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Neu sehen bedeutet neu denken

Lübben. Drei Monate, 15 Arbeiten, 16 Künstler, fünf Veranstaltungen. Das ist die zwölfte Aquamediale in Lübben und Umgebung, die am 3. Ingvil Schirling

Juni eröffnet wird. Am Mittwoch dieser Woche hat die LR sieben der 16 Künstler vorgestellt. Heute präsentieren wir die weiteren neun Männer und Frauen samt ihren Ideen. Oberthema des Kunstfestivals im Spreewald ist "Glaube Liebe Hoffnung", angelehnt an den Korintherbrief und damit auch an das Lutherjahr. Kurator Harald Larisch hat eine kleine Anleitung hinzugefügt. Sie lautet: "Neu sehen bedeutet neu denken bedeutet neu sehen."

Die künstlerischen Arbeiten werden wieder wie früher rund um die Schloss- und Liebesinsel zu sehen sein, können mit dem Kahn vom Wasser aus erlebt werden. Für sie gilt der Satz vom neu Sehen besonders. Wenn Luther im ganz Großen mit seinen Thesen die von Geld und Macht geprägte Ausrichtung des christlichen Glaubens bis heute veränderte, gilt das im Kleinen auch für Kunstwerke und den Betrachter? Entdeckt er in der Natur mehr und andere Dinge, wenn er zuvor eine künstlerisch veränderte Variante davon gesehen hat? Zieht er Rückschlüsse auf sein Leben, seinen Alltag? Inspiriert er sich und andere, neue Details zu entdecken? Vor diesem Hintergrund nehmen die Künstler das Thema ins Visier.

Davon lässt sich aber auch das Rahmenprogramm leiten. Auch wenn eine Gurkenbockwurst prima als Street Food geeignet ist - selten käme jemand von sich aus auf die Idee, sie als solches zu präsentieren. Die Aquamediale-Organisatoren um Projektkoordinatorin Anika Schäfer vom Veranstalter Landkreis Dahme-Spreewald versuchen es. Deshalb gibt es nicht nur einen Eröffnungsgottesdienst und eine Kunstkahnfahrt mit Kulturministerin und Landrat, sondern über die Sommermonate verteilt auch Aquamediale-Kunstmärkte in der Region. Schlepzig (15./16. Juli), Groß Leuthen (12. August) und Lübbenau (23./24. September) verführen dazu, den Spreewald mit anderen Augen zu betrachten. In Raddusch wird die Aquamediale nach derzeitigem Planungsstand am 1. Juli zu Gast sein und keine eigene Veranstaltung haben.