Die geplante Umgehungsstraße für die Stadt Lübben soll vor Neuendorf von der Bundesstraße abzweigen. Das war im November 2018 überraschend in einer Art Rolle rückwärts festgelegt worden. Nachdem es um die Planung sehr ruhig geworden war, hat das Infrastrukturministerium dies jetzt, ein Jahr später, auf Nachfrage der Stadtverwaltung zum aktuellen Stand zunächst bestätigt. Neu ist die Information zu den nächsten Schritten: Derzeit „erfolgt die Ermittlung der Planungsgrundlagen für die alternative Trassenführung“, heißt es in einem entsprechenden Schreiben. „Das betrifft insbesondere die faunistische Kartierung als Grundlage der Erarbeitung Landschaftspflegerischen Begleitplanung, des Artenschutzrechtlichen Fachbeitrages sowie der FFH-Verträglichkeitsprüfung.“

Als nächstes soll der Baugrund geprüft werden

Darüber hinaus, heißt es weiter, „erfolgt die Erkundung und Begutachtung des Baugrundes im geänderten Trassenbereich unter dessen Berücksichtigung die Erarbeitung der Planunterlagen zur Grundsatzabstimmung mit dem Bund erarbeitet werden.“ Die Entwurfsplanung soll demnach im dritten Quartal 2020 vorliegen.

Der Abzweig vor Neuendorf war in einem früheren Planungsstadium bereits im Gespräch gewesen. Mit der Begründung, damit werde ein Freiraumverbund zerschnitten, wurde 2011 allerdings auf Geheiß des damaligen Verkehrsministers Jörg Vogelsänger (SPD) eine andere Variante weiterverfolgt, die erst nach dem Stadtteil Richtung Nordwesten weg und eng um Treppendorf herumgeführt hätte. Weil dann aber doch die Grenzen dieses Freiraumverbunds auf der Basis neuer methodischer Ansätze nochmals ermittelt wurden, kam die vor Neuendorf abzweigende Variante wieder ins Spiel, wie sie jetzt weiter geplant werden soll. Im November 2018 war die Rolle rückwärts somit komplett.

Bürgerinitiative kritisiert weiterhin fehlenden Variantenvergleich

Grundsätzlicher Gegenwind kommt weiterhin von der Bürgerinitiative Treppendorf. Kern-Kritikpunkt ist, dass die möglichen Varianten, inklusive des innerstädtischen Ausbaus, der mit den Jahren vorangeschritten ist, nie fundiert verglichen und gegeneinander abgewogen worden seien. Dies hatte die Initiative beim Besuch des Petitionsausschusses des Bundestags Anfang Dezember 2018 erneut gefordert. Zu diesem Termin gibt es LR-Informationen zufolge jedoch bis jetzt weder ein Protokoll noch ein Ergebnis.