Für den Anbau ans Dorfgemeinschaftshaus in Lubolz wird es keine Fördermittel aus dem Leader-Programm geben. Das teilte Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) im Hauptausschuss am Montag mit. Das Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung lehnte den Antrag der Stadt Lübben ab, so Kolan. Begründet wird die Absage damit, dass in dem Anbau Sozial- und Schulungsräume für die Freiwillige Feuerwehr untergebracht werden, was nicht Teil der Leader-Förderung sein könne.

Diese klare und eindeutige Absage überrascht. Hieß es doch im vergangenen Jahr noch, die Fördermittel seien sicher, der Fördermittelgeber sei über das Vorhaben informiert, man müsse nur den Antrag fristgerecht einreichen. Deshalb hatte sich die Diskussion über die notwendige Größe es Anbaus innerhalb von sechs Wochen enorm beschleunigt. Als nach einem Bauausschuss im September klar war, dass der geplante Anbau zu klein sein werde, wurden noch in der Stadtverordnetenversammlung im Oktober neue Varianten vorgelegt, die selbst der Feuerwehr erst einen Tag zuvor bekannt gemacht wurden, und eine Entscheidung getroffen.

Lübben

Geht Lübben in Widerspruch?

Nach der Absage für die Fördermittel wolle die Stadt prüfen, ob ein Widerspruch sinnvoll sei, so Kolan weiter. Er hält jedoch ein Einlenken durch das Landesamt für unwahrscheinlich. Damit fehlen für das 400 000 Euro teure Projekt rund 300 000 Euro Fördermittel, die für die Umsetzung eingeplant waren. „Die Verwaltung wird sich auf den Weg machen, um 2020 andere Förderprogramme zu finden“, so Kolan. Ansonsten müsse man in der Debatte für den Haushalt 2021 über andere Varianten der Finanzierung sprechen. Ursprünglich war geplant, 2020 mit dem Bau zu beginnen.

Denn die Erweiterung sei dringend nötig, bestätigt der Lubolzer Wehrleiter Maik Köllnick. Er selbst hat erst durch die Nachfrage der Lausitzer Rundschau vom abgelehnten Fördermittelantrag erfahren. Ähnlich ging es auch Stadtwehrführer Oliver Nopper, der erst die Veröffentlichung im Internet auf www.lr-online.de las und am Mittwochnachmittag – zwei Tage nach der Sitzung des Hauptausschusses – den Anruf des Bürgermeisters erhielt. Nopper wolle nun abwarten, wie die Verwaltung weiter verfährt.

„Es wird spannend, wie es weitergeht und welche Idee die Stadt entwickelt“, sagt Maik Köllnick. Im Moment glaubt er nicht, dass die beengten Verhältnisse negative Folgen für die Lubolzer Wehr haben wird. „Aber es gibt eine große Unruhe in der Wehr“, so Köllnick. Vorerst haben sich die Lubolzer eingerichtet und leben mit dem Status quo.

Ist Absage Chance für neue Pläne?

Konkret heißt das, bei der Ausbildung müsse sich die Feuerwehr genau mit den anderen Nutzern des Dorfgemeinschaftshauses „Lubomir“ abstimmen. Die Ausbildung mit 20 Kameraden werden in der Fahrzeughalle durchgeführt, die dafür extra beheizt werden muss. Die Jugendfeuerwehr und die Kidsfeuerwehr nutzen ebenfalls den Dorfgemeinschaftsraum und könnten aber bald wieder draußen trainieren. Doch vor allem hinsichtlich der Spinde sei jetzt die Obergrenze erreicht, so Köllnick, nachdem im vergangenen Jahr sieben neue Kameraden dazu kamen.

Der Lubolzer Wehrleiter sieht in der Absage aber auch eine Möglichkeit, das Projekt noch einmal neu zu denken. Denn nicht nur bei der Ausbildung sei es eng. Auch der Transport der Kameraden zu den Einsätzen ist schwierig. Maximal zwölf Plätze hat die Ortswehr Lubolz auf ihren Fahrzeugen. „Es ist ärgerlich, wenn ich den 13. wieder nach Hause schicken muss“, so der Wehrleiter. Beim dritten Mal stehe er nachts möglicherweise nicht auf.

Kommunale Baumaßnahme Feuerwehranbau mit Fragezeichen

Lübben/Lubolz