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"Naschgarten" steht in Schlepzig an der ersten Stelle

Gabi Wolf (links) hat in Uckro Gartentipps an die Besucher weitergegeben. Zum Tag des offenen Gartens war ein reger Publikumsverkehr zu verbuchen.
Gabi Wolf (links) hat in Uckro Gartentipps an die Besucher weitergegeben. Zum Tag des offenen Gartens war ein reger Publikumsverkehr zu verbuchen. FOTO: Foto-Zahn
Schlepzig. Die Geschichte der "Offenen Gärten" geht auf eine Initiative in England im Jahre 1927 zurück. Zum Andenken an Königin Alexandra öffneten Gartenbesitzer ihre attraktiven Privatgärten für Besucher an bestimmten Tagen mit dem Ziel, das Erlebnis mit dem Nützlichen zu verbinden und die Eintrittsgelder einem Hilfsfonds für die Krankenpflege zukommen zu lassen. Jürgen Harnath

Die 1925 verstorbene Königin hatte sich stets für Arme und Kranke engagiert.

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde die Aktion der "Offenen Gärten" zunächst in Norddeutschland aufgegriffen und verbreitete sich dann rasch in allen Teilen der Bundesrepublik. Seit 2004 organisiert der Arbeitskreis "Offene Gärten" gemeinsam mit der Urania "Wilhelm Foerster" Potsdam e. V. in ehrenamtlicher Arbeit die Veranstaltungsreihe "Offene Gärten" in der Region Berlin-Brandenburg. Waren es 2004 lediglich acht Teilnehmergärten, konnten 2017 bereits 119 Gärten besucht werden. Im Landkreis Dahme-Spreewald ist die Veranstaltung eine Kooperation zwischen dem Kulturbund Dahme-Spreewald e.V. und der Volkshochschule Dahme-Spreewald. In diesem Jahr präsentierten die Teilnehmer am 19. und 20. August bereits zum 17. Mal ihre grünen Oasen den Interessierten Besuchern. Von Königs Wusterhausen bis Luckau gab es für die Besucher 20 unterschiedlich schöne und besondere Gärten zu entdecken.

Unter den diesjährigen Teilnehmern waren auch Christiane Schmidt und Andreas Willsch aus Schlepzig. Seit drei Jahren gestalten sie mit viel Fleiß, Arbeit und Kreativität ihr grünes Paradies. In ihrem weitläufigen Garten findet man neben Gestaltungselementen wie Hochbeeten, einem Steinbeet oder dem Rosenbogen auch ganz ursprüngliche Beete in Mischkultur. Dort findet schon mal die Sonnenblume neben der Zucchinipflanze oder die Erdbeere neben diversen Kräutern ihren Platz. Im Garten verteilt bieten Liege-und Sitzplätze immer neue Ein-und Ausblicke. Die beiden Schlepziger öffneten in diesem Jahr zum zweiten Mal ihren Garten. "Uns hat gefallen wie andere dort mitmachten, wie man sich Ideen abgucken kann. Und so haben wir 2016 gesagt, da machen wir einfach mal mit. Die Resonanz war toll. Wir konnten viele neue Kontakte zu anderen Gartenfreunden knüpfen. Und so sind wir in diesem Jahr auch wieder dabei", sagte Christiane Schmidt.

Für beide steht der Spaß am der Gartenarbeit in ihrem "Naschgarten" an erster Stelle. Sie sehen ihre grüne Oase als Ausgleich zum Beruf. Sind doch beide Berufspendler nach Berlin. Auch in diesem Jahr hatten wieder viele Gartenfreunde den Weg nach Schlepzig gefunden. So wie Elke und Torsten Simon aus Sömmerda. Sie waren eigentlich wegen einer Kahnfahrt nach Schlepzig gekommen. "Wir haben zufällig das Plakat am Eingang entdeckt und wurden neugierig. Wir haben zu Hause auch einen großen Garten und können neue Ideen immer gebrauchen", erklärte Elke Simon. "Vor allem das Mischbeet hat uns gefallen. So etwas werden wir auch anlegen", ergänzte Ehemann Torsten. Auch im nächsten Jahr wird der Garten von Christiane Schmidt und Andreas Willsch für Gartenfreunde aus Nah und Fern wieder geöffnet sein.