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| 01:04 Uhr

Naht das Ende des Gurkenstreits?

Lübben.. Eine lange Geschichte kommt zu einem – hoffentlich guten – Ende: Der Gurkenstreit, so Dieter Irlbacher vom Spreewaldverein, sei „zu 99 Prozent“ ausgestanden.

Erbittert hatte der Spreewaldverein darum gestritten, dass nur Gurken als „Spreewälder Art“ bezeichnet werden dürfen, die zu einem hohen Prozentsatz im Spreewald angebaut und hier verarbeitet werden. „Hier“ bedeutet in diesem Fall: innerhalb der Grenzen des Wirtschaftsraums Spreewald.
Zu diesem gehört der Jüterboger Gurkenverarbeiter „Jütro“ gerade eben nicht mehr. Er wollte aber trotzdem sein „Gurkenfässchen Spreewälder Art“ bei einer Lebensmittelkette weiter verkaufen und ging gegen die Abgrenzung des Wirtschaftsraums gerichtlich vor. 2003 wurde letzterer allerdings anerkannt. Revision wurde nicht zugelassen. Da der Spreewaldverein selbst nicht gerichtlich auftreten kann, übernahm Konrad Linkenheil von der Golßener Spreewaldkonserve diesen Part.
Im November vergangenen Jahres wurde der „Jütro“ , berichtet Dieter Irlbacher, außerdem gerichtlich untersagt, eben diese Gurkenfässchen zu produzieren und in den Handel zu bringen. Dem Kläger und damit indirekt dem Spreewaldverein wurde das Druckmittel in die Hand gegeben, dass „Jütro“ gegen die Hinterlegung einer Kaution von 260 000 Euro sofort untersagt werden kann, diese Produkte zu verkaufen. Dann müsste die Firma sämtliche Gläser umgehend aus den Regalen nehmen. Was vorproduziert und mit Etikett versehen wäre, müsste aus dem Umlauf genomen werden.
Mit diesem Druckmittel wollen der Golßener Gurkenproduzent und der Spreewaldverein nun mit den Jüterbogern verhandeln, damit die Firma „Jütro“ eine Klage über die Abgrenzung des Wirtschaftsraums zurücknimmt, die noch beim Verwaltungsgericht Berlin anhängig ist und, wie Irlbacher einschätzt, ohnehin wenig Aussicht auf Erfolg hat.
Wenn dies geschieht, so Irlbacher, „würde der Gurkenstreit in diesem Jahr ein für alle mal beendet. Das wäre ein großer Erfolg für die Region.“ (is)