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| 02:49 Uhr

Neuer CDU-Kreisvorsitzender: "Wir spielen auf Sieg"

Björn Lakenmacher
Björn Lakenmacher FOTO: Prott
Dahme-Spreewald. An der Spitze der CDU Dahme-Spreewald hat es einen Wechsel gegeben. Björn Lakenmacher ist der neue Vorsitzende. In seinem Interview nach der Wahl spricht er über Geschlossenheit, die Finanzaffäre und seine Ziele im Wahljahr.

Herr Lakenmacher, was hat Sie dazu bewogen, dieses Amt zu übernehmen?
Ich bin ja seit mehreren Jahren stellvertretender Kreisvorsitzender und seit 14 Jahren Mitglied der CDU Dahme-Spreewald. Ich bin hier in die Partei eingetreten, die CDU Dahme-Spreewald ist meine politische Heimat. Wir waren - mit Carsten Saß und Olaf Schulze - schon länger ein gut funktionierendes Team. Nun sind wir auch mit Jana Schimke als meiner Stellvertreterin sehr aktiv. Für mich war es nur folgerichtig, die Führungsrolle als Kreisvorsitzender zu übernehmen.

Sie haben also gar nicht lange nachgedacht?
Überhaupt nicht. Als Carsten Saß mich als seinen Nachfolger vorgeschlagen hat, war mir sofort klar, dass ich das Ehrenamt gerne übernehme. Ich habe mich gefreut und keine Sekunde gezögert.

Was finden Sie jetzt vor in der Partei?
Der Kreisparteitag hat für mich gezeigt, dass meine Partei geschlossen ist. Darauf bin ich stolz. Das heißt nicht, dass wir eine homogene Masse an Meinungen wären. Aber gerade mit Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen werden wir zeigen, dass die CDU gemeinsam dafür kämpft, unseren Landkreis und Brandenburg voranzubringen.

Also ein wohltuender Gegensatz zur nicht gerade für ihre Harmonie bekannte Landes-CDU?
Längst nicht mehr. Dort sind wir in sehr ruhigen Fahrwassern, haben die Reibungen hinter uns gelassen. Ich bin mir sicher, dass es so bleibt und sowohl auf Landes- als auch auf Kreis-Ebene in der CDU eine harmonische und geschlossene Zusammenarbeit gibt.

Sie führen die Kreis-CDU nach der Finanzaffäre vom Herbst in ein Wahljahr - mit leerer Kasse. Die damalige Geschäftsführerin steht im Verdacht, Gelder in der Größenordnung von mehreren Zehntausend Euro veruntreut zu haben. Oder ist die Kasse schon wieder gut gefüllt?
Sie ist - dank der Solidarität unserer Mitglieder - nicht mehr ganz leer. Die Kasse wird auch nicht wahlentscheidend sein, sondern unsere engagierten und motivierten Kandidaten und ein überzeugendes Programm, das speziell auf die Schwächen und Stärken unseres Landkreises zugeschnitten ist.

Ein Wort zur Finanzaffäre: Es ist schon erschreckend, was uns da passiert ist. Ich denke aber, dass wir aus der ersten Schockstarre lange raus sind. Ich kann Carsten Saß als damaligem Kreisvorsitzendem nur für die gute Aufarbeitung danken. Es war eine nervenaufreibende und sehr belastende Situation. Er hat Führungsstärke gezeigt und wie man eine solide Aufarbeitung betreibt.

Wie ist nun der Stand der Dinge?
Strafrechtlich laufen die Ermittlungen noch. Zivilrechtlich sind wir dabei, unsere Ansprüche geltend zu machen.

Welche Konsequenzen hat die Kreis-CDU grundsätzlich aus der Affäre gezogen?
Nach dem Stand der Ermittlungen und unserer Einschätzung sieht es so aus, als seien wir in diesem Fall Opfer von hoher krimineller Energie geworden. Wir haben damals sofort reagiert: Konten gesperrt, Daten gesichert, eine Aufarbeitungskommission eingesetzt und Mechanismen eingeführt, die derartige Handlungen künftig sehr erschweren. Uns ist dabei auch klar: Einen hundertprozentigen Schutz kann es nie geben.

Gibt es inzwischen eine neue Kreisgeschäftsführerin?
Seit 1. März hat Katharina Ennulat diese Aufgabe übernommen. Die Kreisgeschäftsstelle ist und bleibt in Lübben an der Berliner Chaussee.

Wohin wollen Sie die CDU Dahme-Spreewald nun führen?
Für mich ist klar: Wenn wir im Wahljahr antreten, dann spielen wir auf Sieg, ob bei der Kommunalwahl oder auf Landesebene. Ich habe den Anspruch, dass die CDU im Landkreis Dahme-Spreewald und in Brandenburg stärkste Partei wird.

Mit Björn Lakenmacher sprach Ingvil Schirling