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| 16:24 Uhr

ÖPNV-Konzept für Lübben
Verkehrsverbund analysiert Fahrgastzahlen für die Region

Der Lübbener Bahnhof und sein Umfeld spielen auch bei der Stadtentwicklung eine Rolle. Wachsende Pendlerzahlen stellen auch hier neue Anforderungen. Stellplätze für Autos wie für Fahrräder sind jetzt schon knapp.
Der Lübbener Bahnhof und sein Umfeld spielen auch bei der Stadtentwicklung eine Rolle. Wachsende Pendlerzahlen stellen auch hier neue Anforderungen. Stellplätze für Autos wie für Fahrräder sind jetzt schon knapp. FOTO: Ingvil Schirling / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Lübben. Die Stadt Lübben wird ins Wachstum der Hauptstadtregion einbezogen. Von Ingrid Hoberg

Mit gegenwärtig 14 100 Einwohnern bewegt sich die Kreisstadt direkt auf die für das Jahr 2030 prognostizierte Zahl von rund 15 000 Einwohnern zu. Diskutiert  wird in der Lübbener Stadtverordnetenversammlung gegenwärtig das Integrierte Entwicklungskonzept „Mein Lübben 2030“ - und in diesem Zusammenhang interessiert die Abgeordneten auch das ÖPNV-Konzept. „Die Bahnverbindung Berlin - Lübben - Cottbus ist Bestandteil der Wachstumsentwicklung. Die Strecke wird immer begehrter“, sagt Jens Richter, Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung, Bildung, Jugend, Kultur und Soziales. Er hatte in dieser Funktion  einen Vertreter der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (VBB) nach Lübben eingeladen und Thomas Dill, Bereichsleiter des Centers für Nahverkehrs- und Qualitätsmanagement, war Gast in der Ausschusssitzung am Montagabend im Lübbener Rathaus.

„Ziel ist es, mit dem VBB ins Gespräch zu kommen, um sich zukünftig frühzeitig bei der Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs als Kreisstadt einzubringen“, betont Richter. Selbst als Pendler auf der Strecke fast täglich unterwegs, kennt er die Probleme und hat miterlebt, wie die Meldung „eingeschlagen“ hatte, dass die Anbindung von Lübben in Frage gestellt werde. „Das war Thema Nr. 1 an diesem Tag bei allen im Zug“, sagt er. Dazu erklärte Thomas Dill, dass es sich dabei ausschließlich um die Aussage eines Beraters der Bürgerinitiative Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz gehandelt habe.

Der Bereichsleiter des VBB stellte die Nachfrageentwicklung und die Kapazitäten vor. Berlin wächst, die Stadtgrenzen für Wohnen und Arbeiten erweitern sich. „Wir gehen von einer Verdopplung der Verkehre hinter Königs Wusterhaus aus“, stellt er zum Trend für die Entwicklung in den nächsten 15 Jahren fest. Das wären 16 000 Fahrgäste pro Tag. Hinter Lübben wird mit einer Nachfragesteigerung von 88 Prozent (11 450 Fahrgäste) gerecht. Hinter Lübbenau wird noch von einem plus von 67 Prozent (9000 Fahrgäste) ausgegangen. Die Strecke KW - Cottbus  ist auf seiner Übersichtskarte rot markiert. In diesem Korridor seien keine weiteren Kapazitäten vorhanden. Den prognostizierten Nachfragesteigerungen kann nach der Analyse des VBB nur mit aufwendigen Angebotserweiterungen sowie dem Infrastrukturausbau begegnet werden.

Dazu gehört eine mögliche IC-Line nach Cottbus. Engpässe seien der Nordkopf des Bahnhofs KW und der Abschnitt Lübbenau - Cottbus, wo ein zweigleisiger Ausbau erforderlich sei, so Thomas Dill. Auch die Inbetriebnahme der Dresdner Bahn in Berlin gehört zu den Empfehlungen des VBB.

Ab Dezember 2022 soll das Netz Elbe-Spree ausgebaut werden. Das erste Los ist der RE 2, der im Stundentakt fährt - neuer Endpunkt ist Nauen. Raddusch und Kolkwitz/Kundersdorf (alternierend) sollen wieder ans Netz. Ein RE2-Verdichter wird währen der Hauptverkehrszeiten im Stundentakt fahren - aufgrund der Eingleisigkeit nur zwischen Berlin und Lübbenau. Zwischenhalte sind in Lübben, KW und Berlin (alle Stationen) vorgesehen. Mit der Anschaffung von neuen Fahrzeugen soll die Kapazität auf 550 Sitzplätze erhöhlt werden. Es gebe allerdings eine Lieferzeit von etwa vier Jahren bei Schienenfahrzeugen.

Die zweite Betriebsstufe könnte voraussichtlich im Dezember 2025 erfolgen. Dann soll ein neuer RE 20 im Stundentakt Berlin - Flughafen BER - Cottbus den RE2V ersetzen.

Bürgermeister Lars Kolan (SPD), diesmal Gast im Fachausschuss, zeigte sich von der Analyse des VBB bestätigt. „Wir können auf das Wachstum von Lübben vertrauen - die Zuversicht gibt uns diese Einschätzung“, sagt er und verwies darauf, dass die Stadt daran arbeitet, den Bedarf bei Schulen und Kitas abzudecken.

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