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| 17:43 Uhr

Gastronomie in der Darre
Frischer Wind in der Darre-Küche

Alexander Hiller (l./36) und Andreas Hiller (32), Spitzenköche aus Berlin, wollen das Restaurant in der Lieberoser Darre übernehmen. Die Brüder haben sich in der Stadtverordnetenversammlung kurz vorgestellt. Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich dem Pachtvertrag zu.
Alexander Hiller (l./36) und Andreas Hiller (32), Spitzenköche aus Berlin, wollen das Restaurant in der Lieberoser Darre übernehmen. Die Brüder haben sich in der Stadtverordnetenversammlung kurz vorgestellt. Die Abgeordneten stimmten mehrheitlich dem Pachtvertrag zu. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lieberose. Die Hiller-Brüder wollen für ein neues gastronomisches Angebot im Bürgerzentrum sorgen.

Der Duft von frisch zubereiteten Speisen zieht durch das Haus - nein, so weit ist es am Dienstagabend im Bürgerzentrum Darre noch nicht. Doch mit Alexander und Andreas Hiller haben sich zwei Köche vorgestellt, die das Restaurant wieder zu neuem Leben erwecken wollen. Und die Hoffnung der Lieberoser ist groß, dass die Gastronomie wiederbelebt wird.

Die Brüder verweisen darauf, dass sie mit zwei Firmen in Berlin erfolgreich in der Branche tätig seien. Zum einen mit Holy Trinity BBQ, zum anderen mit Hillers Kitchen Tool, dem Vertrieb von Kücheneinrichtungen. „Seit sieben Jahren sind wir selbstständig. Wir gehen nicht im Blindflug an dieses Vorhaben“, sagt Alexander Hiller. Geboren in Halle/Saale, zum Teil aufgewachsen in Finsterwalde und später in Berlin, sieht er seine Wurzeln im Regionalen, mit Erfahrungen in der Spitzengastronomie. Gelernt habe er in der französischen Sterneküche. „Mit 24 Jahren war ich der jüngste Küchenchef in Berlin“, gibt er einen Einblick in seinen beruflichen Werdegang. Im VAU, dem Restaurant von Kolja Kleeberg, habe es begonnen. Sein Bruder Andreas folgte ihm auf dieser Spur.

Die Küche, die sie in Lieberose entwickeln wollen, soll frisch und regional sein. Ziel sei es, vier bis fünf Hauptgerichte und ein bis zwei Desserts auf die Karte zu bringen, die wöchentlich oder zweiwöchentlich wechselt. Die Produkte der Saison aus der Region hätten eine größere Nachhaltigkeit als  Bio-Produkte, die aus der Ferne kommen. Die Zusammenarbeit mit heimischen Anbietern steht für die beiden Köche deshalb ganz oben. „Bei uns gibt es beispielsweise kein Olivenöl , weil es nicht in der Region produziert wird“, sagt Alexander Hiller. „Regional“ werde für ihn ganz groß geschrieben.

Auf die Darre sei er durch Zufall aufmerksam geworden. „Ich war eigentlich auf der Suche nach einer Küche, in der ich Vorbereitungen  für das Catering in Berlin machen könnte“, erzählt Alexander Hiller. Seit einem Jahr wohnt er mit seiner Freundin und mit Kind in Straupitz und will deshalb nicht mehr so oft nach Berlin fahren. Dass nun in Lieberose gleich noch ein Restaurant zu mieten ist, habe sich dann in den Gesprächen mit der Stadt und dem Amt ergeben.

Im nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung ist am Dienstag der Abschluss des Pachtvertrags mit fünf Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen beschlossen worden, wie die Amtsverwaltung mitteilt. Nun können die Pächter und das Amt Lieberose/Oberspreewald den Vertrag unterzeichnen.

Am Freitag soll voraussichtlich die Übergabe der Küche erfolgen. Für Alexander und Andreas Hiller heißt es, noch eine Reihe von Behördengängen zu absolvieren. Bisher habe die Zusammenarbeit gut funktioniert. Von der Überprüfung aller elektrischen Geräte bis hin zur Beantragung der Alkohollizenz reicht die Spanne. „Und ich werde in den nächsten beiden Wochen auf Akquise gehen, wer mit uns zusammenarbeiten und unsere Küche in Anspruch nehmen will“, sagt Alexander Hiller. Zum Eröffnungstermin will er sich noch nicht äußern. Diese Frage hat Heinz-Gerd Hesse vom Förderverein gestellt, sie interessiert viele Lieberoser.  „Einige haben mich schon nach der Versammlung gefragt, ob wir eine Geburtstagsfeier übernehmen können“, erzählt Alexander Hiller.

„Erwartungsvoll“ sieht Bürgermeisterin Kerstin Michelchen (Freie Liste Lieberose) dem Vorhaben der Brüder entgegen. Ihre Fraktion und die Linke haben der Beschlussvorlage zum Pachtvertrag zugestimmt. „Wir sind froh, dass jemand die Tür aufmachen will“, sagt sie. Der Darre-Saal werde wie bisher den Vereinen zur Verfügung stehen.