(red/kr) Im Windkanal fliegen oder den Wald bei Nacht erkunden – das erwartet die Schüler ab der 9. Klasse, die sich für das Herbstcamp vom 13. bis 18. Oktober im KiEZ am Frauensee entschieden haben. Die Organisation erfolgt durch die Handwerkskammer (HWK) Cottbus gemeinsam mit dem Netzwerk Zukunft. Schule + Wirtschaft für Brandenburg e.V.

Nachdem die Handwerkskammer Cottbus bereits drei Sommercamps im Lehrbauhof Großräschen durchgeführt hat, die völlig ausgebucht waren, startet jetzt das Herbstcamp im Landkreis Dahme-Spreewald. Vier Handwerksbetriebe haben Projektarbeiten vorbereitet, mit denen die Jugendlichen die Berufe Tischler, Metallbauer, Elektroniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erleben.

Am Montag startet die erste Gruppe von jeweils zwei Jugendlichen in der Tischlerei und Drechslerei Michael Haase in Heidesee. Betriebsleiter Thilo Vetter hat Gestellsägen bereitgestellt, mit denen die Jugendlichen von Hand eine Bohle bearbeiten, Leisten hobeln sowie Schlitz- und Zapfenverbindungen anwenden. „Mit klassischen Handwerkszeugen erlernen die Jugendlichen erste Fingerfertigkeiten und präzises Arbeiten, die für den Beruf des Tischlers Voraussetzung sind. Wir verwenden vorwiegend einheimisches Vollholz, um Treppen, Türen oder Carports für unsere Kunden herzustellen.“

Mit dem Unternehmen Berkhauer Bäder-Heizung-Wartung aus Zeuthen erleben die Jugendlichen live, wie der Austausch eines Warmwasserspeichers, inklusive des Verteilers und der Anpassung von Rohrleitungen, beim Kunden abläuft.

Die Zagorni Metallbau GmbH aus Wildau fertigt und repariert Aufzugskabinen, Schachtverkleidungen und -türen in Glas oder Edelstahl. Die Jugendlichen lernen den Aufzugsbau kennen und werden selbst Bleche bearbeiten.

Besondere Aufgaben unter Spannung hält die se.services GmbH in Schulzendorf bereit. Im Lehrkabinett starten die Jugendlichen mit dem Löten, Installieren und Klemmen elektrotechnischer Schaltungen und erleben, wie die Schaltung danach funktioniert. Das Unternehmen ist mit seinen Leistungen auf beiden Berliner  Flughäfen, zur Wartung im A10-Center oder in Gemeinden für die Straßenbeleuchtung tätig.

Neben den Handwerksberufen erleben die Jugendlichen im Herbstcamp auch Grüne Berufe für die Forst- und Landwirtschaft.

Gerald Krüger, Elektroinstallateurmeister und Vorstandsmitglied der HWK Cottbus: „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, dieses Herbstcamp zu organisieren, denn das Sommercamp im Süden des Kammerbezirkes ist sehr beliebt. Es war schon immer unser Ziel, Jugendliche an das Handwerk heranzuführen. Ihnen das Erlebnis zu bieten, wie viel Freude es macht, etwas mit den Händen zu schaffen. Das funktioniert natürlich leichter, wenn es mit Spaß und Spiel verbunden ist. In der Vergangenheit wurde unseren jungen Menschen empfohlen, dass man studieren muss, um in der Gesellschaft zu existieren. Nun haben wir das Ergebnis: keine Auszubildenden und keinen Bezug zu Arbeiten im und mit dem Handwerk. Wir fangen bei null an und die Handwerksunternehmen machen mit, weil sie erkannt haben, nur wenn wir es schaffen, die Jugend für das Handwerk zu begeistern und näher zu bringen, haben wir größere Chancen Auszubildende zu bekommen.“