Laurent Golon ist aus Paris angereist. Der Soundkünstler arbeitet gern mit Material, das er vor Ort findet. Daraus konstruiert er Maschinen, die "arbeiten" und dabei eine Geräuschkulisse aufbauen. "Ich bin kein Musiker", betont er. Dennoch beeindruckte ihn während der Ostrale 2009 auf dem alten Schlachthofgelände in Dresden, wie sich das Publikum seiner Arbeit näherte und den Tönen seiner Maschinen wie im Konzert lauschte. Ob seine Arbeit im Spreewald auch diese Dimension annimmt wie in Dresden, das ist noch nicht entschieden. Damals hatte er einen ganzen Kuhstall, in dem seine Klanginstallation wirken konnte.

Wie großartig die Kulturlandschaft Spreewald ist, das hat er bei seinem ersten Arbeitsbesuch erkundet. Bei sonnigem Herbstwetter fuhr er gemeinsam mit Christian Gracza hinaus aufs Land. 24 Künstler haben sich an der Ausschreibung, die zum ersten Mal bundesweit erfolgte, beteiligt, so der Kurator. 18 werden nach der Vorstellung ihrer Konzepte vom Kuratorium ausgewählt.

Der Kurator verweist darauf, dass 2013 das benachbarte Amt Lieberose/Oberspreewald erstmals in die Aquamediale einbezogen wird. Anlass ist das Leichhardt-Jahr, das zum 200. Geburtstag des Australienforschers veranstaltet wird. Der Landkreis Dahme-Spreewald sieht die Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose mit Sitz in Goyatz als willkommene Ergänzung im bisherigen Kreis der Projektpartner. "Aus dieser Erweiterung ergibt sich, dass wir rund 65 Kilometer Wasserwege haben. Diese Strecke können wir zwar nicht komplett ,bespielen', werden aber Schwerpunkte von Lübben nach Goyatz entlang der Fließe setzen", sagt Christian Gracza. "Die Künstler suchen sich selbst die Station aus, an der sie ihr Konzept umsetzen wollen", betont er. Das sei ein Schaffensprozess, konkrete Vorgaben gebe es nicht. Gemeinsam mit den Partnern in den Kommunen und Dörfern werden künstlerisch interessante Plätze gesucht. Eingebunden werden die Ortschaften Schlepzig, Leibsch, Neuendorf am See, Alt-Schadow, Werder, Kossenblatt, Brietsch, Trebatsch, Sawall, Zaue und Goyatz. In einem Förderverein, der gegründet wird, sollen dann die Interessenvertreter zusammengeführt werden. Künftig sei die Einbindung weiterer Orte nicht ausgeschlossen, so Christian Gracza. Und die Aquamediale will noch einen Schritt weiter gehen - es sollen Vernetzungen mit Partnern in Polen und Tschechien hergestellt werden. "Wir haben bereits Gespräche zur Art Transparent Foundation in Wroclaw aufgenommen", erklärt er. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit werde der Erfahrungsaustausch in der Vermittlung von zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum bilden. "Da gibt es immer Reibungspunkte", weiß der Kurator.

Für Laurent Golon heißt es nun nach der Rundfahrt durch den Spreewald, ein Sound- und Maschinen-Konzept zu entwickeln - passend zu seinem Lieblingsort, den er nicht dominieren, aber prägen will. Die Besucher der Aquamediale 9 dürfen schon gespannt sein.

Zum Thema:
Der Landkreis Dahme-Spreewald ist Träger der Aquamediale und veranstaltet dieses Kunstprojekt gemeinsam mit der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH Lübben. Eine Reihe von Förderern und Sponsoren unterstützen das Kunstfest, das im Jahr 2013 mit der Ehrung des Naturforschers Ludwig Leichhardt (1813 bis 1848) verbunden wird. Auf der Internetseite http:/laurent.golon.free.fr/ stellt der Künstler aus Paris seine Arbeit vor. Auch zur Ostrale 2009 in Dresden gibt es ein Video auf Youtube.