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| 10:38 Uhr

Nachwuchs wird seltenes Gut

Mit dem Ehrenzeichen der Landesjugendfeuerwehr ist Mandy Schneider bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Lübben ausgezeichnet worden. Christian Liebe, Matthias Kukorudz und Stefan Olesch (von links) aus der Leitung der Kreisjugendfeuerwehr überreichten ihr die Ehrung.
Mit dem Ehrenzeichen der Landesjugendfeuerwehr ist Mandy Schneider bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Lübben ausgezeichnet worden. Christian Liebe, Matthias Kukorudz und Stefan Olesch (von links) aus der Leitung der Kreisjugendfeuerwehr überreichten ihr die Ehrung. FOTO: Jens Golombek
Die Feuerwehren im Dahme-Spreewald-Kreis haben unvermindert Nachwuchssorgen. Die schwindenden Mitgliederzahlen, vor allem bei den Jugendfeuerwehren, standen deshalb im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes am Samstag im Gasthof "Lindengarten" in Lübben-Treppendorf. (jgk/is)

Dieter Heinze, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, begrüßte neben den Delegierten aller Wehren des Landkreises unter anderem den Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Manfred Gerdes und Landrat Martin Wille (SPD) als Ehrengäste.

Appell an Arbeitgeber
Heinze ging auf personelle Probleme bei den Wehren ein, die sich künftig zu verschärfen drohten. Dass es im Kreis immer weniger Kinder und Jugendliche gebe, wirke sich auch auf die Arbeit der Feuerwehren aus. Mit intensiverer Jugendarbeit wolle er dieser demographischen Entwicklung entgegentreten, so der Verbandschef. "Aber wir müssen auch verstärkt an Arbeitgeber herantreten, denn die Nachwuchsförderung allein reicht nicht aus", sagte er. Feuerwehrleute würden für Einsätze und Lehrgänge selbst von öffentlichen Arbeitgebern in Berlin oft nicht freigestellt.

"Im Landkreis Dahme-Spreewald sind rund 1000 Kinder und Jugendliche in über 90 Jugendfeuerwehren organisiert", erklärte Kreisjugendfeuerwehrwart Christian Liebe aus Luckau in seinem Bericht. "Wir müssen um jedes Kind in der Jugendfeuerwehr werben", so Christian Liebe. Denn der Mitgliedermangel sei besonders in jüngeren Jahrgängen ein akutes Problem. Nur wenn alle an einem Strang zögen, könne es bewältigt werden: "Heute ist es die Jugendfeuerwehr, aber in zehn Jahren betrifft es die Einsatzabteilung."

Landrat Martin Wille ging noch einmal auf die Arbeit der Feuerwehr bei überfluteten Straßen im Landkreis ein. "185 Wehren waren vom 7. bis 9. Februar mit über 2000 Kameraden in 135 Einsätzen", sagte er und lobte die Einsatzbereitschaft während der Extremlage. "Im vergangenen Jahr wurde über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus bei Großfeuern und Gefahrguteinsätzen effektiv Hilfe geleistet", ergänzte er.

Kreisbrandmeister fordert Verständnis
Vielen Bürgern sei die freiwillige Arbeit der Helfer nicht bewusst, merkte Kreisbrandmeister Horst Starke an. Bei vergangenen Einsätzen sei oft kein Verständnis dafür gezeigt worden. "Es sind viele Dinge, die wir angreifen müssen, die in der Vergangenheit zum Stillstand gekommen sind. Da besteht noch viel Aufklärungsbedarf."

Susann Gerlach, Verbandsreferentin für Öffentlichkeitsarbeit, zeigte sich von der Teilnehmerzahl der Delegiertenversammlung enttäuscht. Neben 20 Ehrenmitgliedern waren nur 138 der 195 eingeladenen Vertreter anwesend.

Vorsitzender Dieter Heinze ging auch auf Kritik ein, die im Vorfeld an der Verbandsarbeit geäußert worden war. Diese Arbeit verteidigte er mit den Worten: „Ohne die Verbände gäbe es weder zielgerichtete Brandschutzerziehung noch effektive Jugendarbeit oder das neue Brand- und Katastrophenschutzgesetz.“

Viele Auszeichnungen
Die Versammlung war schließlich auch Anlass für Ehrungen. Susann Reinhold aus Zeuthen und Rainer Weise aus Caminchen erhielten das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber. Das Ehrenzeichen der Landesjugendfeuerwehr erhielt Mandy Schneider, in der Kreisjugendfeuerwehr für Verwaltungsaufgaben zuständig. Mario Ullrich, Gemeindejugendfeuerwehrwart der Gemeinde Heidesee, nahm das Ehrenkreuz der Landesjugendfeuerwehr in Silber entgegen. Matthias Kukorudz bekam für seine Arbeit im Vorstand der Kreisjugendfeuerwehr das Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes verliehen. Vier Kameraden wurden von den Delegierten als Ehrenmitglieder des Kreisfeuerwehrverbandes aufgenommen.