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| 16:37 Uhr

Energie vom Entsorger
Gunter Hempel übernimmt Pläne und Projekte beim KAEV

 Bernhard Schindler geht, Gunter Hempel kommt: Staffelstabwechsel beim KAEV. Nach zehn Jahren als Verbandsvorsteher geht Bernhard Schindler in den Ruhestand. Gunter Hempel wird die Projekte fortführen und 2019 umsetzen, darunter die Stromgewinnung durch Deponiegas in Ratsvorwerk.
Bernhard Schindler geht, Gunter Hempel kommt: Staffelstabwechsel beim KAEV. Nach zehn Jahren als Verbandsvorsteher geht Bernhard Schindler in den Ruhestand. Gunter Hempel wird die Projekte fortführen und 2019 umsetzen, darunter die Stromgewinnung durch Deponiegas in Ratsvorwerk. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Stabile Gebühren, nachhaltige Projekte und viel Kompetenz: Bernhard Schindler übergibt einen gut sortierten kommunalen Abfallentsorgungsverband an  Nachfolger Gunter Hempel. Von Ingvil Schirling

Zwei große Umzugskisten im Büro des Verbandsvorstehers und eine lange Reihe Akten: Beim kommunalen Abfallentsorgungsverband Niederlausitz war der Freitag kein Tag wie jeder andere. Es war der letzte Arbeitstag des künftigen (Un-)Ruheständlers Bernhard Schindler. Ab 1. Januar 2019 liegen die Geschicke des Verbandes in den Händen seines Nachfolgers Gunter Hempel.

Die Übergangsphase läuft schon seit 1. November, damit eine Einarbeitung erfolgen konnte. Wichtig war sie, weil der Entsorgungsverband zwar einerseits gut aufgestellt und vieles vorbereitet ist, andererseits aber ab 2019 neue Herausforderungen stemmen muss.

Gunter Hempel scheint dafür gut gerüstet. Der gebürtige Cottbuser arbeitet seit mehr als 25 Jahren in der Entsorgungsbranche. Er war bei Becker Umweltdienste, eine GmbH, die das komplette Spektrum der Entsorgungs- und Abfallwirtschaft bedient, und der Firma Remondis, die im Abwasserbereich und der mobilen Entsorgung einen Großteil kommunale Aufträge abarbeitet. Aus der Cottbuser Zeit bei Becker Umweltdienste kenne er auch die KAEV-Region „sehr gut“, sagt er.

Und das ist wichtig, denn die ist groß und umfasst neben den Altkreisen Lübben und Luckau auch den Calauer Bereich. Die 2015 diskutierten Fusionspläne mit den Nachbarverbänden AEV und SBAZV sind endgültig vom Tisch, bestätigt Bernhard Schindler. Der vergleichsweise „kleine“ KAEV sei mittlerweile so gut aufgestellt, dass die Gebühren „mittelfristig“ stabil gehalten werden können.

Dazu trägt maßgeblich ein Projekt bei, das Ende 2019 in Betrieb genommen werden soll: Für gut 800 000 Euro sollen auf dem Gelände der Deponie Ratsvorwerk ein Blockheizkraftwerk und ein kugelförmiger Speicher gebaut werden, um das dortige Deponiegas in Strom umwandeln zu können. Damit wiederum wird die eigene Anlage zur mechanisch-biologischen Behandlung von Restabfall betrieben. Zudem sollen ab 2019 eigene Solaranlagen kommen. Der Erlös wird zusammen auf rund 450 000 Euro geschätzt und trägt zur Beitragsstabilität bei. Obwohl auch der KAEV von Preissteigerungen betroffen ist, obwohl er investieren muss.

Zu den Herausforderungen gehört die Umsetzung der neuen Umweltgesetzgebung. „Da sind wir voll dabei“, sagt Gunter Hempel. Auch die neue Gewerbeabfallverordnung stellt hohe Ansprüche. Sie verlangt im Grunde, dass schon die Gewerbetreibenden ihren Abfall mehr als bisher vorsortieren, doch auch der KAEV muss deshalb investieren.

Wie sich der Markt für Abfall als Rohstoff entwickelt, ist offen. Bei allen Herausforderungen wird Schindler seinem Nachfolger „bei Bedarf“ beratend zur Seite stehen. Privat aber werden, wenn die Umzugskisten aus dem Büro verschwunden sind, Familie, Freunde, Reisen und andere Projekte im Vordergrund stehen.