrzeuge zu beschaffen, aber „völlig unmöglich“, sie mit Fahrern auszustatten. Burgschweiger forderte zudem eine enge Abstimmung zwischen Abgeordneten und Planern. „Wenn wir verkehrspolitisch etwas bewegen wollen, müssen wir die Informationen austauschen und die Abstimmungen zwischen Ihrer Arbeit und uns als Abgeordneten relativ dicht halten.“