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| 13:52 Uhr

Aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich
Neue Stätte für psychisch Erkrankte

 Karsten Apel (l.) leitet die Tagesstätte der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in Lübben. Der Vermieter Thomas Kaschke (2.v.l.) überreicht ihm den symbolischen Schlüssel für das Objekt. Die Mitarbeiter der Einrichtung für psychisch kranke Menschen freuen sich auf die neue Herausforderung.
Karsten Apel (l.) leitet die Tagesstätte der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in Lübben. Der Vermieter Thomas Kaschke (2.v.l.) überreicht ihm den symbolischen Schlüssel für das Objekt. Die Mitarbeiter der Einrichtung für psychisch kranke Menschen freuen sich auf die neue Herausforderung. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Dienstag nimmt die Einrichtung der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in Lübben ihre Arbeit auf. Von Andreas Staindl

Bis zum Schluss wurde fleißig gewerkelt, geputzt und alles liebevoll hergerichtet. Am Freitagnachmittag ist die Tagesstätte „Zum Schober“ in der Weinbergstraße 19a in Lübben eröffnet worden. Sie bietet psychisch kranken Menschen Beschäftigung und Tagesstrukturierung im Rahmen der Eingliederungshilfe. Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal mit ihrer Tochter Lobetaler Wohnen gGmbH ist der Träger der Einrichtung.

20 psychisch kranke Menschen haben Platz im neuen Objekt. Das ist doppelt so viel wie in den bisherigen Räumlichkeiten in der Luckauer Straße in Lübben, wie Yvonne Hein sagt. Die Fachbereichsleiterin der „Lobetaler Wohnen“ zufolge können in den neuen Räumlichkeiten auch Menschen aus weiteren Einrichtungen des Unternehmens in Halbe und Teupitz sowie von anderen Trägern in der Region betreut werden. „Das neue Objekt ist eine Tagesstätte für den gesamten Landkreis Dahme-Spreewald“, sagt Joachim Rebele, Geschäftsführer der „Lobetaler Wohnen“. Er wünscht sich, „dass wir Teil eines Netzwerks in Lübben und der Region werden“.

Die neue Tagesstätte bietet eine Werkstatt für Holzbearbeitung. Alte Kleinmöbel werden dort restauriert, auch Neuanfertigungen sind möglich. Zudem gibt es eine Werkstatt für Korbflechterei inklusive der Stuhlflechterei. Auch eine Kreativwerkstatt wurde eingerichtet. Dort werden Holzdekorationen angefertigt. Eine große Küche befindet sich ebenfalls in der Tagesstätte. Die psychisch kranken Menschen können sich dort Frühstück und Mittagessen zubereiten sowie Arbeiten der Hauswirtschaft üben.

Eine weitere Arbeitsgruppe wird Grünanlagen pflegen. Fachkräfte leiten die Tätigkeiten an. Sie begleiten den psychosozialen Prozess bis hin zur Praktikumsvermittlung. Ziel der Tagesstätte ist es, dass betroffene Menschen Tagesstruktur erlernen und Arbeitsgrundfähigkeit erlangen, sie in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden. Sie können sich auf insgesamt 350 Quadratmeter ausprobieren, Interessen und Neigungen vertiefen.

Dahme-Spreewalds Sozialdezernent Carsten Saß (CDU) freut sich über das neue Angebot, denn „es gibt Menschen, die haben tolle Talente, nur sind diese oft verschüttet gegangen. Hier haben sie die Chance, diese wieder zu aktivieren.“ Auch Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) ist „froh, dass es Institutionen gibt, die sich um diese Menschen kümmern“. Für ihn ist die Tagesstätte „Zum Schober“ so etwas wie der „große Bruder des ´Schobertreffs´ in der Innenstadt“.

Auch diese kleine Begegnungsstätte, die vor einem Jahr eröffnet wurde, dient als Trainingsstätte für psychisch kranke Menschen. „Sie ist ein Mehrwert für unsere Stadt“, sagt Lars Kolan. „Und auch mein erster Eindruck von der neuen Tagesstätte ist äußerst positiv.“ Karsten Apel leitet diese: „Was hier entstanden ist, hätte ich mir vor anderthalb Jahren nicht erträumt.“ Er dankte allen, die geholfen haben, das Objekt herzurichten, lobte zudem ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden, aber auch mit der Geschäftsführung des Unternehmens: „Ein Rädchen hat hervorragend ins andere gegriffen.“

Dabei war die Umsetzung des Projekts auch für den Träger Neuland. „Die Leute hier vor Ort haben mir von Beginn an gesagt, dass ich ihnen vertrauen kann, sie eigene Ideen entwickeln und umsetzen“, sagt Joachim Rebele. „Ich habe mich darauf eingelassen und bin nicht enttäuscht worden. Es hat alles wunderbar geklappt. So wie es hier in Lübben gelaufen ist, das ist schon außergewöhnlich.“

Der Geschäftsführer der „Lobetaler Wohnen“ will „auch künftig die Leute vor Ort entscheiden lassen, wo die Entwicklung hingeht. Ein Konzept von uns wird es nicht geben.“ Er war nicht der Einzige, der von Karsten Apel und seinen Mitarbeitern überrascht wurde. „Hier wird künftig in hoher und vorbildlicher Qualität gearbeitet, das sieht und spürt man schon“, sagt Martin Wulff, Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Er dankte auch dem Vermieter Thomas Kaschke, der die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und sagt: „Ein so gutes Miteinander gibt es nicht überall.“ Am Dienstag nimmt die Tagesstätte ihre Arbeit offiziell auf. Pfarrer Thomas Jaeger hat den künftigen Nutzern und Besuchern den Segen erteilt während der Eröffnung.

 Karsten Apel (l.) leitet die Tagesstätte der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in Lübben. Der Vermieter Thomas Kaschke (2.v.l.) überreicht ihm den symbolischen Schlüssel für das Objekt. Die Mitarbeiter der Einrichtung für psychisch kranke Menschen freuen sich auf die neue Herausforderung.
Karsten Apel (l.) leitet die Tagesstätte der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal in Lübben. Der Vermieter Thomas Kaschke (2.v.l.) überreicht ihm den symbolischen Schlüssel für das Objekt. Die Mitarbeiter der Einrichtung für psychisch kranke Menschen freuen sich auf die neue Herausforderung. FOTO: Andreas Staindl